Tag Archives: Abschied

Am Bahnsteig

Eigentlich hat sie viel zu viel Gepäck an Bord. Das hat auch der alte Mann erkannt, der ihre Begleitung zu sein scheint. Vergebens versucht er ihr die schweren Taschen ins Abteil zu tragen. Sie weist ihn mit einem bestimmenden Ton zurück. Der Alte verstummt und steht verwurzelt am Bahnsteig. Hastig sucht sie sich ihren Sitzplatz, dreht ihren Rücken zum Fenster. Der Alte davor stehend winkt. Und winkt. Eine Träne rollt ihm über das Gesicht. Durch Zufall sieht sie ihn noch einmal, winkt genervt. Aber nur einen kurzen Augenblick. Der Alte versucht in das Abteil zu schauen. Seine Tränen werden stärker. Doch sie nimmt davon längst keine Notiz mehr.

Eine Reise neigt sich dem Ende zu

Der dritte Tag im Krankenhaus war angebrochen und so langsam schwand meine Ruhe in den Diskussionen mit den Ärzten. Meine Stimme wurde energischer und die Sätze kürzer. Ich drängte alle zu einer Lösung.

Als der Arzt sich tatsächlich schon um 14:30 Uhr blicken ließ, versprach der mir auf mein bestimmendes Verhalten hin, sich mit einigen Oberärzten über die Sache Dänemark-Deutschland zu unterhalten und mir spätestens am nächsten morgen eine Antwort zu präsentieren.

Somit startete der vierte Tag mit einem Arztbesuch und der Nachricht, dass das Krankenhaus in Dänemark keine Kosten in Deutschland übernehmen wird. Ich musste nun eine Entscheidung treffen…

…Ich entscheide mich für meine Gesundheit und werde meine Zelte im Dänenland abbrechen. Ich werde heute alles kündigen und mich aus diesem Land abmelden, um dann eine Krankenversicherung in Deutschland machen zu können. Freitag, den 23.05.2008, werde ich um 20:00 Uhr in Kopenhagen in ein Flugzeug nach Berlin TXL steigen und um 21:05 bereits deutschen Boden betreten.

Ein halbes Jahr lang habe ich unser Nachbarland Dänemark genossen. Die Menschen und ihre Mentalität haben mir gefallen; die Arbeit war wegen der stressfreien Bestimmungen angenehmer; das Nachtleben ist immer wieder aufregend…ein Weilchen könnte ich noch so weiter schreiben. Aber nun ist diese Reise zu Ende. Ich nehme dieses Ende an und sehe es als Chance für mich. Ich gehe guter Hoffnungen zurück nach Deutschland, vor allem weil ich wieder einen Teil über mich gelernt habe. Das Ende der Reise hier in Dänemark hat mir einiges über mich aufgezeigt – ich bin mir selbst wieder ein Stück näher gekommen. Also hat sich auch dieses Schritt in meinem Leben mehr als gelohnt. :-)

Der Weg zu sich selbst ist der härteste überhaupt. Doch man bekommt immer wieder Zeichen. Es gilt diese wahr zu nehmen und etwas daraus zu machen. Ich bin dabei und für alle, die es als Scheitern sehen: ihr könnt mich nicht mal mehr an eurem Arsch lecken… !

Ein Stück Abschied

Es gibt Menschen in die man immer wieder HOFFNUNG steckt. Doch diese Hoffnungen ersticken immer wieder auf ein Neues. Wie ein Pflanze, die kein Wasser bekommt, vertrocknet diese Hoffnungen schon ehe sie eigentlich richtig begann.

Warum haben wir eigentlich Hoffnungen? Weil wir mit dieser HOFFNUNG auch gleichzeitig eine ERWARTUNG an diese Person stellen. Und warum erwarten wir überhaupt etwas bestimmtes von einem Menschen? Nur aus dem Grund nach Liebe und Geborgenheit, Fürsorge, ein bisschen Aufmerksamkeit.

Ich habe heute ein kleines Stück von einem Menschen ABSCHIED genommen, der den meisten Menschen im Leben viel bedeutet. Mir hat dieser Mensch etwas bedeutet, vielleicht manchmal mehr als ich diesem Menschen. Ich konnte die ‘Liebe’ dieser Person nie genau fühlen oder identifizieren. Sie war hinter mehreren Mauern und Vorhängen nicht klar zu sehen und vielleicht auch beeinflusst durch andere Dinge einfach nicht möglich sie nach Außen zu lassen. Aber irgendwann ist es besser aufzuhören danach zu suchen. Man braucht keine ERWARTUNGEN an jemanden stellen, wenn man sein Leben selbst erfüllt lebt. Dann muss einem niemand einen Mangel ersetzen. Und jegliche negative Gefühle bleiben fern…

Mein ABSCHIED ist mit sehr viel TRAUER verbunden. Und jeder trauert auf eine andere Art und Weise. Ich tue das sehr intensiv, weshalb mein derzeitiger Zustand noch ein wenig anhalten wird. Diese Erfahrung gehört zu meiner Reise – also auch zu meinem Leben.

Ein Stück Abschied mit den Worten aus Deinem Mund: “Es hat keinen Zweck…”