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Himmel über mir

Ich schaue aus dem Fenster. Meine Augen gleiten dabei zwischen den Abdrücken der Regentropfen und dem was hinter meinen schmutzigen Fenstern liegt hin und her. Oft frage ich mich, ob sich so Erblinden anfühlt. Wie sieht man eigentlich die Dinge, wenn man von Geburt an nichts sieht?

Die richtig dicken Regentropfen bahnen sich immer einen mächtig breiten Weg über die Scheibe bis runter auf den Boden. Entweder haben die Kleinen keine Chance der Walze aus Wasser auszuweichen oder sie retten sich noch schnell genug in die Arme eines Weggefährten. Ich könnte das Spiel den ganzen Tag lang beobachten.

Die Sonne steckt ihre Nase nach einer langen Lichtdurststrecke mal wieder hinaus. Die ersten Rundflieger breiten ihre Flügel aus und ich sehne mich nach zu heißen Tagen auf grünen Wiesen und dem ständigen Brummen der Flieger über mir. Ein Gänseblümchen schmückt dabei mein Gesicht und ich schließe die Augen für ein noch intensiveres Gefühl.

Wir Menschen fliegen ja nicht. Und ehrlich gesagt trage ich den Wunsch fliegen zu können nicht vorausgesetzt in mir. Ein Vogel ist zum Fliegen da. Ein Mensch nicht. Aber Kerosin ist zum Fliegen da und Kerosin ist für uns Menschen. Also sollen wir Menschen doch fliegen?

Ich lehne mich mit der Unmöglichkeit zu fliegen zurück und lasse mich bis zum nächsten Regenguss in die Strahlen der Sonne fallen.

 

Wir Pfirsiche

Am Anfang waren das Bienchen und das Blümchen. Aus deren Begegnung keimte eine Zelle auf und es entsprang ein Pfirsichbäumchen. Er entwuchs aus dem Boden der Welt und gedeihte kräftig. Eines Tages trug das Pfirsichbäumchen Früchte und eines davon warst du. Der Kern einst so winzig, begann nach und nach an Fülle zu entwickeln. Immer fester wurde die Hülle und als bald war sie so reif, dass sie in der Blüte des Lebens stand. Schaurige Gewitter und purer Sonnenschein zogen am kleinen Pfirsich vorüber. Bis eines Tages der Stil zur Welt des Pfirsichbäumchens brach. Der Pfirsich fiel zu Boden und seine Haut begann zu verwelken. Kleine Löcher fraßen sich in die schöne Hülle des Lebens und hinterließen sichtbare Spuren. Und irgendwann war er weg, der Pfirsich. Nur noch das Bäumchen stand beharrlich im Wind und trotzte dem Wetter. Bis irgendwann ein Bienchen den Pfirsichbaum besuchte…

Verdammt nochmal

Die Sonne scheint auf das Laminat und gibt den Blick auf ein grausames Bild frei: STAUB! Er ist nicht mein Erzfeind, aber wir sind auch keine Freunde. Also beschwingt den Swiffer zur Hand genommen und drauf los ge-ent-staubt. Ich bin mir sicher, dass mein Staubfänger gerne eine Auszeit nehmen würde, aber jetzt muss er glühen. Und er glüht. Denn keine 5 Minuten später ist er wieder da: der STAUB! Wir sind inzwischen immer noch nicht gut aufeinander zu sprechen. Also eine Liebesbeziehung wird das ganz sicher nicht. Aber irgendwie müssen wir ja miteinander klar kommen.

Flugbegleiter

“Siehst du den Berg dort hinten?”

flight“Ja. Warum?”

“Weil ich mich die ganze Zeit frage, was wohl dahinter ist.”

“Und warum willst du das wissen?”

“Wenn ich das wüsste!”

Du gehst eine Straße entlang und weißt nur was sich gerade jetzt unter deinen Schuhen befindet – Asphalt, Sand oder einfach nur Boden. Schon beim nächsten Schritt könntest du hinfallen, mitten in einem Geldregen stehen oder einer Person begegnen. Du denkst, du weißt, wohin dein nächster Schritt führt? Ist es wichtig für dich, das zu wissen? Wir sitzen im Flugzeug ohne Reiseziel und das ist auch gut so. Auch wenn die Landung nicht immer sanft ist.