Die Sache mit der Entscheidung

Lieber das kleine Schwarze oder das lange Rote? So stehen wir täglich vor dem Kleiderschrank des Lebens. Mit unserem Augenaufschlag öffnen wir jeden Tag die mächtigen Türen zum Leben. Und dann schwingen wir uns in die Rutsche der Entscheidungen. Ob es die Menge der Zahnpasta auf den Borsten ist oder wann wir jemandem ein Lachen schenken.

Manchmal gelangen wir an einen Punkt, wo die Sache mit den Entscheidungen viel von einem abverlangt. Lebensverändernde Entscheidungen. Sie sind so schwer wie eine Tonne Blei, das Resultat aber leicht wie eine Feder.

Wer zu lange zögert, bevor er einen Schritt macht, verbringt vielleicht sein ganzes Leben auf einem Bein.

Anthony de Mello

switch - Which way you'll turn?Manchmal stehe ich gefühlt endlos lange auf einem Bein und merke es erst, wenn ich kurz vorm Umkippen bin. Mittlerweile ist mein eines Bein so sehr angegriffen von der einseitigen Belastung, dass ich vor Schmerzen schneller zu einer Entscheidung komme. Merke: es muss also nicht erst weh tun, bevor man zu einer Entscheidung kommt. Vielleicht gelingt mir das zukünftig noch besser. :-)

Creative Commons License photo credit: Jan the manson {condemns stealing pictures}

18 Comments

  • Thursday, January 8, 2009 - 12:39 AM | Permalink

    Abgesehen davon, daß du daran sowieso nicht vorbei kommst, bist du doch bereits auf einem guten Weg.

  • Thursday, January 8, 2009 - 12:49 AM | Permalink

    @vogelmann Der Weg, der sich gut anfühlt, scheint mir richtig zu sein. Stets auf der Hut der Täuschung auf die Schliche zu kommen.

  • Thursday, January 8, 2009 - 12:52 AM | Permalink

    Ich weiss nicht, welcher Vollidiot mal auf die Idee gekommen ist, den Spruch zu erfinden “Höre auf deine Gefühle / Bauchgefühl.”

    IMO der schwerste Fehler, den man machen kann. Gefühle sind Täuschung par excellence. Auf sein HERZ hören, das ist was GANZ ANDERES. ;-)

  • Thursday, January 8, 2009 - 1:32 AM | Permalink

    @vogelmann Wenn ich eine Entscheidung treffe, dann schaue ich in mich hinein. Meine Entscheidung wird danach gefällt, wie ich mich gut dabei fühle. Sachlichkeit wäre manchmal besser, als ein emotionaler Totalausbruch. Sowohl bei mir, als auch in den Beziehungen zu anderen. Schwer, aber machbar. Einen kühlen Kopf bewahren, wenn es innerlich kocht. Alles eine Frage der Reife. Ein Prozess.

  • Thursday, January 8, 2009 - 12:09 PM | Permalink

    @vogelmann, Gefühle sind die unverfälschte und reine Sprache der Seele. Sie richtig zu interpretieren und danach zu handeln, das ist die Kunst des Lebens/Liebens.
    Wer zu lange zögert wird diese Interpretation zwangsläufig verfälschen und von äußeren Eindrücken beeinflussen lassen.
    Der Spruch mit dem “Bauchgefühl” ist also nicht zwingend falsch, alles eine Frage der Sichtweise. Und bedenke, auch eine vermeintlich falsche Entscheidung wird sich später immer als richtig erweisen, sofern man daraus gelernt hat.

  • Thursday, January 8, 2009 - 1:58 PM | Permalink

    Gefühle sind die reine verfälschte Sprache, die von außen wirkt, nicht von innen. Aber, wie du schon sagtest: Eine Frage der Sichtweise, besser: der Wahrnehmung.

  • Thursday, January 8, 2009 - 2:47 PM | Permalink

    @FrauLehmann: Vielleicht ist es nicht nur der Schmerz der hilft, sondern auch die Erkenntnis, dass das Resultat leicht ist wie eine Feder, wie Du so schön schreibst. Positive Erfahrungen können auch helfen, Ungeliebtes aus der dunkeln Ecke zu holen und eine neue Einstellung dazu zu erhalten.

    @Ingo: Wie kommst Du darauf, dass Gefühle eine verfälschte Sprache sind, die von aussen wirkt? Das kann ich nicht so recht nachvollziehen. Das uns Gefühle nicht direkt vermitteln, was Sache ist, uns aber durchaus darauf hinweisen, DASS da eine Sache ist, der wir uns zuwenden sollten wäre für mich stimmig. Manchmal täuschen Gefühle, da hast Du recht. Aber von einer rein verfälschten Sprache, von aussen initiiert, würde ich selbst nicht sprechen. Verschlüsselt wäre da der richtige Begriff für mich. Und dazu braucht es dann eben eine geschärfte Wahrnehmung, die Zeichen oder eben Gefühle richtig zu deuten. Dass das aber richtig sauschwer ist, das habe ich selbst oft genug erfahren.

  • Thursday, January 8, 2009 - 3:02 PM | Permalink

    Stoeps, Gefühle sind ‘nur gefühlt’, sie werden von außen initiiert und gelenkt. Wir sind zu großen Teilen von Ängsten beherrscht und sowohl unser Ego als auch das der anderen spielen eine grosse Rolle, wenn’s um das geht, was wir ‘fühlen’.

    In uns drin ‘entstehen’ keine Gefühle, sie wirken von außen auf uns ein. Ich ziehe eine markanten Trennstrich zwischen ‘Herz’ und ‘Gefühl’. Wenn man in der Lage ist, sein HERZ zu befragen, wird man dort immer die Wahrheit erfahren. Und die Wahrheit des Herzens muss sich nicht immer angenehm ‘an-fühlen’!

    Wir behandeln hier ein für Menschen schwer greifbares Thema, aber ich hoffe, es kommt in Etwa rüber, wie ich das meine. Gefühle sind für mich Manipulationsinstrumente, die von ‘fremden Mächten’ – gemeint ist also Außeneinwirkung (Ängste, Machtausübung, Unterdrückung etc.) – initiiert und gelenkt werden. Sie haben zwar was mit meinem ICH zu tun, jedoch nichts mit meinem SELBST.

  • Thursday, January 8, 2009 - 3:54 PM | Permalink

    @vogelmann,
    Das schüren von Ängsten, Machtausübung, Unterdrückung etc. sind die Instrumente die uns manipulieren, nicht unsere Gefühle. Diese Instrumente dienen einzig dazu uns von unseren Gefühlen und unserer Intuition zu entfernen, sie falsch zu interpretieren, oder am besten zu begraben/ignorieren.
    Wie wir alle sehen, wenn wir unsere Welt betrachten, gelingt das auch hervorragend. Würden die Menschen sich wieder ihrer eigenen, innersten Gefühle bewusst werden und sich bei ihrer Interpretation nicht manipulieren lassen, die Menschen hätten ein ganzes Stück weniger zu fürchten.
    Aber eigentlich ist das ziemlich off topic ;-)

  • Thursday, January 8, 2009 - 3:57 PM | Permalink

    Nur noch eins: DAS ‘Ge-fühle’. Merkst du was?

  • Thursday, January 8, 2009 - 4:01 PM | Permalink

    @Thomas und @vogelmann Ich finde das gar nicht off the topic. Das Ursprungsthema war ‘Entscheidungen’. Jeder trifft diese anders. Der eine nach Gefühlen, der andere nach Verstand. Jeder muss seinen Weg finden, wie er entscheidet. Es gibt hier kein richtig und kein falsch. Hier gibt es nur das ICH / SELBST eines jeden einzelnen.

  • Thursday, January 8, 2009 - 6:15 PM | Permalink

    @Ingo: OK, vielleicht haben wir auch ein Defintionsproblem. Einerseits spüre ich schon was Du sagen willst. Andererseits würde ich die Sprache meines Herzens auch als gefühlt bezeichnen, vielleicht dann nicht mit Deiner Definition von Fühlen. Andererseits denke ich trotzdem, das Gefühle spannend sind. Ich stell mir das so vor dass der Mensch wie ein Instrument ist. Ein Resonanzkörper. Kommt von aussen etwas an mich heran, wird etwas in mir in Schwingung gebracht. Das das aber passieren kann, muss die entsprechende Saite vorhanden sein bzw. das entsprechende Grundthema vorhanden sein. Wenn dann also äussere Einflüsse Gefühle in mir auslösen, ist es günstig hinzusehen. Aber insofern gebe ich Dir recht, dass das Gefühl an sich, also z.B. die Angst nicht wirklich eine brauchbare Aussage abliefert. Aber dennoch sagt mir die Angst: Da ist etwas, das mich ausgelöst hat. Und dieses Etwas gilt es dann zu ergründen. Dass dabei dann dabei die Botschaften des Herzens viel eher konstruktiv wirken und als “Kompass” dienen können, da kann ich Dir durchaus beipflichten!

    @FrauLehmann: Try und Error =) So lernt man sich selbst zu verstehen und Gefühle oder Botschaften des Herzens richtig zu deuten und danach zu handeln. Es geht immer darum, sich selbst und seinen eigenen Weg zu finden. Genau! :-D

  • Thursday, January 8, 2009 - 9:01 PM | Permalink

    „Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollen. Aber das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen.“

    Joseph Joubert

    ;-)

  • Thursday, January 8, 2009 - 9:18 PM | Permalink

    @nathalie Sehr passend. Ich danke dir für den schönen Spruch. :-)

  • steffi
    Friday, January 9, 2009 - 10:25 PM | Permalink

    Ein schönes Thema, exakt auf den Punkt gebracht und unglaublich aktuell, für MICH jedenfalls. Und ein noch schöneres Kommentar von de Mello… Wenn es doch nur so einfach wäre, DIESEN EINEN Schritt zu machen!

  • Saturday, January 10, 2009 - 1:51 AM | Permalink

    @steffi Welchen Schritt meinst du? Es hat uns niemand gesagt, dass es einfach sein wird auf der Welt, bevor wir bei Mutti aus dem Bauch geschlüpft sind. Aber alles ist MACHBAR! Auch Entscheidungen. :-)

  • Sunday, January 11, 2009 - 9:37 AM | Permalink

    und ausserdem wäre einfach doch zu einfach…. keiner herausforderung mehr oder?

  • Sunday, January 11, 2009 - 4:00 PM | Permalink

    @nathalie Ich kann nicht beurteilen, wie es ist, wenn alles einfach wäre?! Ich habe für mich nur festgestellt, dass der bequemste Weg nicht immer der einfachste ist, obwohl das zuerst so scheint. Man sollte eine Illsuion von der Realität unterscheiden können. ;-)

  • Leave a Reply

    Your email address will not be published. Required fields are marked *

    *

    You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>