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Alltagswahn Gedankensolo Lebensmüde TakeAway

Selbstliebe für die Menschheit

Charlie Chaplin erzielte nicht nur als Komiker des 20. Jahrhunderts große Aufmerksamkeit. Seine Parodien gehen auch heute noch um die ganze Welt. Zur Zeit sorgt ein Remake eines Videos zu seinem Film “Der große Diktator” für große Aufruhr im positiven Sinn.

“Es tut mir leid aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht. Ich

möchte weder herrschen, noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann. Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des andern teilhaben und nicht einander verabscheuen. Haß und Verachtung bringen uns niemals näher. Auf dieser Welt ist Patz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen.

Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen. Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet und Mißgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt. Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt aber innerlich sind wir stehen geblieben. Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns. Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen, und unser Wissen kalt und hart. Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert.

Aeroplane und Radio haben uns einander näher gebracht. Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen, von Mensch zu Mensch. Die erfordern eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden. Millionen Menschen auf der Welt können im Augenblick meine Stimme hören. Millionen verzweifelter Menschen, Opfer eines Systems, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Unschuldige zu quälen, und in Ketten zu legen. Allen denen die mich jetzt hören rufe ich zu : Ihr dürft nicht verzagen! Auch das bittere Leid das über uns gekommen ist, ist vergänglich. Die Männer, die heute die Menschlichkeit mit Füssen treten werden nicht immer da sein. Ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen, und auch ihr Hass. Die Freiheit, die sie den Menschen genommen haben, wird ihnen dann zurückgegeben werden. Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für die Freiheit ist kein Opfer zu groß.

Soldaten vertraut euch nicht Barbaren an, Unmenschen die euch verachten, und denen euer Leben nichts wert ist, ihr seid für sie nur Sklaven. Ihr habt das zu tun, das zu glauben, das zu fühlen. Ihr werdert gedrillt, gefüttert, wie Vieh behandelt, und seid nichts weiter als Kanonenfutter. Ihr seid viel zu schade für diese verehrten Subjekte. Diese Maschinenmenschen, mit Maschinenköpfen, und Maschinenherzen. Ihr seid keine Roboter, ihr seid keine Tiere, ihr seid Menschen! Erwahrt euch die Menschlichkeit in euren Herzen und hasst nicht, nur wer nicht geliebt wird hasst, nur wer nicht geliebt wird. Soldaten kämpft nicht für die Sklaverei, kämpft für die Freiheit.

Im siebzehnten Kapitel des Evangelisten Lukas steht : Gott wohnt in jedem Menschen. Also nicht nur in einem oder in einer Gruppe von Menschen. Vergesst nie, Gott liegt in euch allen, und ihr als Volk habt allein die Macht. Die Macht Kanonen zu fabrizieren, aber auch die Macht Glück zu spenden. Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen, es mit wunderbarem Freiheitsgeist zu durchdringen. Daher im Namen der Demokratie : Laßt und diese Macht nutzen! Laßt uns zusammen stehen! Laßt uns kämpfen für eine neue Welt, für eine anständige Welt! Die jedermann gleiche Chancen gibt, die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gewährt. Versprochen haben die Unterdrücker das auch, deshalb konnten sie die Macht ergreifen. Das war Lüge, wie überhaupt alles, was sie euch versprachen, diese Verbrecher. Diktatoren wollen die Freiheit nur für sich, das Volk soll versklavt bleiben. Laßt uns diese Ketten sprengen! Laßt uns kämpfen für eine beseere Welt! Laßt uns kämpfen für die Freiheit in der Welt, das ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Nieder mit der Unterdrückung, dem Hass und der Intoleranz! Laßt uns kämpfen für eine Welt der Sauberkeit. In der die Vernunft siegt, in der uns Fortschritt und Wissenschaft allen zum Segen reichen. Kameraden, im Namen der Demokratie : Dafür laßt uns streiten!”

Charlie Chaplin

Ich möchte allen Lesern noch einen weiteren Text ans Herz legen, den Charlie Chaplin zu seinem 70. Geburtstag schrieb (16. April 1959):

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, erkannte ich, daß Seelenschmerz und emotionales Leiden nur Warnzeichen sind dafür, daß ich entgegen meiner eigenen Wahrheit lebe. Heute weiß ich, das ist “AUTHENTISCH SEIN”. Als ich mich selbst zu lieben begann, verstand ich, wie sehr es jemanden beeinträchtigen kann, wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzuzwingen, auch wenn ich eigentlich weiß, daß der Zeitpunkt nicht stimmt und dieser Mensch nicht dazu bereit ist – und das gilt auch, wenn dieser Mensch ich selber bin. Heute nenne ich das “RESPEKT”. Als ich mich selbst zu lieben begann, hörte ich auf, mich nach einem anderen Leben zu sehnen, und ich konnte sehen, daß alles, was mich umgibt, mich einlädt zu wachsen. Heute nenne ich dies “REIFE”. Als ich mich selbst zu lieben begann, verstand ich, daß ich mich in allen Umständen stets zur rechten Zeit am richtigen Ort befinde und alles genau zum richtigen Zeitpunkt geschieht. Von da konnte ich gelassen sein. Heute nenne ich dies “SELBST-VERTRAUEN”. Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich es sein lassen, mir meine eigene Zeit zu stehlen, und ich hörte auf, große Zukunftsprojekte zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Freude bereitet und mich glücklich macht, Dinge, die ich gerne tue und die mein Herz zum Lachen bringen – und ich tue sie auf meine Weise und in meinem Rhythmus. Heute nenne ich das “EINFACHHEIT”. Als ich mich selbst zu lieben begann, befreite ich mich von allem, was nicht gesund ist für mich – Nahrung, Menschen, Dinge, Situationen – und von allem, was mich herunterzieht und mich von mir wegzieht. Erst nannte ich diese Haltung ei- nen “GESUNDEN EGOISMUS”. Heute weiß ich, das ist “SELBSTLIEBE”. Als ich mich selbst zu lieben begann, ließ ich es sein, immer recht haben zu wollen, und seitdem habe ich mich viel weniger geirrt. Heute habe ich entdeckt, das ist MÄSSIGUNG (wahre BESCHEIDENHEIT). Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiterhin in der Vergangenheit zu leben und mich um die Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur für diesen Augenblick, wo ALLES stattfindet. Heute lebe ich jeden Tag einfach nur Tag für Tag, und ich nenne es ERFÜLLUNG. Als ich mich selbst zu lieben begann, erkannte ich, daß mein Denken mich verstören, unruhig und krank machen kann. Doch als ich es mit meinem Herzen verbunden hatte, wurde mein Verstand ein wertvoller Verbündeter. Diese Verbindung nenne ich heute WEISHEIT DES HERZENS. Wir brauchen uns nicht länger fürchten vor Argumenten, Konfrontationen oder vor jeglicher Art von Problemen mit uns selbst oder mit anderen. Selbst Sterne stoßen zusammen, und aus ihrem Zusammenprall werden neue Welten geboren. Heute weiß ich, DAS IST “LEBEN”!

Charlie Chaplin

 

Ermutigende Worte eine Mannes, der bereits 1977 von uns gegangen ist. Weise und zutreffende Worte über unsere Entwicklung, der Menschlichkeit, über die Freiheit und den Kampf darum. Um am Ende festzustellen, dass alles über die Selbstliebe funktioniert. Und zwar immer und immer wieder. Bis in die Unendlichkeit.

 

Alltagswahn Gedankensolo Lebensmüde

Ins Aus gebubbelt

Wenn es darum geht, sich selbst zu zerstören, sind wir Menschen ziemliche Vorreiter auf diesem Gebiet. Sogar beim Fussball schaffen wir es, dank unseres Jogi Löws Steinzeit-Fussballstil, uns im EM-Halbfinale gegen Italien blamabel ins Aus zu schießen. Und danach machen wir einfach dort mit der Zerstörung weiter, wo wir aufgehört haben. Denn eine neue Pest zieht durch das Land und nennt sich Bubble Tea. (Nicht, dass ich dieses neumodische Getränk verfluche. Ganz im Gegenteil. Ich habe bereits 6,60 € in diese Konsumindustrie investiert.)

Der neue Schwarze Tod trägt übrigens Rot, denn seit seiner Ankunft in Deutschland steigt die Zahl der finanziell ruinierten Kinder und Jugendlichen dramatisch. In langen Schlangen reihen sich aufgewühlte Teenies vor den aus dem Boden schießenden Getränkebuden auf. Sehnsüchtig blicken sie auf die mit Azofarbstoffen versetzten Getränke und schaufeln nur wenig später bis zu 30 Stückchen Würfelzucker in flüssiger Form in sich hinein. Da bleibt mir nur in alter böse onkelz-Manier an den gesunden Menschenverstand aller Eltern zu appellieren und zu sagen: “Mütter sperrt die Töchter ein und rettet eure Söhne“. Der Bubble Tea Terrorismus ist da.

 

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Die Kids von der Bounker Street

Sie waren kaum größer als der Eisstand, an dem sich ihre Nasen aneinander reihten. Jacky konnte gerade so das Geld auf den kleinen silbernen Teller legen, bevor sie ihre drei Kugeln Schoko bekam. Ben wollte den Eismann wie immer austricksten. Auf sein Zeichen hin begannen seine beiden Kompagnons sich in die südliche und nördliche Himmelsrichtung zu verteilen. Jacky lief blitzschnell die Straße hinunter, das Eis griffsicher in ihrer Hand. Robert versteckte sich derweil hinter dem ersten Rosenstrauch von Misses Jerke. Die ältere Dame betrat ihren Garten sowieso nur, wenn der Postbote sich traute etwas in ihren faulenden Briefkasten zu werfen. Während die beiden Kids sich also vor dem tobendem Eisverkäufer versteckten, genoss Ben sein Eis bereits auf einer Bank in der brütenden Sommerhitze. Abgehetzt vom Versteckspiel krauchten wenig später auch Jacky und Robert zu ihm. Das Eis kaum aufgegessen, schmiedeten die Drei bereits den nächsten Plan. Nun wollten sie hinunter zum Fluss und von der Brücke ins kühle Nass springen. Jacky lief in freudiger Erregung den beiden voran. “Nun kommt schon oder wollt ihr, dass die Sonne euch schmilzt”, grinste sie frech. Das ließen sich die Jungs nicht zweimal sagen und so lieferten sie sich ein Wettrennen bis zum Ufer. An der Flussbrücke rissen sich die Drei die Klamotten vom Leib und kletterten die Holzpfähle hinauf zu dem kleinen Vorsprung, den bereits die Eltern ihrer Großeltern zum Absprung ins Wasser benutzten. Die Jungs sprangen voran. “Komm Jacky, es ist herrlich hier unten”, riefen die beiden ihrer zierlichen Freundin zu. Jacky, die die Höhe nur mit Ehrfurcht ertrug, kniff ihre Augen so fest sie nur konnte zusammen und spannte ihre Füße an. Sie wollte genau so weit hinaus springen wie ihre beiden Freunde. Sie bemühte all ihre Kräfte und sprang so weit ab, wie sie nur konnte. Zuviel. Denn fortan zählte die Bounker Street ein Kind weniger.

Alltagswahn Gedankensolo Lebensmüde

FrauLehmann schreibt ein Buch

Die Erlebnisse der vergangen Wochen, Monate und Jahre haben dazu geführt, dass ich all die Dinge in meinem Kopf nicht mehr nur in meinem Blog schreiben mag, sondern in ein richtiges Buch. Deshalb sitze ich bereits seit vielen Stunden an der Anfertigung meines Werkes, was den Namen “Die andere Hälfte” tragen wird. Ihr dürft gespannt sein, denn eine Fortsetzung ist bereits geplant und hat Dank eines Bekannten auch schon den aberwitzigen Namen “Die dritte Hälfte”.

Ein kleiner Vorgeschmack:

 

Sie fragen sich, warum Sie sich dieses Buch gekauft haben. Ich kann Ihnen diese Frage nicht beantworten, aber ich verrate Ihnen, worum es in diesem Buch geht: Seien Sie nicht enttäuscht, denn auf den folgenden Seiten gibt es weder eine Figur aus einem Rosamunde Pilcher Roman, noch eine vollständige Autobiografie des Autors. Zumindest aber können Sie zwischen den Zeilen Auszüge aus einem Leben entdecken und Geschichten, die Sie vielleicht sogar schon einmal selbst erlebt haben, verpackt in einer Person namens Emmy. Und Emmy ist durchaus eine Lesereise durch diesen Carpaccio-dicken Schinken wert. …

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Mein Buch wird als eBook erhältlich sein. Mehrere kleine Geschichten, die liebevoll aufeinander aufbauen, sind für unterwegs, zwischen den Kindern und abends unter der Decke gedacht. Für alle, die gerne Lesen oder sich dahin entführen lassen.

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Überraschung! Geburtstag!

Jedes Jahr überrascht er mich auf ein Neues. Der Geburtstag. Mit einer unverfrorenen Überpünktlichkeit steht er einfach vor der Tür und will beachtet werden. “Komm herein, lieber Geburtstag”, bitte ich ihn freundlich zu bleiben und versuche irgendwie Herrin über die Lage zu werden. Denn es ist ja nicht so, als hätte man 365 Tage im Jahr Zeit gehabt, sich Gedanken über das bevorstehende Fest zu machen. Nein, da verplempert man (zurecht) die gesamte Zeit damit nicht ans älter werden zu denken. Und dann beginnt der Kopf auf einmal doch zu grübeln über Geschenke, Werte und Wichtiges im Leben und vielleicht auch über den Tod. Einmal habe ich versucht alle Wünsche penibel auf eine Liste zu kritzeln. Raus gekommen sind dabei unzählige Geschenke, die ich gerne anderen machen möchte und mich selbst darüber freuen würde. Denn merke: Verschenke nie etwas, hinter dem du nicht stehst!

Eine Frage, die sich mir immer wieder gestellt hat, ist, wer eigentlich den Eltern für die Geburt dankt? Die schweren Stunden im Kreissaal und vielleicht auch die wenige Zeit, die die Eltern durch ihre Kinder miteinander hatten, wenn sie denn nicht schon längst daran zerbrochen sind (wie viele Eltern seit der Geburt der Kinder, wie meine Frauenärztin mir neulich erklärte). Ich würde dem Leben gerne einen dicken Blumenstrauss schicken als Dank für mein Dasein. Da ich die Adresse aber nicht genau weiß, halte ich es ganz einfach und danke an meinem Geburtstag allen, die für mein Leben verantwortlich und daran beteiligt sind (egal ob gestern, heute oder morgen). Das ist das größte Geschenk auf Erden und dann doch nicht so überraschend, wie der Geburtstag selbst. Und wer mir doch eine Freude machen möchte, der kann das hiermit tun.

:-)

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Steve Jobs hört auf sein Herz

“Du kannst die Punkte nicht verbinden, wenn Du nach vorne blickst. Du kannst die Punkte nur verbinden, wenn Du zurück blickst. So musst Du daran glauben, dass sich die Punkte irgendwie in der Zukunft verbinden werden.

Du musst an etwas glauben – Deinen Bauch, Schicksal, Leben, Karma oder was auch immer. Denn daran zu glauben, dass am Ende sich die Punkte verbinden werden, gibt Dir die Zuversicht, Deinem Herzen zu folgen. Auch wenn es Dich vom wohl ausgetretenen Pfad wegführt – und das macht den ganzen Unterschied.

Auch wenn es meiner Ansicht nach für einen Millionär wie Steve Jobs heute sehr einfach ist so etwas zu sagen, halte ich diesen Auszug aus seiner Rede an die Absolventen der Stanford Universität 2005 für sehr wahr und sehr wichtig.

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Auf dem Weg der Sensibilität

Auf dem Gehweg, entlang einer langen Straße, machte sich eine Gestalt auf den Weg, die sich Sensibilität nannte. Auf ihrem Rücken trug sie einen leeren Rucksack und in der Hand einen Stock, der sie stützen sollte. Nachdem die Sensibilität nach einigen Stunden bereits viele Meter hinter sich gebracht hatte, kam ihr etwas Dunkles entgegen und bäumte sich vor ihr auf. “Stopp! Du kannst hier nicht durch”, schrie eine tiefe Stimme ihr entgegen. “Aber das ist mein Weg und ich will ihn gehen”, erwiderte die Sensibilität. “Welchen Teil von ‘du kannst hier nicht durch’ hast du nicht verstanden”, schrie die zornige Gestalt der Sensibilität entgegen. Es war die Wut, die der Sensibilität versuchte Steine in den Weg zu legen. “Ich bin die Sensibilität und dies ist mein Weg”, klang es zart aus der Sensibilität. Verwundert über die Art und Weise der Sensibilität trat die Wut einen Schritt zur Seite. “Nun gut, du kannst den Weg passieren und weiter reisen. Aber nur weil du es bist!” So nahm die Sensibilität ihren Stock in die Hand und schritt an der Wut vorbei. “Vielen Dank”, sagte die Sensibilität freundlich und ging weiter. Es vergingen weitere Stunden und die Sonne sank langsam am Horizont, als die Sensibilität auf eine weitere Gestalt traf. Sie schien unendlich groß und voller Stolz zu sein und die Sensibilität war tief beeindruckt von der Erscheinung. “Wer bist du”, fragte die Sensibilität neugierig. “Ich bin der Mut”, antwortete das unglaubliche Wesen ohne Zögern. “Ich bin so groß, weil ich mich Dinge traue und andere Dinge von mir weise. Das alles macht mich aus.” Nachdem sich beide einen langen Moment angelächelt hatten, erzählte die Sensibilität von ihrer Reise und dem Weg, den sie gehen wollte. “Ich gebe dir ein Stück Kraft als Schutz von mir mit”, sagte der Mut und strecke der Sensibilität ein Päckchen entgegen. “Ich werde dein Geschenk gut in meinem Rucksack verstauen”, antwortete die Sensibilität und beide verabschiedeten sich freundlich. In der Nacht schlief die Sensibilität unter einem Verschlag und brach schon früh am nächsten Morgen auf, um ihren Weg weiter zu begehen. Dabei bemerkte sie, dass der Stock überflüssig geworden war. Sie legte ihn behutsam zur Seite, so dass ein anderer Wanderer ihn jeder Zeit nehmen konnte, sofern er ihn brauchte. Beglückt vor Freude nun beide Hände beim Laufen frei zu haben, bekam die Sensibilität nicht mit, dass sie im Kreis gegangen war. Vor ihrer Haustür angekommen, realisierte sie ihren Weg, der sie  mit einem Stück mehr Mut im Gepäck und Begegnungen reicher gemacht und zu ihr selbst zurück gebrachte hatte. Willkommen zu Hause, liebe Sensibilität.

Alltagswahn

Betroffenheit Japan

In der ganzen KKW-Angelegenheit in Japan frage ich mich ernsthaft, wer hier eigentlich der oder die Betroffene ist? Wir, also in diesem Fall die Japaner, bauen ein Kernkraftwerk in die Natur. Diese tut dann das, was sie immer tut: Natur sein. Für uns vielleicht eine Katastrophe, für die Natur aber einfach nur ihr Naturell. Menschen leiden, die Natur leidet. Was ist jetzt schlimmer? Den Schaden tragen in jedem Fall beide langfristig. Wenn aus der Symbiose Parasitismus wird, dann ist die Natur definitiv die Betroffene!

Gedankensolo

Für Nici

Ganz weit oben, noch weit über den Wolken und bevor man unseren Planeten überhaupt erahnen konnte, machte sich eine große Anzahl an Schneeflocken auf die Reise, um die Kinder unserer Erde rechtzeitig zu den Winterferien mit einer dichten Schneedecke zu beglücken. Unter ihnen war auch die kleine Sibyll mit ihrer Familie. Das Mädchen hatte es nicht leicht, denn die anderen Schneeflocken beachteten sie kaum, geschweige denn akzeptierten sie sie so, wie sie war. Deshalb hatte Sibyll den inneren Wunsch, einmal liebevoll anerkannt zu werden. Immer mehr verlor sie sich in dem Gedanken von den anderen akzeptiert und geliebt zu werden und bemerkte nicht, dass ihre winterliche Pracht dabei verloren ging. Schon bald sollten die Schneeflocken auf der Erde eintreffen und so blieb Sibyll nur noch wenig Zeit ihren Plan in die Realität umzusetzen. Doch kurz vor der Ankunft bemerkte sie, dass sie während der wunderschönen Reise zur Erde ganz vergessen hatte zu genießen. Und so begann sie die Augen zu schließen, atmete mit einem kräftigen Zug das Leben ein und kam zusammen mit den vielen anderen Schneeflocken auf der Erde an. Die Augen der Kinder leuchteten groß und Sibyll genoss ihr Staunen unendlich. Sie fühlte die wohlige Wärme, die sie umgab und begann in all ihrer Schönheit zu strahlen. Und plötzlich war ihr eines klar: hier unten sind wir alle gleich!