Tag Archives: Aufgabe

In der Mitte

Auf einem Feld, in seiner Mitte, trafen sich zwei Männer. “Was machst du da”, fragte der eine Mann. “Ich mähe das Gras”, antwortete der andere Mann, während er mit seiner Sense gleichmäßig durch die langen Grashalme fuhr. “Wird dir dabei nicht langweilig”, fragte der andere Mann verdutzt. “Nein”, antwortete der Mann mit der Sense. “Ich mache das Tag für Tag.” “Und was machst du mit all dem Gras, das du gemäht hast”, wollte der Mann neugierig wissen. “Ich gebe es meinen Tieren zu fressen. Und manchmal, wenn etwas Gras übrig ist, verkaufe ich es auf dem Markt.” “Und davon kannst du leben?” “Wie du siehst: ich lebe.” Der Mann, der aus der Stadt kam, wollte mehr wissen und fuhr mit seinen Fragen fort: “Aber warum kaufst du kein Gras in der Stadt für deine Tiere? Du würdest viel Zeit sparen und könntest dir ein Hobby zulegen.” “Warum sollte ich Zeit sparen?” Der Mann legte seine Sense nieder und setzte sich auf einen Vorsprung. Mit einem alten Klappmesser begann er genüsslich einen Apfel zu schälen.  “Sieh”, sprach der Mann und bot seinem Gegenüber ein Stück Apfel an. “Ich habe eine Verantwortung. Ich muss meine Tiere füttern, damit sie mir Milch geben. Daraus stelle ich Butter und Käse her. Nur so kann ich überleben. Das ist der Kreislauf meines Lebens.” “Ich habe auch Verantwortung”, brachte der andere Mann entschlossen entgegen. “Mein Fußballverein braucht mich jedes Wochenende!” “Wenn du das so für dich entschieden hast, dann gehört es zu deinem Leben.” “Und mein Chef könnte auch nicht ohne mich leben.” “Auch das ist deine Entscheidung”, erwiderte der Mann, den Apfel kauend, in all seiner Neutralität. “Warum sitzt du dann noch auf meinem Feld, wenn du woanders dringender gebraucht wirst”, wollte der Mann vom Feld wissen. Zögernd kamen die Worte über die Lippen: “Ich weiß es nicht.”

Auf einem Feld, in seiner Mitte, saßen zwei Männer.

Trott

Die Liste an Aufgaben scheint endlos zu sein. Ist eine abgearbeitet, rückt die nächste nahtlos nach. Wie sehr sehnt man sich eine Pause herbei! Schlafen ist Luxus. Und der ganze Rest schmeckt nach Müdigkeit.

Vor dem Kühlschrank stehend, strahlen die Farben durch das gelbliche Innenlicht. Ein sattes Grün und ein Bananengelb. Aber schmecken tut alles nach fader Schuhsohle. Und es rutscht auch ähnlich Richtung Magen. Nicht, dass wir uns beschweren sollten, aber manchmal tut ein bisschen Umherheulen gut.

For beautiful eyes, look for the good in others; for beautiful lips, speak only words of kindness; and for poise, walk with the knowledge that you are never alone.

Audrey Hepburn

Und dann reißen wir uns zusammen. Für wen nochmal? Das Rad rollt und wird immer Rollen, wenn man es pflegt. Der Rubel rollt weniger, aber auch das bringt uns nicht um. Das Wort Trott ist dämlich, aber ja, es ist Trott. Das ist die Antwort auf die Frage. Nicht auf Alles und auch nicht für jeden.

Kraftvolles Leben

Damit wir geboren werden, werden unglaubliche Kräfte benötigt. Der Körper der Mutter und des Kindes leisten Unglaubliches in dieser Zeit. Während unseres gesamten Lebens müssen wir ebenfalls Kräfte aufwenden, um Dinge erledigt zu bekommen. Ob Taten vollbringen, Wunden heilen oder gar nichts Tun – alles benötigt immer eine Kraft.

Ein Teil unserer Kraft geht in die Umwelt ab. Dort wird sie an anderer Stelle aufgenommen und weiterverwendet. Einen anderen Teil unserer Kraft setzen wir ein, um selbst wieder Kraft in uns zu erzeugen. Dann erst sind wir wieder kraftvoll für neue Dinge.

When you part ...

Es ist erstaunlich, wie sehr wir durch die wenige Kraft beim Schlafen neue Kräfte erzeugen, die uns den ganzen Tag wie eine Batterie versorgen. Vorangetrieben von der Betankung erledigen wir unsere Aufgaben und stets müssen wir unsere Kräfte der Liste anpassen, die unser Leben ist.

Zu Kraft gehört Liebe. Darum ist Liebeskraft so unvorstellbar stark.

Creative Commons License photo credit: Sara Björk

Rettung

In mir schlummern die vergangenen Erlebnisse. Sie kommen unaufhörlich hoch und lassen mich vor Angst innerlich zittern. Sie sind mein ständiger Begleiter und es ist mühsam noch mehr Seelen neben meiner zu füttern. Unaufhörlich dürsten und hungern sie nach mehr und immer mehr. Ihre Kehlen sind wie riesige Kelche, die in einen nicht aufhörenden Schlund hinunter führen. Jeder Funken Nahrung wird von ätzender Säure begleitet. Sie frisst sich unaufhörlich tiefer in meine Eingweide. Die Schmerzen sind unerträglich.

Wenn das Leben ist, was ist dann Leiden? Der momentane Zustand ist lebendiges Leiden. Wann erlange ich das Leben wieder? Dazu braucht es keine Zeit!

Wenn du kurz vor dem Ersticken bist, dann hast du 2 Möglichkeiten: zieh dir die Tüte vom Kopf oder lass sie drauf! Ich habe den riesigen Plastiksack satt. Ich bin es leid! Wenn man sich einmal an die Tüte gewöhnt hat … dann bekommt man sie trotzdem entfernt.

have a nice day

So ziehe ich behutsam und bei vollem Bewusstsein den grauen Schleier beiseite und schaue auf die Welt – eine neue Welt. Die Farben springen mir entgegen und ein frischer Wind weht mir um die Nase. Und ich atme – ohne an der Plastiktüte zu ersticken und füttere ab jetzt nur noch meine Seele.

Frieden? Frieden!

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Weltmeister im Brot schief schneiden

Mühlenbrot - AnschnittMeine Aufgabe als Krankenschwester der vergangenen Tage hat mich auf eine Schwäche aufmerksam gemacht: ich habe in meinem ganzen Leben Brot immer schief geschnitten. Ich weiß nicht, wo beim Abschneiden einer Scheibe der allseits beliebten Backmischung die Kunst besteht? Ich beherrsche sie jedoch nicht! Zwar sind die Schlangenlinien beim langsamen Abschneiden weniger deutlich, aber sie sind trotzdem da. Liegt das daran, dass ich eine Frau bin und für räumliche Darstellungen kein notwendiges Vorstellungsvermögen besitze oder weil ich schlicht weg zu blöd dazu bin? Jedenfalls sind die Scheiben entweder so dünn, dass man das Fernsehprogramm durch die Brotscheibe hindurch sieht oder sie passen nicht in den Toaster, weil die Enden doppelt so dick sind wie der Toasterschlitz. Was mache ich nur falsch?

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Wo ist der Ausgang?

Stell dir vor, deine Birne rattert bereits, während du denkst, du schläfst noch. Am Morgen dreht sich alles, wie nach exzessivem Alkoholkonsum. Völlig fertig schleppst du dich aus dem Bett ins Badezimmer und versuchst Pipi zu machen, während sich die kalte Klobrille wie ein Haufen Nadeln in deinen Arsch bohrt.

Horn Road - Marian House 56

Während du den Laptopdeckel hochklappst, schwirren die tausende von unerledigten Aufgaben durch die unzähligen Windungen deines Gehirns. Langsam tastest du das ‘wörld weit wäb’™ nach Lösungen ab. Dabei vergisst du schon wieder, was du eigentlich tun wolltest und landest mehr oder weniger freiwillig bei den Bespaßungsseiten.

Aus deinem Trott kann dich nur die leere Schachtel Zigaretten reißen. Und so gehst du im strömenden Regen Richtung Zigarettenautomat, um festzustellen, dass er deine EC Karte eh nicht haben will.

Zu Hause angekommen scheinen die eben noch greifbaren Aufgaben nun vollkommen auf einem anderen Kontinent zu sein. Nichts geht mehr und du gehst auch. Und zwar ins Bett.

Montage sind echt scheiße.

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Außenseiter

Manchmal frage ich mich, ob wir so geboren werden, wie wir jetzt sind. Ist etwas an dem ‘das ist meine Bestimmung’? Und wenn ja, ab wann beginnt die Bestimmung eines jeden Einzelnen von uns? Ein alter Mann kämpft unter seiner Brücke auf Leben und Tod gegen die Kälte, war das schon im Mutterleib vorherbestimmt? Barack Obama ist Präsidentschaftskanditat der Vereinigten Staaten von Amerika, war das immer seine Bestimmung?

Finally, the last one

Ich selbst war einmal Kind und kann mich noch sehr gut an die Dinge erinnern, die da abliefen.(1) Ich war eine sehr gute Schülerin, eigentlich immer die Klassenbeste. Nach der Schule traf ich mich gern mit ein paar Mädels um zu Spielen. Wir waren Prinzessinnen, Puppenmuttis und Lehrerinnen. Unser Haus war stets für alle Gäste offen, ebenso meine Familie. Ich erkannte frühzeitig, dass Menschen unterschiedlich sind. Darüber machte ich mir schon als kleines Mädchen viele Gedanken. Ich erinner mich noch gut an meinen 4. Geburtstag, wo ich so gar keinen verstanden habe. Dabei waren alle Geburtstagsgäste vertraute Menschen. Ich interessierte mich plötzlich für die Muster auf unserem Geschirr und fragte mich, wer das wohl gemalt hätte und wer sich soetwas Schönes ausdenkt. Als ich meine Gedanken frei äußerte, schauten mich alle merkwürdig an und die Bemerkung ‘du bist aber komisch’ ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Und ich kann euch versichern, dass das bei Weitem die einfachsten Gedanken in meinem Kopf waren/ sind! Da ich bis heute die selben Denkmuster aufweise, frage ich mich, ob etwas mit der Muttermilch die ich bekam nicht stimmte oder ob Gott mich so vorgesehen hat für diese Welt?

Heute weiß ich, dass diese Art zu mir gehört und mich ausmacht. Verstehen und akzeptieren tun sie nur die Menschen, die mich so annehmen, wie ich bin. Von der ‘allgemeinen Gesellschaft’ wird man ziemlich schnell aussortiert als ‘sonderbar’ oder ‘komisch’. Hier frage ich mich, wer überhaupt darüber entscheidet, was ‘Normal’ ist und was nicht. Und was macht einen ‘Außenseiter’ aus? Wenn ich mich dagegen entscheide mich in dem ‘Rad der Welt’ mitzudrehen, warum wird das nicht einfach angenommen? Lassen wir uns von Geld und Macht soweit manipulieren, dass nicht mehr der Mensch ansich zählt, sondern nur seine Fähigkeit zur Manipulationsbereitschaft honoriert wird?

Die Basis, die man zur Entstehung eines Menschen benötigt, ist Liebe. Wenn zwei Menschen in diesem Moment ein neues Lebenwesen zeugen, dann ist da nur Liebe und nichts als Liebe. Entlässt man diesen Menschen in die Welt, kann es passieren, dass die Liebe wie ein Tropfen Wasser im trockenen Erdboden versickert. Es entwickeln sich stattdessen Abwehrmechanismen, Zwänge und Ängste bahnen sich ihren Weg. Etwas zum Füllen der Lücke findet sich immer.

Meine Defizite kann ich seit knapp einem Jahr ausfindig machen und weiß sie auch zu kompensieren – mit Liebe! Wenn ich einmal keine Antworten auf meine Fragen finde, dann weiß ich, dass die Liebe immer da ist, in mir. Sich darauf zu besinnen, lässt mich zu meinem Weg zurück finden. Der Weg der Liebe!

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  1. Wahrscheinlich, weil es bei mir noch nicht so lange her ist (back)

Vorangang

Alles, was wir machen, ist mit Energie verbunden. Ob wir atmen und dabei unsere Lungen betätigen, wenn wir Leben zeugen und es dann in die Welt entlassen oder ob wir ein bestimmtes Ziel erreichen wollen und dabei manchmal über uns selbst hinauswachsen. Manchmal schwitzen wir dabei und der Kopf raucht bis zum Abwinken. Mal liegen dicke Felsbrocken zwischen dem Weg vom Tal zum Gipfel und mal kommen wir schwebend voran. Wichtig ist doch nur, dass wir bei allem, was wir machen, glücklich und wir selbst sind. :-)

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