Auf die Wurst kommt es an

“Ich hätte gerne ein großes Stück von der Geflügelmortadella.” Der dicke Fleischerlehrling grinst die Kundin frech an: “Tut mir leid. Die haben wir leider nicht mehr. Nur noch in Scheiben.” Das nützt ihr auch nichts, denkt sich die Mittdreißiger Frau und kehrt ihren Wagen auf dem Fuße Richtung Kasse. Eine Gurke liegt einsam auf dem Metallboden ihres Korbes. “Guten Tag”, wünscht die Kassiererin mehr oder minder freundlich. “Mehr haben Sie heute wohl nicht”, scherzt die blöde Kassenfrau, deren Arsch breiter ist als der Stuhl, auf dem sie klebt. Beim Verlassen des Ladens muss die Frau darüber nachdenken, dass es ihr in ihrem Leben eigentlich immer so ergangen ist: Die letzte Wurst war nie ihre, stattdessen holte sie sich schlechte Gurken als Ersatzbefriedigung ins Haus. Von Frauen hielt sie sich lieber fern, denn die gaben ohnehin nur Senf dazu, obwohl sie eher auf Ketchup stand. Eigentlich schade für eine attraktive Frau, deren Brüste noch halbwegs da hingen, wo sie hingehörten. “Es muss doch eine Lösung geben”, überlegte sie krampfhaft. Also entschied sie sich dafür die nächsten Tage einfach mal alle Würste auszuprobieren. Mal abgesehen davon, dass sie eigentlich gar keinen Bock auf Wurst hatte, schmecken doch eh alle gleich. Nach ein paar Wochen war ihr dann auch das Testen zu blöd. Also entschied sie zurück zu ihrem Ursprung zu kehren: Geflügelmortadella. Oder eben nicht. Je nachdem was der Fleischerlehrling rausholte. Es kommt eben doch auf die Wurst an.

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Tagspagat

Sorgfältig verschnürt steht er da. Der Hausmüll. Gepackt in einer freien Sekunde, von denen so wenige existieren. Da klingelt auch schon das Telefon. Der nächste Termin kündigt sich an. Den Wintermantel griffbereit zur Hand, fischen die Finger suchend nach dem Autoschlüssel in der Tasche. Auf die Plätze fertig los Richtung Autobahn. Die nervige Motorkontrollleuchte erinnert an den Werkstatttermin, der schon längst überfällig ist. Morgen ist auch noch ein Tag. Zwischen Dortmund und Köln leistet eine halbe Schachtel Kippen dem Aschenbecher Gesellschaft. Der kurze Stop wird zum Auftanken von Energy-Drinks genutzt. Prasselnder Regen auf der halbdunklen Rückfahrt. Ob ich meinen Einkauf noch vor Ladenschluss erledigt bekomme? Bepackt wie ein Weihnachtsmann geht es in den vierten Stock. Die nasse Wäsche unter den Arm geklemmt. Da heißt mich auch schon der Hausmüll von heute morgen willkommen.

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Das große Fressen

Der folgende Beitrag ist vollgestopft mit unzähligen Kalorien. Daher sei Lesern mit Übergewicht und mit schneller Gewichtszunahme davon wärmstens abzuraten.

Heilig Abend. Er beginnt bereits früh morgens mit einem üppigen Frühstück: Lachs, der in Butter und Meerrettich ertrinkt, Wurstsorten, die der Kühlschrank über das ganze Jahr verteilt nicht zu Gesicht bekommen hat und Marmelade in allen Farben. Zwei Stunden später, die 20 Kippen machten den Frühstücksklumpen im Bauch auch nicht verdaulicher, ist der Braten an der Reihe: Ente, Ente, Ente. Zwar ist das Teil viel zu groß für eine vierköpfige Familie, aber er verliert dennoch unbeschreiblich schnell sein Fleisch von den Knochen. Dazu Rotkohl mit Riesenklößen. Und natürlich Sauce á la Gibmirreichlich. Da anschließend keiner in der Lage ist die Teller in die Spülmaschine zu räumen, kommen einfach neue auf den Tisch. Gefüllt mit Kuchen und Plätzchen. Oder Plätzchen und Kuchen? Auf jeden Fall mit Sahne on top. Getreu dem Motto: Klotzen, nicht kleckern.

Der erste Weihnachtsfeiertag. Und erneut ist das reichhaltige Fressen das oberste Tagesziel. Da der Magen inzwischen die Größe eines Baggersees angenommen hat, passen die drei Croissants mit Gänseleberpastete, das Rührei und die 250g Nutella ganz vorzüglich in den morgendlichen Bauch. Nur der abschließende Espresso trohnt mit fehlender Bedeutung auf dem gefressenem Brei. Doch ho ho ho, schon liegt der Duft eines gefüllten Kaninchens in der Luft. Rund 30 Minuten später ist auch davon nichts mehr übrig. Dem Kuchen und den Plätzchen ergeht es an diesem Tag weniger später übrigens genau so wie dem Braten.

Der letzte Tag. Gleich ist es geschafft. Nur noch ein Frühstück, ein Braten und eine Kuchenbombe. Dann kann Rennie den Magen aufräumen, die Toilette den Rest gleich hinterher und der Lattenrost freut sich, dass er endlich mal richtig was zu tun hat. Also rein mit den fünf Brötchen, weiter im Takt mit den Gänsekeulen und zum krönenden Abschluss das wirklich allerletzte Stück Nusstorte für dieses Jahr. Fertig. Genau genommen fix und fertig wartet man nun auf Silvester, wo die guten Vorsätze von Diät & Co. eh wieder versprochen werden im nächsten Jahr gebrochen zu werden. Na dann noch guten Appetit. :-)

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Lebensresume

Ich fasse mal kurz zusammen:

   4 Jahre Grundschule
+ 9 Jahre Gymnasium
+ 3 Jahre Universität
+ 1 Jahr Privatschule

= 17 Jahre Schulbank

Summa summarum heißt das, dass ich von meinen 27 Jahren auf dieser Erde 17 mit Lernen verbracht habe, 6 meiner Kindheit gehören, 1 Jahr auf das Auslandskonto geht und die übrigen 3 Jahr unter sonstigem Blödsinnsquatsch verbucht werden. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber diese Rechnung finde ich krass. Wie sieht es denn bei euch aus?

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Wie Pete die Werte des Lebens erkannte

Als Pete ein Kind war, lernte er bereits sehr früh “bitte” und “danke” zu sagen. Damit wurde ihm die Höflichkeit als Wert mit in sein Leben gegeben. Im Kindergarten und in der Schule bastelten die Jungen und Mädchen oft und bekamen dafür Hausaufgaben auf. Hatte Pete diese vergessen, litt so manche Gruppenarbeit und er nahm einen Tadel mit nach Hause. Auf diese Weise lernte Pete, was es heißt, zuverlässig zu sein. Einmal saß Pete auf dem Rücksicht im Wagen seiner Mutter, die als Erste an einem schlimmen Unfall vorbei kam. Sie leistete sofort erste Hilfe und rief einen Krankenwagen, so lernte Pete, was Hilfsbereitschaft bedeutet. Später prügelte sich Pete oft mit den Jungen aus seiner Klasse. Mal teilte er dabei mehr aus und mal bekam er ordentlich eine gewischt. Was dabei hängen blieb, waren Toleranz und Respekt gegenüber den anderen. In der Pubertät verliebte sich Pete in ein Mädchen und wurde, man ahnt es schon, auch wieder verlassen. Seit diesem Tag wusste Pete, dass Freundschaft etwas sehr wichtiges im Leben ist. Als Pete zunehmend erwachsener wurde, musste er feststellen, dass Geld für viele Menschen sehr wichtig ist. Er erlebte, wie Freundschaften deswegen zerbrachen und viel Zank und Streit ausbrach. Auch in den Nachrichten konnte Pete zunehmend verfolgen, dass Geld die Welt regierte. Und er erkannte für sich, dass Geld sein Leben nicht bestimmen soll. Später bewarb Pete sich in einer Bank. Leider wurde er von vielen Chefs abgelehnt und so beschloss er zu lernen, um durch Fleiß an sein Ziel zu kommen. Ohne dem funktionierte in der Gesellschaft, in der Pete lebte, kaum etwas und so war ein weiterer Wert in seinem Leben verankert. Mittlerweile stand Pete mit beiden Beinen fest im Leben und er schaute sich all seine Werte an. Traurig stellte er fest, dass all seine Werte nur durch schlechte Erfahrung entstanden sind:

Als Kind wurde er ausgeschimpft, wenn er nicht höflich war.

War Pete in der Schule unzuverlässig, bekam er dafür schlechte Noten.

Es musste erst ein Unfall passieren, bevor Menschen geholfen wurde.

Tritte und Schläge waren der Lohn für Toleranz und Respekt.

Seine Freunde lernte Pete erst im Liebeskummer richtig schätzen.

Geld zerstörte mehr, als es zusammenbringen konnte.

Ohne Lernen und Fleiß bekam Pete keine Arbeit.

Am Ende des Tages fragte sich Pete, welchen seiner Werte er nur auf eine schöne Art und Weise kennengelernt hatte. Es war nur die Liebe, die ihm durchweg Positives brachte.

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Neue Niemänner braucht das Land

Es ist schon erstaunlich, was Frau an Männern in ihrem Leben so trifft. Die Rede ist hier nicht von irgend welchen Männern, sondern von den Männern schlecht hin. Und es gibt einige davon!

Da ist z.B. die Sorte, die gerne eine Berühmtheit wäre, aber gar keine ist. Bevorzugt findet man diese Exemplare in tollen Clubs oder schicken Bars. Sie gehören zur Gattung Very Insignificant Penis und üben gern die Rolle als Veranstalter oder auch DJ aus. Man, oder besser gesagt Frau, erkennt sie daran, dass sie jeden kennen oder zumindest kennt jeder sie. Muss ja auch, denn zu seinen Stammbaum zählt kein Geringer als Jesus Christus himself.

Und dann gibt es noch die, die keiner Fliege etwas zu Leide tun. Doch anders als bei einem schönen Schmetterling, entpuppen sich diese Sonderexemplare schnell als Überflieger. Nehmen wir z.B. Handwerker. Nicht nur, dass sie nicht mit Rohren umgehen können, nein, sie persönlich haben natürlich das Haus von Donald Trump errichtet. Oder zumindest den Bauplan entworfen. Aber wie das Leben nun mal so spielt, hat natürlich ein Irrer den besagten Plan in einer Nacht- und Nebelaktion gestohlen und unter seinem Namen verwirklicht. Tja, das nennt man dann wohl Pech.

Doch kommen wir abschließend zu der Sorte, die eigentlich jede Frau will: Es handelt sich um den ganz normalen Niemand. Eigentlich stammt ja jeder Typ von dieser Gattung ab. Also wirklich jeder. Aber im Laufe der Evolution ist eben bei den meisten Männern etwas schief gelaufen, weshalb wir uns jetzt eher mit mutierten Fröschen zufrieden geben, als mit den ursprünglichen Kaulquappen. Dabei sind es doch gerade diese, die besonders entwicklungsfähig sind, wenn man sich im übertragenen Sinne einmal ernsthaft eine Kaulquappe vorstellt: Ein bewegliches Schwänzchen und massig Entfaltungsmöglichkeiten stehen uns Frauen dort zur Verfügung. Und das sollte doch eigentlich ausreichend sein, oder? Klingt die Aussicht auf gemeinsame Entwicklungsstadien nicht verlockender als das Prunkleben von Prinz Marcus von Anhalt? Wir brauchen einen Niemand! Ruhig gebraucht. Denn so gibt es viel mehr verborgene oder längst vergessene Eigenschaften zu entdecken. Und die sind bekanntlicher Weise interessanter als gedeckte Bankkonten oder Nobelzwirn. Aber wo sind sie, die Niemänner? Hat sie vielleicht irgend jemand zwischen den geheuchelten Existenzen und den vom Konsum gebeutelten Lackaffen gesehen? Hinweise nimmt die hier in den Kommentaren eröffnete Dienststelle äußerst gerne entgegen!

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Steve Jobs hört auf sein Herz

“Du kannst die Punkte nicht verbinden, wenn Du nach vorne blickst. Du kannst die Punkte nur verbinden, wenn Du zurück blickst. So musst Du daran glauben, dass sich die Punkte irgendwie in der Zukunft verbinden werden.

Du musst an etwas glauben – Deinen Bauch, Schicksal, Leben, Karma oder was auch immer. Denn daran zu glauben, dass am Ende sich die Punkte verbinden werden, gibt Dir die Zuversicht, Deinem Herzen zu folgen. Auch wenn es Dich vom wohl ausgetretenen Pfad wegführt – und das macht den ganzen Unterschied.

Auch wenn es meiner Ansicht nach für einen Millionär wie Steve Jobs heute sehr einfach ist so etwas zu sagen, halte ich diesen Auszug aus seiner Rede an die Absolventen der Stanford Universität 2005 für sehr wahr und sehr wichtig.

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