Manchmal frage ich mich, ob wir so geboren werden, wie wir jetzt sind. Ist etwas an dem ‘das ist meine Bestimmung’? Und wenn ja, ab wann beginnt die Bestimmung eines jeden Einzelnen von uns? Ein alter Mann kämpft unter seiner Brücke auf Leben und Tod gegen die Kälte, war das schon im Mutterleib vorherbestimmt? Barack Obama ist Präsidentschaftskanditat der Vereinigten Staaten von Amerika, war das immer seine Bestimmung?

Ich selbst war einmal Kind und kann mich noch sehr gut an die Dinge erinnern, die da abliefen.(1) Ich war eine sehr gute Schülerin, eigentlich immer die Klassenbeste. Nach der Schule traf ich mich gern mit ein paar Mädels um zu Spielen. Wir waren Prinzessinnen, Puppenmuttis und Lehrerinnen. Unser Haus war stets für alle Gäste offen, ebenso meine Familie. Ich erkannte frühzeitig, dass Menschen unterschiedlich sind. Darüber machte ich mir schon als kleines Mädchen viele Gedanken. Ich erinner mich noch gut an meinen 4. Geburtstag, wo ich so gar keinen verstanden habe. Dabei waren alle Geburtstagsgäste vertraute Menschen. Ich interessierte mich plötzlich für die Muster auf unserem Geschirr und fragte mich, wer das wohl gemalt hätte und wer sich soetwas Schönes ausdenkt. Als ich meine Gedanken frei äußerte, schauten mich alle merkwürdig an und die Bemerkung ‘du bist aber komisch’ ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Und ich kann euch versichern, dass das bei Weitem die einfachsten Gedanken in meinem Kopf waren/ sind! Da ich bis heute die selben Denkmuster aufweise, frage ich mich, ob etwas mit der Muttermilch die ich bekam nicht stimmte oder ob Gott mich so vorgesehen hat für diese Welt?
Heute weiß ich, dass diese Art zu mir gehört und mich ausmacht. Verstehen und akzeptieren tun sie nur die Menschen, die mich so annehmen, wie ich bin. Von der ‘allgemeinen Gesellschaft’ wird man ziemlich schnell aussortiert als ‘sonderbar’ oder ‘komisch’. Hier frage ich mich, wer überhaupt darüber entscheidet, was ‘Normal’ ist und was nicht. Und was macht einen ‘Außenseiter’ aus? Wenn ich mich dagegen entscheide mich in dem ‘Rad der Welt’ mitzudrehen, warum wird das nicht einfach angenommen? Lassen wir uns von Geld und Macht soweit manipulieren, dass nicht mehr der Mensch ansich zählt, sondern nur seine Fähigkeit zur Manipulationsbereitschaft honoriert wird?
Die Basis, die man zur Entstehung eines Menschen benötigt, ist Liebe. Wenn zwei Menschen in diesem Moment ein neues Lebenwesen zeugen, dann ist da nur Liebe und nichts als Liebe. Entlässt man diesen Menschen in die Welt, kann es passieren, dass die Liebe wie ein Tropfen Wasser im trockenen Erdboden versickert. Es entwickeln sich stattdessen Abwehrmechanismen, Zwänge und Ängste bahnen sich ihren Weg. Etwas zum Füllen der Lücke findet sich immer.
Meine Defizite kann ich seit knapp einem Jahr ausfindig machen und weiß sie auch zu kompensieren – mit Liebe! Wenn ich einmal keine Antworten auf meine Fragen finde, dann weiß ich, dass die Liebe immer da ist, in mir. Sich darauf zu besinnen, lässt mich zu meinem Weg zurück finden. Der Weg der Liebe!
photo credit: footloosiety
- Wahrscheinlich, weil es bei mir noch nicht so lange her ist (back)

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12 Comments
Darauf wirst du wenig Resonanz bekommen, weil die meisten mit Liebe nur schwer oder gar nicht umgehen können.
liebe frau lehmann…
ich bin völlig sprachlos…. du hast mir aus der seele gesprochen…
liebe grüsse
nathalie
@vogelmann – Weißt du, es kommt mir nicht auf die Resonanz an. Ich habe mein Herz sprechen lassen. Und die Menschen, die es verstehen können, die tun das auch, wie Nathalie.
Die Wahrheit, unsere Wahrheit, mal wieder wundervoll beschrieben.
Ich bin der Meinung jeder Mensch ist etwas sonderbar (wenn dieses Wort dafür überhaupt zutreffend ist). Die einen unterdrücken nur Ihr wahres ICH in der Gesellschaft, um eben die Anerkennung zu erhalten die Sie sich wünschen, oder Gedenken zu erhalten. In gewisser Weise werden einem ja die Verhaltensweisen auch vorgegeben, sei es im Beruf oder im Freundeskreis. Ich glaube die einzige (Rand)Gruppe die sich dem nicht unterwerfen will, oder kann sind zum Beispiel Künstler. Sie geben sich meisstens so wie Sie sind und werden dafür auch geliebt, eben für Ihre andere Art.
Die Frage ist auch, wie sehr steht mann darüber, und wie sehr möchte mann sich überhaupt in diese Ecke drängen lassen… Denn der Lohn des anders sein, birgt halt oft wie du schon sagtest die Gefahr der Ausgrenzung aus dem Gesellschaftlichen dasein. Nun auf Arbeit beuge ich mich dem zum Beispiel soweit es möglich ist. Jedoch in meiner Freizeit, habe ich sowieso nur einen Freundeskreis der mit meinen Macken vertraut ist und damit umgehen kann. Das gleiche gilt natürlich auch anders herum. Wer solche Freunde aber nicht findet hat es wirklich schwer im Leben, und genau da kommen dann die von dir angesprochenen Zwänge und Ängste, die unter Umständen auftreten können hervor.
Genauso gut kann auch der Partner einem diese Ängste nehmen, eben genau durch Liebe, Zuneigung, Zuhören etc. Erst wenn sich jemand geborgen und verstanden fühlt, nimmt einem das die negativen Begleiterscheinungen der unpersönlichen heutigen Gesellschaft.
Liebe Grüsse
Tom
PS: haste toll geschrieben…
@ Herr Vogelmann; “………….,weil die meisten mit Liebe nur schwer oder gar nicht umgehen können”??…………………………Sie denn????
Der Eine nennt es so, der Andere so!! Letztendlich gewinnt der, der ans Ziel kommt!!! Sich in seiner Rolle im großen Erdenspiel nicht verloren vorkommen!!!
Okay Leute, nun mach ich das, was an erster Stelle der “Maslowschen Bedürfnispyramide steht!
de.wikipedia.org/wik…
Das Leben ist reich und schön!!:-)))))))))))))))))))
@Carlo Mit wahrer Liebe kann ich super umgehen, mit nichts anderem besser.
mmmh, doppelte Verneinung! Herr Vogelmann, Liebe ist ganz einfach!!!
@Marie – Dankeschön.
@tom beltor – Ersteinmal danke für deinen schönen Text. Ich gebe dir in einigen Punkten Recht: wir werden zum Einen natürlich in etwas hineingeboren, aber wir haben zum Anderen auch Zeit unseres Lebens die Möglichkeit dort wieder auszusteigen. Das Künstler eine ‘Randgruppe’ darstellen, stimmt vollkommen. Sonst würden sie ja auch anders honoriert werden, obwohl das ja nicht das Ziel eines jeden Künstlers ist. Anerkennung, denke ich, und Respekt sind ein wichtiger Bestandteil für Künstler. Die Freunde zu finden, die einen so akzeptieren, wie man ist, das ist wirklich verdammt schwer. Aber wenn man sie gefunden hat, dann sind es wahre Freunde. Ich finde es bewundernswert, wenn Menschen sich im Alltag anpassen können, wie du auf Arbeit. Ich kann mich nicht beugen, könnte vielleicht schon, aber es fällt mir verdammt schwer und ich möchte in allen Lebenslagen nur ICH sein. Jeder wählt eben seinen Weg und gestaltet so sein Leben. Was deine Meinung zu einem Partner angeht: sicherlich kann er/sie eine Hilfe darstellen, um Zwänge/Ängste zu überwinden. Es zu wollen/können liegt aber nur in DEINER Hand.
Hi Ms Crowley
Hmm, Ich war früher viel mit Frauen zusammen, die männlichen Wettkämpfe haben mich nie interessiert. Ebendsowenig Autos etc.
Aber das reicht für hier, hab nämlich grade eine Super Idee für nen Blogbeitrag im anderen Blog, was ich zur Zeit sträflich vernachlässige (Kümmere mich mehr ums Fernbeziehungsblog)
Vielleicht gefällt mir auch deshalb @Saschalobos Wir nennen es Arbeit so gut ,weil es einfach die Möglichkeit eines Lebens mit minimaler Manipulation davon bietet.
Ich denke nicht das Künstler jemals Mainstream SIND, sondern das Sie ihn erschaffen. Ich hab zum Beispiel wirklich brilliante Leute kennengelernt, deren Werke sich aber nicht verkauften weil Sie keinen Auftritt hatten, bzw sie nur die Fähigkeit hatten sich in Bildern auszudrücken.
Aber du hast Recht, Liebe hilft verdammt viel dabei auchmal das andere hinzunehmen. Ich finde schon das Ich mich in den letzten Monaten seit ich @SGMaus kenne positiv verändert habe, und zwar auch wegen der Maslowschen Bedüfnisspyramide..
Nun noch eine völlig andere Frage: Hattest du nichtmal ein Blog bei Twoday? Ich erinnere mich wage weil ich auch mal da war..
@Jean – Also zuersteinmal ein herzliches Willkommen auf meinem Blog. Ich weiß zwar nicht, wie du auf Ms. Crowley kommst, denn ich bin FrauLehmann. Sascha Lobos Buch habe ich leider nicht gelesen, also kann ich nichts weiter dazu sagen. Die Idee mit möglichst wenig Manipulation zu leben, kommt meiner Vorstellung ganz ohne sich manipulieren zu lassen zu leben sehr nahe. Nun frage ich dich, was denn MAINSTREAM ist? Gibt es den überhaupt, oder ist das mal wieder ein neumoderner Begriff der Gesellschaft? Und who the funk ist SGMaus? Wie dem auch sei, ich wünsche dir und SGMaus natürlich alles Gute. Und zu guter Letzt noch ein ‘nein’, weil ich immer einen FrauLehmann Blog hatte. Denn Twoday war mir bis vor wenigen Sekunden noch vollkommen unbekannt.
Es grüßt ganz herzlich
FrauLehmann