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Misstrauen

Klare Sonnenstrahlen blitzen portuberanzenähnlich durch den winzigen Schlitz der Schallosie™. Meine Augen mühen sich noch die Helligkeit zu akzeptieren. Doch langsam befreie ich mich aus meinem Kuschelgemach und starte in den Tag.

Mein Ausblick zeigt die Farbenpracht der ällmählich welkenden Blätter. Ich freue mich auf alles, was heute kommen wird. Vollgetankt mit Energie sauge ich die frische Luft in meine Lungen und pumpe den reinen Sauerstoff in jede einzelne Kapillare meines Körpers. Dabei sind meine Augen fest verschlossen und öffnen sich erst kurz danach für den Blick gen Himmel. Der Horizont ist grenzenlos.

Begegnungen werden wir immer haben. Mich erstaunt dabei immer wieder das Misstrauen, was Menschen gegenüber ihres Gleichen haben. Kein Wort, nur Blicke bestimmen dabei die Gedanken und das meist darauf folgende Urteil. Und damit bescheißen sie sich alle selbst: die Angst davor enttäuscht zu werden, dominiert alles Handeln. Warum hat man vor etwas Angst, was noch nicht eingetreten ist? Fühlt sich Misstrauen so gut an, dass man es mit sich herum tragen muss?

basic_ipWenn wir in die Natur gehen, dann schenkt sie uns ihre Schönheit. Dann ist da kein Misstrauen, dass wir sie eventuell zerstören. Da ist nur reine Liebe, die uns geschenkt wird. Die Natur misstraut auch nicht ihres Gleichen. Sie lebt in ihrem natürlichen Einklang mit sich und ihrer Umwelt. Sie lügt sich nicht an, spricht aber klare Worte, die jeder versteht.

Nur wir Menschen misstrauen, lügen und zerstören damit vieles, wenn nicht sogar alles. Ich hoffe mir noch lange meine Offenheit gegenüber der Natur, aber auch den Menschen, erhalten zu können, denn das ist ein schönes Gefühl, was ich ungern in meinem Herzen vergraben möchte.

Creative Commons License photo credit: MacAoda8

Vertrautes Gesicht

Auf einer Wiese, zwischen all dem Gras, schauten mich ein paar vertraue Blätter an. Ich ging vorbei. Auch an den nächsten ging ich vorüber. Doch dann blieb ich stehen, bückte mich und zupfte ein kleines, frisches Blatt aus der Erde. Als ich es in den Händen hielt, fiel ich aus allen Wolken. Es waren Eikalikalokis™. Das war das Wort, was ich als Kind immer zur Verblüffung aller benutzte, um Sauerampfer zu benennen.

CheshireWir saßen als Kinder immer auf einer Wiese bei einer Nachbarin, die ihr Eigentum nur als Sommerresidenz nutzte. Unser Haus war etwas abseits von der Straße gelegen und wir Kinder und Nachbarskinder nutzen das Grundstück der Nachbarin immer, um etwas näher am Geschehen unseres kleinen Ortes zu sein (und sicherlich auch, um von den Eltern etwas abseits zu rücken). Dort saßen wir nun dicht zusammen auf der grünen Wiese und erzählten uns Geschichten. Dabei ernteten wir wie große Bauern in unserem Radius die Blätter der Sauerampferplanze. Niemand erzählte uns, dass die kleinen Blätter, den wohlhabensten Geschmack haben. Dennoch wussten wir es und jeder suchte so viel er eben essen konnte für sich. Unzählige Tage kehrten wir mit Bauchschmerzen nach Hause zurück, trotzdem haben die sauer schmeckenden Blättchen einen derart eigensinnigen Geschmack hinterlassen, dass ich ihn zwischen den Jahren meiner Kindheit und heute oft auf der Zunge hatte.

Als ich das kleine Blatt vorsichtig in meinem Mund zerkaute, belebte es in mir all die Bilder, die ich mit einem Schleier verdeckt, aber nicht vergessen hatte. Mit der Sonne im Rücken kam mir nur ein einziger Gedanke auf: danke für all die schönen Momente.

Creative Commons License photo credit: Paul Francis Harrison

Schulfach ‘Glück’ an deutschen Schulen

In Heidelberg arbeiten seit einem Jahr Theaterwissenschaftler, Handwerker, Neurolinguisten,  Psychologen oder Motivationstrainer zusammen im Fach ‘Glück’. Gemeinsam bringen sie den Kindern durch Sport ihren Körper näher, lehren über Ernährung, philosophieren und entspannen gemeinsam, oder besuchen künstlerische Einrichtungen zur Steigerung der Wahrnehmung. Dabei geht es den Lehrern neben dem Umgang mit anderen auch um die Entwicklung des eigenen Ichs.

NETZEITUNG: Schulfach Glück macht glücklich

Fürs Leben lernen:

Schulfach Glück macht glücklich

Glück kann man lernen. Schüler, die Glücklichsein an der Schule üben, erbringen bessere Leistungen. Das haben Wissenschaftler herausgefunden. Trotzdem ist die Einführung des Schulfachs kein Allheilmittel.

Heidelberg ist neuerdings das Eldorado für Glücksforscher. Denn an der Willy-Hellpach-Schule hat dort Direktor Ernst Fritz-Schubert vor einem Jahr das Schulfach «Glück» eingeführt.

Die Suche der Menschen nach ihrem persönlichen Glück scheint sich zu vermehren. Es existieren bereits Kurse zur Steigerung des eigenen Glücksfaktors. Ein Beispiel: an der Harvard-Universität ist der sogenannte Happiness-Kurs komplett ausgebucht.

Sehr interessant finde ich, dass die Menschen sich mit der Suche nach ihrem Glück zunehmend beschäftigen. Den Faktor ‘Lernen’ betrachte ich dabei jedoch kritisch. Trotz der Erfolgsergebnisse der Kurse laut Studien bleibt Glück ein Faktor, der mit dem Bewusstsein einhergeht, den man de facto nicht erlernen kann.

20070121224141_07_28_06_07_Jeder Mensch hat das Bedürfnis Liebe zu erlangen. Für mich geht Glück damit einher. Ich kann zwar Gespräche führen oder Kurse besuchen und damit etwas für meine Selbsterkenntnis/ Selbstbewusstsein tun, es ist jedoch kein Lernprozess, der weiterführend stattfindet, sondern ein tiefer Bewusstseinsprozess in mir.

Ich gehe daher mit der Aussage konform, dass man seinem Ich in Kursen näher gebracht wird. Es ist und bleibt für mich jedoch nur ein Anstoß dafür. Das tiefe erlangen des inneren Bewusstseins kommt durch das wirkliche bewusst werden. Und das findet nicht in einem Kurs statt. Allerdings kann diese Begegnung nie früh genug stattfinden. :-)

Wenn ich mit Liebe erfüllt bin, und das bis in die letzten Kapillaren meines Körpers, dann bin ich auch mit Glück erfüllt. Dann kann nichts Böses oder Unangenehmes mir dieses Bewusstsein nehmen. Denn Glück ist Liebe.

Creative Commons License photo credit: keepon

Kunst

Der schöne Sonnentag gestern lud mich erneut ein die Stunden draußen zu verbringen. So fuhr ich erneut in den Königlichen Garten. Auf dem Weg dorthin machte ich einen kleinen Umweg, was sich hinterher als Glück heraus stellte.

Auf diesem extra Weg kam ich an den Gemäuern des Königlichen Gartens vorbei. Zum ersten mal fielen mir die kleinen grauen Häuschen auf, die ganz zauberhaft von den Mauern und Zäunen des Parkes eingerahmt waren. In ihnen befanden sich kleine Läden – ein Schmuckverkäufer, ein Antiquitätensammler und auch eine kleine Galerie. Es ist unvorstellbar und einzigartig, was die Menschen auf 8-10 m² Fläche versucht haben zu erstellen, um ihre ‘KUNST’ zu verkaufen.

Einen besonderen Eindruck hinterließ jedoch diese kleine Galerie bei mir mit dem Namen Gallerie 2020 Visions DK’ (Nähere Infos zu den Künstlern findet man unter Det Poetiske Bureau). Warum ich besonders von diesem kleinen ‘Kunstraum’ begeistert war, versuche ich euch mal zu beschreiben:

vor diesem kleinen Häuschen saß ein Mann. Er hatte schon graue Haare und einen Bart, den er zu einem Zopf geflochten hatte, der ungefähr 40 cm zum Boder ragte. Außerdem hatte er seine Fingernägel orange angemalt, aber eher mit einem Edding, als mit Nagellack. In diesen bunten Händen hielt er ein Handy aus längst vergangener Zeit. Als ich den Weg vor dem Galeriehäuschen passieren wollte, stand er auf und begrüßte mich herzlich. Ich sagte ihm, dass ich nur schauen möchte, weil mich diese Ambiente angelockt habe. Er war sehr freundlich und erzählte mir gleich, dass die Kunst von 125 verschiedenen Künstlern sei und der Preis nicht das wichtigste ist. Wir unterhielten und eine kleine Weile und dann verabschiedete ich mich mit dem Versprechen einmal wieder zu kommen. Er fasste mir dabei an den Arm und, nein er tat mir nicht weh, gab mir eine kleine Berührung – ein sanftes Streicheln. Dieser Moment war so, als würden wir uns schon ewig kennen. Er war wie ein sehr guter Freund in diesem Moment. Nun schaute er mich mit seinen faltigen Augen an und sagte: ‘Du bist jeder Zeit willkommen’. Ich bedankte mich, indem ich ihn ebenfalls am Arm eine Berührung gab und wir beide gingen unsere Wege für diesen Tag.

Vielleicht versteht das Keiner, aber dieser Moment war ein sehr offener und ehrlicher Moment für mich. Dieser Mann war anscheinend glücklich mit seinem Leben und dem was er tat. Nun kreuzten sich seine und meine Wege und er teilte mit mir sein Glück für einen Moment. Jedenfalls war das spürbar für mich. Und was gibt es schöneres als glückliche Menschen zu treffen?