Tag Archives: Familie

Wenn ich eins weiß…

…dann ist es, dass die Familie unendlich wichtig ist. Selbst wenn zwischen dir und deinen Lieben viele Kilometer oder ganze Kontinente liegen, gibt es mindestens tausend Wege, ihnen trotzdem mitzuteilen, wie sehr zu sie liebst. Wir werden alle nicht jünger und bleiben nicht ewig auf dieser Erde und trotzdem bleibt immer Zeit, um sich diese für die Familie zu nehmen. Selbst die kleinste Geste oder der unscheinbarste Wimpernschlag wird sie immer erreichen und nicht ungeachtet bleiben. Eine Umarmung sagt immer mehr, als Worte es jemals ausdrücken können. Drum umarme ich meine Liebsten aus tiefstem Herzen.

Cesco, der botanische Hund

Hinter dicken Mauern, hinter großen Fenstern und einer passierlichen Einrichtung versteckte sich die kalte Schnauze eines Hundes names Cesco. Tief vergraben in einem Buch von Wildwuchs & Co. las der Hund aufmerksam jede Zeile. Nur ab und an schaute er zu einem der sauberen Fenster hinaus und tippte sich dabei nachdenklich mit der Pfote an die Stirn. Nachdem Cesco einige Zeit gelesen hatte, zog es ihn hinaus in die Natur. Er zog sein Mäntelchen an und legte seine Brille vorsorglich neben das Buch, was er übrigens schon zum dritten mal studierte. An der frischen Luft angekommen, atmete er erst einmal alles ein, was ihn an Luft umgab. Keine Faser und keine Polle in der Luft blieben verschont vor dem Rüssel des Hundes namens Cesco. Ein paar Meter gegangen, blieb er plötzlich stehen und rümpfte die Nase zaghaft in die Richtung eines Gewächses, was wir sicher alle schon einmal gesehen haben. Doch für Cesco ergab sich eine völlig neue Situation: der Knallerbsenstrauch roch länger als gewöhnlich nach Blüte. Verblüfft über diese Festsstellung zückte Cesco ein Botanikbüchlein hervor, denn er ist Botaniker wie man sicher schon bemerkt hat, und schlug an der richtigen Stelle nach. Und er hatte Recht: der Knallerbsenstrauch hätte schon vor einem Monat nicht mehr blühen dürfen. Cesco wollte dies noch einmal bei einem nächsten Spaziergang kontrollieren und markierte die Stelle daher außerordentlich, so wie man es von Hunden eben kennt. Ein paar Blöcke weiter und etliche Notizen reicher, kehrte Cesco erleichtert und müde zurück in sein Domizil. Zufrieden legte er sich auf die Couch, um noch einmal seine Beobachtungen Revue passieren zu lassen. dabei schlief er mit einem Lächeln im Gesicht bis zum nächsten Tag ein.

Ein Mann und seine Geliebte

255905365_81165007fa_mMit einer Rose in der Hand steht ein Mann, so um die Mitte 30, beim Bäcker. Er kauft ein frisches Krustenbrot. Es sieht aus, als hätte es eine dicke Bäuerin in einem alten Ofen über Birkenholz gebacken. Er packt den noch warmen Brotlaib in eine durchsichtige Tüte und verschwindet. Ein paar Meter weiter kehrt der Mann freudestrahlend in ein Gourmetgeschäft ein. Ein paar Euos leichter und um wenige Edelkäsesorten reicher, setzt er seinen Weg fort. Die Reise des verheirateten Mannes führt in den 3. Stock eines Mehrfamilienhause mitten in der Stadt. Die junge Frau, die er besuchen möchte, kann sich den Wohnluxus nur leisten, weil sie in einem bestimmten Gewerbe arbeitet. Der Mann erreicht ihre Wohnungstür, er klingelt, aber es macht niemand auf. Nach 5 Minuten vergeblichen Versuchens gibt er auf und geht mit gebügter Haltung seinen eben noch so sonnigen Weg im Regen zurück.

Creative Commons Licensephoto credit: Gustty

Bis zur Frau

In unserem Haus auf der Insel Usedom war immer genügend Platz sich zu entfalten. Als kleines Mädchen liebte ich Barbies und Polly Pocket. Stundenlang beschäftigte ich mich mit den minimalistischen Plastikfiguren. Zu Weihnachten bekam ich einmal eine heiß ersehnte ‘Negerpuppe’(1) geschenkt, die dann zwei Wochen später auf meinem Kleiderschrank neben unzähligen anderen Plüschtieren verendete. Während meine Körpergröße die 120 m nicht überschritt, schlief ich in einem selbstgebauten Hochbett. Meine Geheimecke darunter war mein Paradies, und zwar nur meins! Die Spielzeugkiste und mein Schaumstoffreithahn Friedolin waren immer dabei. Später wurden hinter den grünen Vorhängen dann Doktorspiele veranstaltet, aber dazu an dieser Stelle nicht mehr. Desto älter ich wurde, desto mehr Aufkleber schmückten mein hochglanzlackiertes Bett. Zur Freude meines handwerklich begabten Vaters, auch Bettbauer genannt. Die Leiter war mittlereile überflüssig und überhaupt luscherte ich viel lieber durch das Schlüsselloch der Zimmertür meines Bruders. Der hat vielleicht komische Geräusche mit seiner Freundin veranstaltet, kann ich euch sagen! Nach unzähligen Prinzessinnenspielen und Mutter-Vater-Kind(2) kam meine christliche Phase. Ich ging mit 12 jeden Sonntag freiwillig in die Kirche und zwängte meiner Familie Tischgebete auf. Kurz danach ging ich dann zu den HipHoppern über. Wenn ich heute Fotos von damals sehe, dann denke ich, dass ich mehr männliche Hormone als Arnold Schwarzenegger in mir trug. Abgewechselt wurde diese Phase durch die TechnoTante. Schlaghosen aus komischem Glänzstoff und Buffallos mit den unmöglichsten Plateausohlen. Aber die Musik war gut zu der Zeit. Die Musik ist bis heute geblieben, aber mein Stil lässt sich heute nicht mehr definieren, da er von klassischer Biederfrau, über exotische HighHeelsLady bis hin zur sportlichen Sexbombe variiert. Aber ich bin immernoch ich. Und nackt sind wir eh alle gleich. :-)

  1. Das Wort soll nicht verachtend klingen. Ich habe die Puppe schon als Kind so genannt. (back)
  2. Ich habe dieses Spiel nie gemocht. (back)

Außenseiter

Manchmal frage ich mich, ob wir so geboren werden, wie wir jetzt sind. Ist etwas an dem ‘das ist meine Bestimmung’? Und wenn ja, ab wann beginnt die Bestimmung eines jeden Einzelnen von uns? Ein alter Mann kämpft unter seiner Brücke auf Leben und Tod gegen die Kälte, war das schon im Mutterleib vorherbestimmt? Barack Obama ist Präsidentschaftskanditat der Vereinigten Staaten von Amerika, war das immer seine Bestimmung?

Finally, the last one

Ich selbst war einmal Kind und kann mich noch sehr gut an die Dinge erinnern, die da abliefen.(1) Ich war eine sehr gute Schülerin, eigentlich immer die Klassenbeste. Nach der Schule traf ich mich gern mit ein paar Mädels um zu Spielen. Wir waren Prinzessinnen, Puppenmuttis und Lehrerinnen. Unser Haus war stets für alle Gäste offen, ebenso meine Familie. Ich erkannte frühzeitig, dass Menschen unterschiedlich sind. Darüber machte ich mir schon als kleines Mädchen viele Gedanken. Ich erinner mich noch gut an meinen 4. Geburtstag, wo ich so gar keinen verstanden habe. Dabei waren alle Geburtstagsgäste vertraute Menschen. Ich interessierte mich plötzlich für die Muster auf unserem Geschirr und fragte mich, wer das wohl gemalt hätte und wer sich soetwas Schönes ausdenkt. Als ich meine Gedanken frei äußerte, schauten mich alle merkwürdig an und die Bemerkung ‘du bist aber komisch’ ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Und ich kann euch versichern, dass das bei Weitem die einfachsten Gedanken in meinem Kopf waren/ sind! Da ich bis heute die selben Denkmuster aufweise, frage ich mich, ob etwas mit der Muttermilch die ich bekam nicht stimmte oder ob Gott mich so vorgesehen hat für diese Welt?

Heute weiß ich, dass diese Art zu mir gehört und mich ausmacht. Verstehen und akzeptieren tun sie nur die Menschen, die mich so annehmen, wie ich bin. Von der ‘allgemeinen Gesellschaft’ wird man ziemlich schnell aussortiert als ‘sonderbar’ oder ‘komisch’. Hier frage ich mich, wer überhaupt darüber entscheidet, was ‘Normal’ ist und was nicht. Und was macht einen ‘Außenseiter’ aus? Wenn ich mich dagegen entscheide mich in dem ‘Rad der Welt’ mitzudrehen, warum wird das nicht einfach angenommen? Lassen wir uns von Geld und Macht soweit manipulieren, dass nicht mehr der Mensch ansich zählt, sondern nur seine Fähigkeit zur Manipulationsbereitschaft honoriert wird?

Die Basis, die man zur Entstehung eines Menschen benötigt, ist Liebe. Wenn zwei Menschen in diesem Moment ein neues Lebenwesen zeugen, dann ist da nur Liebe und nichts als Liebe. Entlässt man diesen Menschen in die Welt, kann es passieren, dass die Liebe wie ein Tropfen Wasser im trockenen Erdboden versickert. Es entwickeln sich stattdessen Abwehrmechanismen, Zwänge und Ängste bahnen sich ihren Weg. Etwas zum Füllen der Lücke findet sich immer.

Meine Defizite kann ich seit knapp einem Jahr ausfindig machen und weiß sie auch zu kompensieren – mit Liebe! Wenn ich einmal keine Antworten auf meine Fragen finde, dann weiß ich, dass die Liebe immer da ist, in mir. Sich darauf zu besinnen, lässt mich zu meinem Weg zurück finden. Der Weg der Liebe!

Creative Commons License photo credit: footloosiety

  1. Wahrscheinlich, weil es bei mir noch nicht so lange her ist (back)