So wie du bin ich

Posted: August 20th, 2010 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Es gab mal ein Mädchen. Sie hatte eine unglaubliche Ausstrahlung. Ihre Gestik und Mimik haben mich immer verzaubert. Lange Zeit wollte ich so sein wie sie. So lachen und dabei mit den Augen so strahlen wie sie. Ihre Hände waren geschickt in Malerei und das kann ich bis heute nicht.

Ich habe lange nichts von ihr gehört oder gelesen. Was sie macht, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Immer, wenn wir uns gesehen haben, wurde es zwischen uns distanzierter. Vielleicht ist das im Leben einfach so. Ich habe ihr bis heute nicht gesagt, was ich von ihr halte oder wie ich sie sehe. Aber ich habe etwas gefunden, was sie mir hätte nie geben können oder besser, was ich hätte von ihr erwarten oder klauen können: mich. Und es fühlt sich viel besser an, als ich vermutet habe. Es ist mein Lachen mit meinem Glanz in den Augen. Meine Gestik und Mimik finde ich umwerfend. Nichts desto trotz danke, an das Mädchen, was mir gezeigt hat, wie man man selbst sein kann.


Vordenker

Posted: February 24th, 2010 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Es ist wie bei einem Unfall: man weiß nicht, dass er passiert, aber wenn er passiert ist, dann weiß man immer wie er hätte vermieden werden können. Hinterher ist man also immer schlauer!

Heißt das auch, dass man aus der Vergangenheit lernt? Nicht jeder. Oder doch? Unterbewusst? Oder doch sehr bewusst? Trainiert man sein Bewusstsein eher auf die positiven Dinge die man nicht mehr tun will und verdrängt mehr oder weniger die schlechten Dinge? Sie werden einem so oder so wieder passieren, denn man hat sie ja bewusst verdrängt.

Dann wäre doch die beste Taktik die Augen zu öffnen und allen Dingen bewusst entgegenzutreten. Aber wir machen es trotzdem nicht. Andere machen es voreilig ohne abzuwägen. Was nun schlimmer ist, kann ich euch nicht sagen. Geschlossene Augen sind definitiv ein Paar offene Augen zu wenig auf dieser Welt, soviel steht fest.


Auf der Suche

Posted: February 3rd, 2010 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 10 Comments »

In den unendlichen Weiten deines Ichs wirst du immer wieder Raum finden, den du nicht zu füllen weißt. Die Leere dort drinnen wird dir komisch vorkommen, aber mit der Zeit wirst du sie akzeptieren. Deine Fragen werden Antworten mit sich bringen und du wirst dich vollkommener fühlen.

Unendlich viel Schwarz kannst du nicht durch einen Tropfen Weiß auffüllen. Du wirst es versuchen. Immer und immer wieder. Und vielleicht gelingt es dir ja das Dunkel ein wenig zu erhellen. Nur ein kleines bisschen. Ganz wenig.

Man ist immer allein, wenn es um einen selbst geht. Wo einst Menschen um dich waren, stehen verstumme Körper um dich. Sie werden dir nicht zuhören. Du musst dir selbst zuhören. Auf der Suche nach Ohren und Augen wirst du bei dir selbst ankommen. Auf den Rest kannst du dann gut und gerne verzichten.


Der große Schmetterling

Posted: September 28th, 2009 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Comments »

Unendlich viele Regenbögen spiegeln sich auf seinen Flügel wider. Sobald er in die Lüfte abhebt, breiten sich die Schwingen des Schmetterlings bis über die Grenzen aller Länder hinweg aus. Noch weit entfernt spürt man den Luftzug seine Fluges. Wie ein weicher Wind streichelt er den Menschen über das Gesicht, durch das Haar und manche bekommen sogar eine Gänsehaut dabei.

g_schmetterling

Ständig ist er auf der Reise. Er rastet hier und da. Aber ruhen tut er nie. Seine Augen sehen selbst wenn sie geschlossen sind alles. Und sie sehen auch das Nichts. Darauf versucht der große Schmetterling uns aufmerksam zu machen. Seine Mühe kostet ihn nichts, aber uns sehr viel. Und nun steht ein weiterer Kampf für ihn bevor – der Kampf gegen Biene Maja.


Rettung

Posted: January 21st, 2009 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 9 Comments »

In mir schlummern die vergangenen Erlebnisse. Sie kommen unaufhörlich hoch und lassen mich vor Angst innerlich zittern. Sie sind mein ständiger Begleiter und es ist mühsam noch mehr Seelen neben meiner zu füttern. Unaufhörlich dürsten und hungern sie nach mehr und immer mehr. Ihre Kehlen sind wie riesige Kelche, die in einen nicht aufhörenden Schlund hinunter führen. Jeder Funken Nahrung wird von ätzender Säure begleitet. Sie frisst sich unaufhörlich tiefer in meine Eingweide. Die Schmerzen sind unerträglich.

Wenn das Leben ist, was ist dann Leiden? Der momentane Zustand ist lebendiges Leiden. Wann erlange ich das Leben wieder? Dazu braucht es keine Zeit!

Wenn du kurz vor dem Ersticken bist, dann hast du 2 Möglichkeiten: zieh dir die Tüte vom Kopf oder lass sie drauf! Ich habe den riesigen Plastiksack satt. Ich bin es leid! Wenn man sich einmal an die Tüte gewöhnt hat … dann bekommt man sie trotzdem entfernt.

have a nice day

So ziehe ich behutsam und bei vollem Bewusstsein den grauen Schleier beiseite und schaue auf die Welt – eine neue Welt. Die Farben springen mir entgegen und ein frischer Wind weht mir um die Nase. Und ich atme – ohne an der Plastiktüte zu ersticken und füttere ab jetzt nur noch meine Seele.

Frieden? Frieden!

Creative Commons License photo credit: loop_oh