Das Himmelsschloss

Wir katapultierten die zentnerschweren Steine wie Federn in den Himmel. Balancierten sie vorbei an all den Wolken. Bekamen erst kurz vor dem Aufprall auf den Boden die Kurve. Übertönten jedes Lachen mit dem unseren. Mit aufgerissenen Augen und offenen Händen begannen wir unser Schloss zu bauen. Immer höher, immer weiter. Setzten unsere Schritte bewusst oder unbewusst von Anfang an groß an. Versuchten im Gleichtakt zu schwingen. Gingen weiter. Bauten höher. Hielten die Geschwindigkeit und hoben immer mehr Steine in den Himmel. Für unser Schloss.

Als alles Gebaute den ersten Schatten warf, schauten wir uns an. Zögerten. Doch der geschaffene Raum war da und so holten wir neue Steine. Strengten unsere Kräfte an und bauten weiter. Und höher. Begannen zu schwächeln. Bemerkten die Fehler des anderen. Aber die Steine waren größer und so bauten wir weiter. Bis unser Schloss einstürzte. Was blieb, war eine Ruine. Und Erinnerungen. Denn auch ein Himmelschloss braucht ein Fundament.

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