Alltagswahn Gedankensolo Lebensmüde

FrauLehmann schreibt ein Buch

Die Erlebnisse der vergangen Wochen, Monate und Jahre haben dazu geführt, dass ich all die Dinge in meinem Kopf nicht mehr nur in meinem Blog schreiben mag, sondern in ein richtiges Buch. Deshalb sitze ich bereits seit vielen Stunden an der Anfertigung meines Werkes, was den Namen “Die andere Hälfte” tragen wird. Ihr dürft gespannt sein, denn eine Fortsetzung ist bereits geplant und hat Dank eines Bekannten auch schon den aberwitzigen Namen “Die dritte Hälfte”.

Ein kleiner Vorgeschmack:

 

Sie fragen sich, warum Sie sich dieses Buch gekauft haben. Ich kann Ihnen diese Frage nicht beantworten, aber ich verrate Ihnen, worum es in diesem Buch geht: Seien Sie nicht enttäuscht, denn auf den folgenden Seiten gibt es weder eine Figur aus einem Rosamunde Pilcher Roman, noch eine vollständige Autobiografie des Autors. Zumindest aber können Sie zwischen den Zeilen Auszüge aus einem Leben entdecken und Geschichten, die Sie vielleicht sogar schon einmal selbst erlebt haben, verpackt in einer Person namens Emmy. Und Emmy ist durchaus eine Lesereise durch diesen Carpaccio-dicken Schinken wert. …

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Mein Buch wird als eBook erhältlich sein. Mehrere kleine Geschichten, die liebevoll aufeinander aufbauen, sind für unterwegs, zwischen den Kindern und abends unter der Decke gedacht. Für alle, die gerne Lesen oder sich dahin entführen lassen.

Alltagswahn Lebensmüde Webmania

Kein Tag wie der andere

Dass kein Tag wie der andere ist, nimmt jeder, der über einen gesunden Menschenverstand verfügt, täglich wahr. Bezogen auf das Internet wird diese Aussage jedoch ein Stück weit mehr zu einem Drama, wenn man sich die folgenden Links einmal verinnerlicht:

Wer sich von zu Hause ausgesperrt, ruft den Schlüsseldienst. Wer sich allerdings aus dem Internet aussperrt, der sollte sich Andrés netten Selbstversuch anschauen. Was der Mensch sonst noch so alles anstellt und mit sich anstellen lässt, zeigt Riese Google einmal mehr. Doch der Mensch ist zu mehr im Stande, als sich einfach nur zum Volldeppen zu machen. Ein tolles Beispiel hierfür ist die Aktion der israelischen Bevölkerung in Zeiten des Nahostkonfliktes. Wo dort zum Beilegen der Waffen aufgerufen wird, sind die japanischen Designer Jack Chang and Josh Cheng echt zum Schießen. Doch ein Land wäre kein Land, wenn sich nicht die Politik in das derzeitige Geschehen einmischen würde. Darum wird sie uns künftig sagen wer wir sind, indem sie herausfindet wo wir sind. Rosige Aussichten also. Als wäre das nicht genug, verabschieden sich die Journalisten schon mal von ihrem Beruf und geben ihn in die Hände der Knöpfe. Und noch mehr wird abgegeben. IKEA beispielsweise verabschiedet sich vom bloßen Möbeldiscounter und macht jetzt in Technik. Uppleva! Ganz neu erlebt auch Samuel L. Jackson das technische Zeitalter. Siri, Siri, Siri anstatt Kiri, Kiri, Kiri. Richtige Köpfe rollen derzeit in so manchen Chefetage. Wenn die Zahlen eben rot sehen. Jetzt aber bloß nicht in Ohnmacht fallen. Denn Fehler sind menschlich. Nur leider auch manchmal sehr teuer, wie folgendes Beispiel zeigt. Eine ganze Generation tuschelt bereits darüber und es lohnt sich! Gelohnt hat sich auch der Verkauf der Wohnungseinrichtung von Sascha Lobo für einen guten Zweck. Ob sich allerdings die Blättchen von Rapper Snoop Dogg rentieren, bleibt fraglich. Als rentabel erwiesen gilt jedoch die gute alte CD, die immer noch 74% des Gesamtumsatzes der Musikindustrie ausmacht. Allerdings muss man sich auch hier Gedanken machen, denn die klassische Zielgruppe gibt es angeblich nicht mehr.

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Ein Stück vom Glück

by FrauLehmann
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Überraschung! Geburtstag!

Jedes Jahr überrascht er mich auf ein Neues. Der Geburtstag. Mit einer unverfrorenen Überpünktlichkeit steht er einfach vor der Tür und will beachtet werden. “Komm herein, lieber Geburtstag”, bitte ich ihn freundlich zu bleiben und versuche irgendwie Herrin über die Lage zu werden. Denn es ist ja nicht so, als hätte man 365 Tage im Jahr Zeit gehabt, sich Gedanken über das bevorstehende Fest zu machen. Nein, da verplempert man (zurecht) die gesamte Zeit damit nicht ans älter werden zu denken. Und dann beginnt der Kopf auf einmal doch zu grübeln über Geschenke, Werte und Wichtiges im Leben und vielleicht auch über den Tod. Einmal habe ich versucht alle Wünsche penibel auf eine Liste zu kritzeln. Raus gekommen sind dabei unzählige Geschenke, die ich gerne anderen machen möchte und mich selbst darüber freuen würde. Denn merke: Verschenke nie etwas, hinter dem du nicht stehst!

Eine Frage, die sich mir immer wieder gestellt hat, ist, wer eigentlich den Eltern für die Geburt dankt? Die schweren Stunden im Kreissaal und vielleicht auch die wenige Zeit, die die Eltern durch ihre Kinder miteinander hatten, wenn sie denn nicht schon längst daran zerbrochen sind (wie viele Eltern seit der Geburt der Kinder, wie meine Frauenärztin mir neulich erklärte). Ich würde dem Leben gerne einen dicken Blumenstrauss schicken als Dank für mein Dasein. Da ich die Adresse aber nicht genau weiß, halte ich es ganz einfach und danke an meinem Geburtstag allen, die für mein Leben verantwortlich und daran beteiligt sind (egal ob gestern, heute oder morgen). Das ist das größte Geschenk auf Erden und dann doch nicht so überraschend, wie der Geburtstag selbst. Und wer mir doch eine Freude machen möchte, der kann das hiermit tun.

:-)

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Ruhrpottperle

Tief im Westen liegst du da. Erstreckst dich wie ein Ozean in voller Pracht und Schönheit. Berührst den Himmel sanft und zag und dennoch nicht. Lebst mit den Menschen im Fluss der Energie. Gibst ihnen Mut und Hoffnung. Deiner Wahrhaftigkeit entziehen sich jegliche Illusionen. Wo Grobheit auf Idylle trifft, ist Zündstoff garantiert. Des einen Freund wird des anderen Leid. Und Werner an der Ecke zapft schnell das nächste Bier. Im Gänsemarsch zieht die Natur in ihr Revier. Punktgenau und doch ganz nebenbei. Gewohnter Lärm durchquert die ruhelose Nacht. Der schnelle Puls vom Leben adaptiert.

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Du musst dein Ändern leben

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Das Verhalten des Glücks

Mit dem Glück verhält es sich ja meistens so: Erstens kommt es nie auf einmal und zweitens muss man teilweise viel dafür tun, um wirklich und wahrhaftig glücklich zu sein. Hinzu kommt, dass wir die unglaubliche Gabe besitzen alles und jeden in Frage zu stellen. Nicht, weil wir es möchten, sondern weil wir es rein physisch können und wir es von der Gesellschaft vorgelebt bekommen. Ob das Kind noch zu klein zum Fahrrad fahren ist oder die Sekretärin für manche Aufgaben für unfähig gehalten wird, überall treffen wir auf verschlossene Türen des Glücks.

Dabei liegt das Glück meistens vor unseren Füßen. Man muss nur achtsam genug durch die Welt laufen und sich auch schon einmal bücken, wenn es da so liegt, das Glück. Aber mit dem Bücken ist das ja auch wieder so eine Sache. Oft ist es anstrengend und müßig sich zum Boden zu bewegen und die Hände nach dem Glück auszustrecken. Jorge Bucay formulierte sehr treffend in seinem Buch “Komm, ich erzähl dir eine Geschichte”:

Man muss ein paar Raupen aushalten, wenn man die Schmetterlinge kennenlernen will.

Wenn man sich dann einmal gebückt hat und das Glück in seinen Händen hält, muss man es auch beschützen. Leider geben die meisten ihr Glück kampflos auf, sobald der erste Geier am Himmel kreist. Es folgt oft Schmerz und Leid, denn nach der Anstrengung sehnen sie sich danach dieses Stück vom Glück behalten zu können. Nicht umsonst steigt die Anzahl der Depressiven und psychisch kranken Menschen von Tag zu Tag. Da sich das Glück aber immer so verhält, können wir handeln. ‘Jeder ist seines Glückes Schmied’ ist nicht umsonst Gedankengut, was es bis in die heutige Welt geschafft hat. Also sollten wir dem Glück ein Stück entgegen kommen. Am besten gebückt.

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10 points for the DJ

Als regelmäßiger Clubgänger Liebhaber elektronischer Tanzmusik fällt der Blick von der Tanzfläche auch schon mal auf die heilige DJ-Kanzel. Nur was man dort sieht, ist häufig nicht das, was man unten aus den Boxen hört. Denn dort oben, weit abgeschlagen vom herkömmlichen Eintritts-Zahler, steht er irgendwo versteckt, der Diskjockey. Umringt von einer sabbernden Groupie-Traube, versteckt er sich gerne hinter unzähligen Champagner-Flaschen. Prophetisch hebt er alle zehn Minuten den Zeigefinger wippend zum Takt empor. Die Masse kreischt. Aber warum nur? Ist es wegen dem Heroin schicken Körperbau oder der lässig nach rechts gedrillten Hitler-Frise? Oder doch eher, weil das Shirt unter den Armen die Prägung von Wechselbädern trägt? Nichts Genaues weiß man nicht.

Natürlich macht sich eine optisch angepasste Szene-Kleidung besser, als der verwaschene Lieblingspulli. Doch äußerlicher Style ist kein Indiz für musikalische Höchstleistungen. Das weiß auch jeder Club-Neuling. Deswegen plädiere ich an das Partyvolk: Hypt nicht die Hülle, sondern den Inhalt. Musik kommt aus dem Herzen und das macht auch kein Kate-Moss-Shirt sichtbar.

Gedankensolo Lebensmüde

Auf die Wurst kommt es an

“Ich hätte gerne ein großes Stück von der Geflügelmortadella.” Der dicke Fleischerlehrling grinst die Kundin frech an: “Tut mir leid. Die haben wir leider nicht mehr. Nur noch in Scheiben.” Das nützt ihr auch nichts, denkt sich die Mittdreißiger Frau und kehrt ihren Wagen auf dem Fuße Richtung Kasse. Eine Gurke liegt einsam auf dem Metallboden ihres Korbes. “Guten Tag”, wünscht die Kassiererin mehr oder minder freundlich. “Mehr haben Sie heute wohl nicht”, scherzt die blöde Kassenfrau, deren Arsch breiter ist als der Stuhl, auf dem sie klebt. Beim Verlassen des Ladens muss die Frau darüber nachdenken, dass es ihr in ihrem Leben eigentlich immer so ergangen ist: Die letzte Wurst war nie ihre, stattdessen holte sie sich schlechte Gurken als Ersatzbefriedigung ins Haus. Von Frauen hielt sie sich lieber fern, denn die gaben ohnehin nur Senf dazu, obwohl sie eher auf Ketchup stand. Eigentlich schade für eine attraktive Frau, deren Brüste noch halbwegs da hingen, wo sie hingehörten. “Es muss doch eine Lösung geben”, überlegte sie krampfhaft. Also entschied sie sich dafür die nächsten Tage einfach mal alle Würste auszuprobieren. Mal abgesehen davon, dass sie eigentlich gar keinen Bock auf Wurst hatte, schmecken doch eh alle gleich. Nach ein paar Wochen war ihr dann auch das Testen zu blöd. Also entschied sie zurück zu ihrem Ursprung zu kehren: Geflügelmortadella. Oder eben nicht. Je nachdem was der Fleischerlehrling rausholte. Es kommt eben doch auf die Wurst an.

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Kleine Schätze

Da ich mich im Zuge meiner Abschlussarbeiten mit dem Theater beschäftigt habe, fiel mir folgendes Buch in die Hände:

Der Autor, Ernst Günter Tange, entwickelte seine Leidenschaft für Zitate und Aphorismen durch die Begegnung mit einem englischen Zitat über den Flirt “attention without intention”. Aus seinen gesammelten Notizzetteln sind mittlerweile 28 Karteikästen mit à 1000 Zitaten entstanden. Und viele schöne Bücher. :-)