Überraschung! Geburtstag!

Jedes Jahr überrascht er mich auf ein Neues. Der Geburtstag. Mit einer unverfrorenen Überpünktlichkeit steht er einfach vor der Tür und will beachtet werden. “Komm herein, lieber Geburtstag”, bitte ich ihn freundlich zu bleiben und versuche irgendwie Herrin über die Lage zu werden. Denn es ist ja nicht so, als hätte man 365 Tage im Jahr Zeit gehabt, sich Gedanken über das bevorstehende Fest zu machen. Nein, da verplempert man (zurecht) die gesamte Zeit damit nicht ans älter werden zu denken. Und dann beginnt der Kopf auf einmal doch zu grübeln über Geschenke, Werte und Wichtiges im Leben und vielleicht auch über den Tod. Einmal habe ich versucht alle Wünsche penibel auf eine Liste zu kritzeln. Raus gekommen sind dabei unzählige Geschenke, die ich gerne anderen machen möchte und mich selbst darüber freuen würde. Denn merke: Verschenke nie etwas, hinter dem du nicht stehst!

Eine Frage, die sich mir immer wieder gestellt hat, ist, wer eigentlich den Eltern für die Geburt dankt? Die schweren Stunden im Kreissaal und vielleicht auch die wenige Zeit, die die Eltern durch ihre Kinder miteinander hatten, wenn sie denn nicht schon längst daran zerbrochen sind (wie viele Eltern seit der Geburt der Kinder, wie meine Frauenärztin mir neulich erklärte). Ich würde dem Leben gerne einen dicken Blumenstrauss schicken als Dank für mein Dasein. Da ich die Adresse aber nicht genau weiß, halte ich es ganz einfach und danke an meinem Geburtstag allen, die für mein Leben verantwortlich und daran beteiligt sind (egal ob gestern, heute oder morgen). Das ist das größte Geschenk auf Erden und dann doch nicht so überraschend, wie der Geburtstag selbst. Und wer mir doch eine Freude machen möchte, der kann das hiermit tun.

:-)

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