Der Mann und das Pferd

Als ich heute mit dem Taxi zum Bahnhof fuhr, erzählte mir mein Taxifahrer Özer eine wundervolle Geschichte aus dem Orient. Und diese geht so:

Es war einmal ein Mann, der ein Pferd besaß. Dieses Pferd war wunderschön. Alle Leute im Dorf und auch seine Verwandten kamen zu ihm und sagten: “Du hast aber ein wunderschönes Pferd.” Dem Mann, dem dies egal war, antwortet nur: “Ach, was ihr nur an dem Pferd findet.”

Eines Tages rannte das Pferd davon. Und wieder kamen die Verwandten und Dorfbewohner zu dem Mann und sagten: “Ohje, dein schönes Pferd ist weg. Du hast aber auch ein Pech.” Aber der Mann antwortete wieder nur: “Ach was, was ihr nur mit dem Pferd habt. Es wird schon wiederkommen. Ein Pferd haut nun mal manchmal ab. Es kommt bestimmt zurück.”

Zwei Tage später kam das Pferd tatsächlich zurück. Aber nicht einfach so, sondern mit vielen wunderschönen Wildpferden im Schlepptau. Die Dorfbewohner und Verwandten staunten nicht schlecht und gingen sofort zu dem Mann rüber, um ihn zu seinen Pferden zu beglückwünschen: “Wahnsinn, du hast aber ein Glück. Erst rennt dein wundervolles Pferde weg und jetzt hast du viele wunderschöne Tiere auf deinem Hof.” Aber auch das ließ den Mann kalt und er antwortete nur: “Ja, ja. Was ihr nur mit den Pferden habt.” Doch die Dorfbewohner ließen nicht locker und sagten: “Du musst die Wildpferde zähmen und Geld mit ihnen verdienen. Du wirst reich werden mit ihnen.”

Also begann der Mann mit den Pferden zu arbeiten. Zusammen mit seinem Sohn versuchte er die Pferde zu reiten. Eines Tages wurde sein Sohn von einem der Tiere abgeworfen und brach sich beide Arme und Beine. “Oh nein”, sagten die Verwandten und die Dorfbewohner. “Du hast aber auch ein Pech. Erst läuft dein Pferd weg, dann kommt es mit vielen Wildpferden zurück und jetzt bricht sich dein Sohn alle Knochen”, sagten die Menschen, die sich um den Sohn auf dem Hof des Mannes versammelt hatten. “Ach was”, sagte der Mann. “Das ist doch alles nicht so schlimm. Was ihr nur habt.” Und so zogen die Bewohner des Dorfes wieder ab.

Eines Tages kam der König in das Dorf und zog alle jungen Männer zum Krieg ein. Bis auf einen, denn der hatte sich beide Arme und Beine gebrochen. Und wieder kamen die Dorfbewohner und die Verwandten zu dem Mann mit Pferd und seinem Sohn und sagten: “Dein Sohn hat so viel Glück, dass er von einem deiner Pferde gefallen ist und sich beide Arme und Beine brach. So muss er nicht mit in den Krieg ziehen, wo all unsere jungen Männer und Söhne nun hin müssen.” Doch der Mann erwiderte erneut: “Ja, ja. Was ihr nur wieder mit meinen Pferden und meinem Sohn habt.”

Als der Krieg vorbei war, waren alle eingezogenen Männer und Söhne aus dem Dorf gefallen. Bis auf einen: Der Sohn, der vom Pferd seines Vaters fiel.

Und dir Moral von Özers Geschicht: Pech gibt es nicht. Denn in jedem Unglück steckt auch etwas Gutes.

Danke für diese wundervolle Geschichte.

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10 Dinge, die ich statt Geld habe

Ich habe noch nie morgens gebloggt. Aber ein Freund, er ist DJ und wird als der Adam Beyer der Zukunft gehandelt, brachte mich über das hier auf meinen Blogbeitrag, der geradezu danach schreit jetzt veröffentlicht zu werden.

“10 Dinge, die ich statt eines Jobs habe”, heißt es auf mymonk.de.  Ich würde das gerne umformulieren in “10 Dinge, die ich statt Geld habe”. Denn als Texter wird man nicht reich. Das wussten schon meine Eltern. Aber ich bin glücklich. Weil ich den besten Job der Welt habe. Und weil ich statt Reichtum und Besitz zehn Dinge habe, die ich nie mehr missen möchte und die ich mir mit Geld eh nicht kaufen könnte:

 

1. Freiheit & Unabhängigkeit.

2. Qualitativ hochwertige Zeit.

3. Achtsamkeit & Aufmerksamkeit.

4. Die kleinen Dinge im Leben.

3. Sonne im Herzen und ausm Arsch.

4. Weniger Gedanken. Und wenn ich sie doch habe, dann sind die anders, weil…

6. …ich jeden Tag ein Lächeln auf meinen Lippen habe.

7. Retro-Sachen statt dem neuesten Shit.

8. Freunde.

9. Ein zu Hause, das überall auf der Welt sein kann.

10. Mich.

 

Ich möchte diesen Beitrag gerne als Wurfstöckchen weitergeben. Aber ich weiß nicht, wer in meiner Bloggerrunde kein Geld hat. Deswegen bitte ich alle, die Lust haben, meinen Beitrag zu nehmen und im digitalisierten Fußabdruck das zu hinterlassen, was sie mehr haben als Geld. Oder mehr lieben als Geld. Fühlt euch frei. Ich bin es. :-) Danke für die Erinnerung, Carl Benson!

Geld

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Ich wünsche mir

Ich wünsche mir eine Welt, in der der Mensch an sich zählt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der das Gute vor dem Bösen Einzug hält.
Ich wünsche mir eine Welt, in der jedes Kind ausreichend Liebe erhält.

Ich wünsche mir eine Welt, in der die Bombe auf den Krieger fällt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der die Gier keinen Hunger mehr erhält.
Ich wünsche mir eine Welt, in der die Lüge vor der Wahrheit fällt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der nur die Absicht des Herzens zählt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der der Apfel auch mal weit weg vom Stamm fällt.

Ich wünsche mir eine Welt, in der der Gehörlose Gehör erhält.
Ich wünsche mir eine Welt, in der der Blinde von üppigen Farben erzählt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der ein Tier die gleichen Rechte wie ein Mensch behält.
Ich wünsche mir eine Welt, in der kein Tiger mehr Schüssen zum Opfer fällt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der die Liebe auch in den abgelegensten Winkel der Erde Einzug hält.

Ich wünsche mir eine Welt, die mir schlichtweg gefällt.

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Machenschaften und machen lassen

 

Auf einem Hof lebte einst ein Hahn. Mit stolz geschwellter Brust verkündete er den Damen des Hause jeden Morgen, wie toll er doch die letzte Nacht fand. Die Hennen fühlten sich mehr als geschmeichelt von seinen liebevollen Worten und genossen jeden Augenblick mit ihm auf dem Hühnerhof.

Machenschaft

Eines Tages öffnete sich die Stalltür und ein neuer, großer, stattlicher Bursche betrat das Terrain. Nicht schüchtern und schon gar nicht zurückhaltend schritt er wissend auf die erste Henne zu, schnappte sie sich leichtschulternd mit seinem rechten Flügel und zerrte sie in den Stall. Kurze Zeit später kam er wieder heraus und spähte alsbald nach einer neuen Flamme. Der Hahn, der bisher der einzige in seinem Gebiet war, beobachtete die Situation aus der Ferne. Es überkam ihn keine Eifersucht oder Wut. Er saß einfach nur da und beobachtete. Am nächsten Morgen breitete der Neue seine Flügel über die gesamte Spannweite aus und krähte laut sein Werk in alle Himmelsrichtungen. Die Damen, überrumpelt wie sie alle waren, hatten kaum Luft zum Atmen, so schnell verschwanden sie mit dem Neuankömmling auch schon wieder im Hühnerhaus.

Als einige Zeit vergangen war und der Hahn der ersten Stunde ein paar Damen zu sich zur Seite nahm, nutzte er die Gelegenheit nach dem Rechten zu fragen. Die Damen fingen an zu schimpfen und meckern und beschwerten sich in hohen Tönen über Herrn Hahn Nummer 2. Er sei zwar da und tue und mache, aber bei all dem Gewusel fehle es dem Herren doch an Benehmen und Dankbarkeit. Von eierlegenden Gebärmaschinen und ausgenutztem Fleisch sprachen sie und fühlten sich so gar nicht wohl unter ihrem Federkleid. Der Hahn verstand die Problematik und pflichtete den Hennen bei, dass nur sie selbst etwas an ihrer Situation ändern können und ihm gefiel seine Rolle immer mehr die Machenschaften und das Machen lassen des neuen Hahnes zu beobachten, denn manche Dinge regeln sich irgendwann von selbst.

(Dieser Text ist für alle, die es machen, wie sie es machen und dabei ihre Augen und die Augen anderen verdrehen. Fühlt euch gerne angesprochen, Betroffene!)

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Der Berg und das Tal

An einem Tal lag einst ein Berg. Beide kannten sich schon eine ganze Weile und wussten sich gegenseitig zu schätzen. Während das Tal das Leben eines Tales lebte und mit seinen Bewohnern täglich neue Dinge erlebte, lebte der Berg das Leben eines Berges und schlug sich mit Dingen wie Wind und Wetter herum. Ab und zu, wenn es die Zeit erlaubte und es die Situation ergab, plauderte das Tal mit dem Berg über das Aufhalten der Winde und das Abfangen der Stürme. Und der Berg schüttet sein Herz über das Abregnen der Wolken und die Schwüle der Sonnentage aus. So verband die beiden das Band der Freundschaft miteinander und sie lebten friedlich Seite an Seite.

Eines Tages, es war schon eine ganze Weile her, dass Tal und Berg miteinander kommunizierten, beschloss der Berg das Tal mal wieder anzusprechen: “Hey Tal, lange nichts von dir gehört. Wie geht es dir?” Das Tal, völlig überrascht davon vom Berg angesprochen zu werden, reagierte gereizt und mit wenig Verständnis: “Hallo Berg. Ja natürlich ist alles klar. Warum fragst du so?” “Weil wir lange nichts voneinander gehört haben und weil ich einfach mal wissen wollte, was bei dir so los ist.” Das Tal, immer noch sehr wenig darüber erfreut, dass der Berg dieses ansprach, reagierte patzig und antwortete nur das Nötigste. Der Berg war völlig überrascht über diese Reaktion und begann das Tal zu fragen, warum es so reagierte: “Tal, warum reagierst du so? Ich halte seit Jahren die Winde und Stürme von dir fern. Fange die Kälte ab und lasse die Sonne zu dir hindurch. Ich schütze dich und deine Bewohner Tag für Tag und bin immer für dich da.” Das Tal lauschte nur halbherzig den Wortes des Berges und beschloss daraufhin dem Berg seine Meinung zu sagen: “Berg, das ist alles schön und gut. Nur muss ich doch nicht ständig dankbar dafür sein? Halte ich dir ständig meine Dienste vor oder erinnere dich daran, was ich alles für dich tue oder getan habe?” Der Berg, völlig verdutzt von den Worten des Tales, hatte nur noch das Gefühl sich zurück ziehen zu wollen. Doch bevor er gänzlich verschwand, legte er dem Tal folgende Worte mit ans Herz: “Liebes Tal, ich erwarte keine Dankbarkeit von dir. Ich erwarte auch nicht, dass wir uns ständig sagen, was wir füreinander gemacht haben. Aber ich erwarte einen respektvollen Umgang mit dir. Eben weil wir all die Dinge wissen, die wir nicht mehr aussprechen müssen. Und sollte das zu viel verlangt sein, dann sollten sich unsere Wege fortan trennen.”

Und so trennten sich die Wege von Berg und Tal. Und zwar so sehr, dass sie kein Band der Freundschaft und kein Weg mehr miteinander verband. So geschieht es jeden Tag. Und mal bist du der Berg und mal stehst du im Tal.

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Selbstliebe für die Menschheit

Charlie Chaplin erzielte nicht nur als Komiker des 20. Jahrhunderts große Aufmerksamkeit. Seine Parodien gehen auch heute noch um die ganze Welt. Zur Zeit sorgt ein Remake eines Videos zu seinem Film “Der große Diktator” für große Aufruhr im positiven Sinn.

“Es tut mir leid aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht. Ich

möchte weder herrschen, noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann. Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des andern teilhaben und nicht einander verabscheuen. Haß und Verachtung bringen uns niemals näher. Auf dieser Welt ist Patz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen.

Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen. Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet und Mißgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt. Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt aber innerlich sind wir stehen geblieben. Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns. Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen, und unser Wissen kalt und hart. Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert.

Aeroplane und Radio haben uns einander näher gebracht. Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen, von Mensch zu Mensch. Die erfordern eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden. Millionen Menschen auf der Welt können im Augenblick meine Stimme hören. Millionen verzweifelter Menschen, Opfer eines Systems, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Unschuldige zu quälen, und in Ketten zu legen. Allen denen die mich jetzt hören rufe ich zu : Ihr dürft nicht verzagen! Auch das bittere Leid das über uns gekommen ist, ist vergänglich. Die Männer, die heute die Menschlichkeit mit Füssen treten werden nicht immer da sein. Ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen, und auch ihr Hass. Die Freiheit, die sie den Menschen genommen haben, wird ihnen dann zurückgegeben werden. Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für die Freiheit ist kein Opfer zu groß.

Soldaten vertraut euch nicht Barbaren an, Unmenschen die euch verachten, und denen euer Leben nichts wert ist, ihr seid für sie nur Sklaven. Ihr habt das zu tun, das zu glauben, das zu fühlen. Ihr werdert gedrillt, gefüttert, wie Vieh behandelt, und seid nichts weiter als Kanonenfutter. Ihr seid viel zu schade für diese verehrten Subjekte. Diese Maschinenmenschen, mit Maschinenköpfen, und Maschinenherzen. Ihr seid keine Roboter, ihr seid keine Tiere, ihr seid Menschen! Erwahrt euch die Menschlichkeit in euren Herzen und hasst nicht, nur wer nicht geliebt wird hasst, nur wer nicht geliebt wird. Soldaten kämpft nicht für die Sklaverei, kämpft für die Freiheit.

Im siebzehnten Kapitel des Evangelisten Lukas steht : Gott wohnt in jedem Menschen. Also nicht nur in einem oder in einer Gruppe von Menschen. Vergesst nie, Gott liegt in euch allen, und ihr als Volk habt allein die Macht. Die Macht Kanonen zu fabrizieren, aber auch die Macht Glück zu spenden. Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen, es mit wunderbarem Freiheitsgeist zu durchdringen. Daher im Namen der Demokratie : Laßt und diese Macht nutzen! Laßt uns zusammen stehen! Laßt uns kämpfen für eine neue Welt, für eine anständige Welt! Die jedermann gleiche Chancen gibt, die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gewährt. Versprochen haben die Unterdrücker das auch, deshalb konnten sie die Macht ergreifen. Das war Lüge, wie überhaupt alles, was sie euch versprachen, diese Verbrecher. Diktatoren wollen die Freiheit nur für sich, das Volk soll versklavt bleiben. Laßt uns diese Ketten sprengen! Laßt uns kämpfen für eine beseere Welt! Laßt uns kämpfen für die Freiheit in der Welt, das ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Nieder mit der Unterdrückung, dem Hass und der Intoleranz! Laßt uns kämpfen für eine Welt der Sauberkeit. In der die Vernunft siegt, in der uns Fortschritt und Wissenschaft allen zum Segen reichen. Kameraden, im Namen der Demokratie : Dafür laßt uns streiten!”

Charlie Chaplin

Ich möchte allen Lesern noch einen weiteren Text ans Herz legen, den Charlie Chaplin zu seinem 70. Geburtstag schrieb (16. April 1959):

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, erkannte ich, daß Seelenschmerz und emotionales Leiden nur Warnzeichen sind dafür, daß ich entgegen meiner eigenen Wahrheit lebe. Heute weiß ich, das ist “AUTHENTISCH SEIN”. Als ich mich selbst zu lieben begann, verstand ich, wie sehr es jemanden beeinträchtigen kann, wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzuzwingen, auch wenn ich eigentlich weiß, daß der Zeitpunkt nicht stimmt und dieser Mensch nicht dazu bereit ist – und das gilt auch, wenn dieser Mensch ich selber bin. Heute nenne ich das “RESPEKT”. Als ich mich selbst zu lieben begann, hörte ich auf, mich nach einem anderen Leben zu sehnen, und ich konnte sehen, daß alles, was mich umgibt, mich einlädt zu wachsen. Heute nenne ich dies “REIFE”. Als ich mich selbst zu lieben begann, verstand ich, daß ich mich in allen Umständen stets zur rechten Zeit am richtigen Ort befinde und alles genau zum richtigen Zeitpunkt geschieht. Von da konnte ich gelassen sein. Heute nenne ich dies “SELBST-VERTRAUEN”. Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich es sein lassen, mir meine eigene Zeit zu stehlen, und ich hörte auf, große Zukunftsprojekte zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Freude bereitet und mich glücklich macht, Dinge, die ich gerne tue und die mein Herz zum Lachen bringen – und ich tue sie auf meine Weise und in meinem Rhythmus. Heute nenne ich das “EINFACHHEIT”. Als ich mich selbst zu lieben begann, befreite ich mich von allem, was nicht gesund ist für mich – Nahrung, Menschen, Dinge, Situationen – und von allem, was mich herunterzieht und mich von mir wegzieht. Erst nannte ich diese Haltung ei- nen “GESUNDEN EGOISMUS”. Heute weiß ich, das ist “SELBSTLIEBE”. Als ich mich selbst zu lieben begann, ließ ich es sein, immer recht haben zu wollen, und seitdem habe ich mich viel weniger geirrt. Heute habe ich entdeckt, das ist MÄSSIGUNG (wahre BESCHEIDENHEIT). Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiterhin in der Vergangenheit zu leben und mich um die Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur für diesen Augenblick, wo ALLES stattfindet. Heute lebe ich jeden Tag einfach nur Tag für Tag, und ich nenne es ERFÜLLUNG. Als ich mich selbst zu lieben begann, erkannte ich, daß mein Denken mich verstören, unruhig und krank machen kann. Doch als ich es mit meinem Herzen verbunden hatte, wurde mein Verstand ein wertvoller Verbündeter. Diese Verbindung nenne ich heute WEISHEIT DES HERZENS. Wir brauchen uns nicht länger fürchten vor Argumenten, Konfrontationen oder vor jeglicher Art von Problemen mit uns selbst oder mit anderen. Selbst Sterne stoßen zusammen, und aus ihrem Zusammenprall werden neue Welten geboren. Heute weiß ich, DAS IST “LEBEN”!

Charlie Chaplin

 

Ermutigende Worte eine Mannes, der bereits 1977 von uns gegangen ist. Weise und zutreffende Worte über unsere Entwicklung, der Menschlichkeit, über die Freiheit und den Kampf darum. Um am Ende festzustellen, dass alles über die Selbstliebe funktioniert. Und zwar immer und immer wieder. Bis in die Unendlichkeit.

 

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