Tag Archives: Freiheit

Sein

Ich möchte sein, wie ich bin. Atmen, wie ich möchte und nicht atmen, wenn ich nicht will. Ich möchte sein gelassen werden, wenn ich es brauche und nicht sein gelassen werden, wenn es für mich besser wäre. Ich kann scheiße sein, das steht außer Frage. Aber das bin dann ich. Und es hat auch nur was mit mir zu tun. Vielleicht ist das was ich verlange zu viel verlangt. Ich kann aber so sein.

Träumelie

Ich möchte gerne morgens aufwachen und noch Sand zwischen den Zehen haben. Und wenn ich aus dem Bett krabbele, stehen entweder meine FlipFlops bereit oder es ist nicht zu kalt barfuß durchs Haus zu laufen. An den Wänden hängen kleine Gemälde durch die seidige Vorhänge weht der Wind.

In der Küche stehen die leeren Weinflaschen der vergangenen Abende und der Hund liegt breit auf den kalten Flurfliesen. Ich pflücke frische Orangen und Oliven und vielleicht auch einen Pfirsich. Es durftet nach frischen Tee oder Kaffee. Vor dem Haus spielen Kinder im staubigen Sand und so langsam beginnt der Tag. Auch wenn es bereits weit nach Mittag ist.

Ich ziehe mich zurück und arbeite an meinem Laptop. Dazu genieße ich einen frisch gebackenen Zitronenkuchen und irgendwann kommt mein Mann und gibt mir einen verschlafenen Guten-Morgen-Kuss auf die Stirn. Wir erledigen hier und da jeder seine Dinge und am Abend gehen wir gemeinsam zu Freunden. Ein Grill-Abend am Strand steht an.

Zu Weihnachten machen wir nix, außer den Schnee vom Dach unserer kleinen Hütte fegen, weil er droht die Ziegel arg zu beschädigen. Warm eingekuschelt genießen wir die Ruhe. Draußen. Drinnen. Überall. Zum Fest muss er arbeiten und ich hüte unsere Feuerstelle. Fertig, aber glücklich, sinken wir tief in den Schlaf.

 

Kraftvolles Leben

Damit wir geboren werden, werden unglaubliche Kräfte benötigt. Der Körper der Mutter und des Kindes leisten Unglaubliches in dieser Zeit. Während unseres gesamten Lebens müssen wir ebenfalls Kräfte aufwenden, um Dinge erledigt zu bekommen. Ob Taten vollbringen, Wunden heilen oder gar nichts Tun – alles benötigt immer eine Kraft.

Ein Teil unserer Kraft geht in die Umwelt ab. Dort wird sie an anderer Stelle aufgenommen und weiterverwendet. Einen anderen Teil unserer Kraft setzen wir ein, um selbst wieder Kraft in uns zu erzeugen. Dann erst sind wir wieder kraftvoll für neue Dinge.

When you part ...

Es ist erstaunlich, wie sehr wir durch die wenige Kraft beim Schlafen neue Kräfte erzeugen, die uns den ganzen Tag wie eine Batterie versorgen. Vorangetrieben von der Betankung erledigen wir unsere Aufgaben und stets müssen wir unsere Kräfte der Liste anpassen, die unser Leben ist.

Zu Kraft gehört Liebe. Darum ist Liebeskraft so unvorstellbar stark.

Creative Commons License photo credit: Sara Björk

Vogelfrei

Es war einmal ein Vogel. Er besaß ein Paar vollkommener Flügel und glänzende, bunte, wunderbare Federn und war dazu geschaffen, frei am Himmel zu fliegen, denen zur Freude, die ihn sahen.
Eines Tages sah eine Frau diesen Vogel und verliebte sich in ihn. Sie schaute mit vor Staunen offenem Mund seinem Flug zu, ihr Herz schlug schneller, ihre Augen leuchteten vor Aufregung. Er bat sie, ihn zu begleiten, und beide schwebten in vollkommener Harmonie am Himmel. Und sie bewunderte, verehrte, feierte den Vogel.
Aber dann dachte sie: Vielleicht möchte er ferne Gebirge kennenlernen! Und die Frau bekam Angst. Fürchtete, dass sie so etwas mit einem anderen Vogel nie wieder erleben könnte. Und sie wurde neidisch auf den Vogel, der aus eigener Kraft fliegen konnte.
Und sie fühlte sich allein.
Und dachte: ‘Ich werde dem Vogel eine Falle stellen. Wenn er zurückkommt, wird er nie wieder wegfliegen können.’
Der Vogel, der auch verliebt war, kam am nächsten Tag zurück, ging in die Falle und wurde in einen Käfig gesteckt.
Die Frau schaute täglich nach dem Vogel. Er war ihre ganze Leidenschaft, und sie zeigte ihn ihren Freundinnen, die meinten: ‘Du hast vielleicht ein Glück.’ Dennoch vollzog sich eine merkwürdige Veränderung: Seit sie den Vogel besaß und ihn nicht mehr zu erobern brauchte, begann sie das Interesse an ihm zu verlieren. Der Vogel, der nicht mehr fliegen konnte, was den Sinn seines Lebens ausmachte, wurde schwach, glanzlos, hässlich. Die Frau beachtete ihn nicht mehr, fütterte ihn nur noch und reinigte seinen Käfig.
Eines Tages starb der Vogel. Die Frau war tieftraurig und konnte ihn nicht vergessen. Aber sie erinnerte sich dabei nicht an den Käfig, nur an den Tag, an dem sie den Vogel zum ersten Mal gesehen hatte, wie er fröhlich zwischen den Wolken dahinflog.
Hätte sie genauer in sich hineingeschaut, so hätte sie bemerkt, dass dass, was sie am Vogel so sehr begehrte, seine Freiheit war, sein kräftiger Flügelschlag, nicht sein Körper.
Ohne den Vogel verlor auch für die Frau das Leben seinen Sinn, und der Tod klopfte an ihre Tür. – ‘Wozu bist du gekommen?’ fragte sie den Tod. – ‘Damit du wieder mit dem Vogel zusammen am Himmel fliegen kannst’, gab der Tod zur Antwort. ‘Wenn du ihn hättest fliegen und immer wiederkommen lassen, hättest du ihn geliebt und noch mehr bewundert; aber nun brauchst du mich, um ihn wiederzusehen.’

Aus dem Buch ‘Elf Minuten’ von Paulo Coelho. (Seite 228-229)

twin birds

Diese Stelle des Buches ist stets präsent in mir, aber leider mal mehr und mal weniger bewusst. Die bildhaften Worte beschreiben die Realität so zutreffend. Aber zu selten ist man sich über die Realität im Klaren.

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Letzte Gedanken 2008

Autumn trees in the mist

Der saftig, grüne Grashalm zwischen meinen beiden Daumen und den Handballen sieht so friedlich aus. Erst wenn ich einen Ton daraus hervor bringe, scheint die Welt um mich herum zum Leben zu erwecken. Manchmal treffen wir uns  zum Mittagessen. Ihn kennen alle und wenn er das kleine Restaurant betritt, ruft er halblaut ‘Mahlzeit’. Dabei fasst er mit einem gekonnten Griff an seine Arbeitsmütze und legt sie neben sich ab. Seit einem Jahr bedeutet mir die Farbe ‘weiß’ sehr viel. Die Reinheit und Klarheit verzaubert mich im Handumdrehen. Es ist, als wenn wir miteinander kommunizieren können. Ich freue mich immernoch sehr über den Schritt, Dinge losgelassen zu haben. Auch Menschen. Eine Last fiel von meinen Schultern und es war wie der Befreiungsruf eines unterdrückten Volkes. Jede Zelle in mir war plötzlich voller frischer und neuer Energie. Die wenigen unangenehmen Dinge sind längst weit weg gerückt. Ich überlege noch, wozu das gut ist oder eb es überhaupt gut ist … .

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Kausalitätsarbeit

Chair

Da habe ich sie nun, die Ursache und ihre Wirkung. Wie sagen ganz schlaue Leute immer: ‘Wer das Eine will, muss das Andere mögen.’ Seit Tagen bewege ich mich im Radius zwischen meinem Bett, dem Kühlschrank und dem Arbeitstisch. Ab und zu natürlich auch auf die Toilette. Aber das ist langsam auch kein Highlight mehr. Dabei scheint es ununterbrochen dunkel da draußen zu sein. Hängt wohl an der dauerhaft eingeschalteten Provisoriumslampe an der Decke. Warum macht Licht in der Wohnung die Außenwelt eigentlich dunkler? Genug schräge Gedanken geäußert. Ich widme mich dann mal wieder der Wirkung, deren Ursache ich immernoch toll finde. Bitte nicht heulen, weil es hier wegen der Selbstständigkeit momentan so ruhig hier ist.

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Gerhard Schöne

Es gibt Menschen, die haben sich tief in meinen Kopf gebrannt. Darunter zählt Gerhard Schöne. Während meiner Kindheit hatten wir alle Schallplatten seiner Kinderliedersammlung. Und ich habe sie immer bis tief in die Nacht verschlungen. Seine Texte klären spielerisch und durch seine bildhaften Umschreibungen einprägsam über das auf, was einem Kind im Erwachsenenleben bewusster werden wird. Darunter fallen z.B. Themen wie Krieg, Natur und Liebe. Genug geredet. Listen and repeat:

Track 1

Track 2

Track 3

Für mich wurden dank Gerhard Schöne Brücken geschaffen, die viele Kinder heute nicht kennen. Ich bin sehr dankbar für diese Lebensbereicherung, die ich auch als Erwachsener noch genieße. Und nun wünsche ich auch den DDR-Pessimisten viel Spaß beim Hören. :D

Die Geschichte von Troels

In Kopenhagen lernte ich in meinem Lieblingsclub einmal einen jungen Mann kennen. Groß gewachsen, wuschelige Surferfrisur und ansonsten auch ziemlich dänisch. Sein Name war Troels und er trank gerne ausreichend Bier, so dass er zur Halbzeit des Clubbesuches seinen Körper kaum noch aufrecht halten konnte.

Wir hatten einen gemeinsamen Freund. Jakob, der Barmann, ein sehr zurückhaltender Typ. Jedes Wochenende trafen wir drei uns an der Bar und lernten uns immer besser kennen. Dabei erfuhr ich mehr über das Leben von Troels. Er studiert in Kopenhagen und muss sich sein Leben weitestgehend alleine finanzieren. In einer der teuersten Städte der Welt keine leichte Aufgabe! Je später der Abend, je leerer die Gläser und je müder das Tanzbein, desto weniger schien es Troels gut zu gehen. Teilweise zusammengekrümmt, stützte er sich auf den Tresen. Dabei schien ein Barhocker sein Gewicht bei einer Körpergröße von fast 2 Metern nicht wirklich abzufangen. Immer wieder presste Troels mit schmerzverzogenem Gesicht die Hände auf den Bauch. Auf unser Nachfragen reagierte er mit gespielter Partylaune. Der Anblick tat allen Beteiligten weh und ich entschied mich selbst zu vergewissern, was mit seinem Bauch los sei.

Als es mir gelang sein T-Shirt ein paar Zentimeter hoch zu schieben, prangten zwei ca. 3 cm große Löcher auf der linken und der rechten Seite seines Bauches, etwa in Höhe des Bauchnabels. Die Pflaster klafften nach unten und ich konnte die Wunde eindeutig sehen. ‘Jeg er i orden’ quälte er aus seinem Mund. Doch es war nichts in Ordnung. Entlarvt erzählte uns Troels, dass er ein paar mal im Monat in einer Klinik Geld für das bekommt, was man ihm dort unter Vollnarkose antut. Was man dort genau mit ihm mache, wusste er nicht einmal. Mein Schockzustand war außerordentlich und mir läuft heute noch immer ein Schauer über den Rücken, dass Menschen soetwas für Geld mit sich machen lassen.

Ich habe noch einmal Kontakt mit Troels aufnehmen können. Er geht weiterhin in die Klinik, in der er ein Versuchskaninchen ist. Mit dem Geld finanziert er immernoch sein Leben. Die Narben wird er ewig tragen.

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Misstrauen

Klare Sonnenstrahlen blitzen portuberanzenähnlich durch den winzigen Schlitz der Schallosie™. Meine Augen mühen sich noch die Helligkeit zu akzeptieren. Doch langsam befreie ich mich aus meinem Kuschelgemach und starte in den Tag.

Mein Ausblick zeigt die Farbenpracht der ällmählich welkenden Blätter. Ich freue mich auf alles, was heute kommen wird. Vollgetankt mit Energie sauge ich die frische Luft in meine Lungen und pumpe den reinen Sauerstoff in jede einzelne Kapillare meines Körpers. Dabei sind meine Augen fest verschlossen und öffnen sich erst kurz danach für den Blick gen Himmel. Der Horizont ist grenzenlos.

Begegnungen werden wir immer haben. Mich erstaunt dabei immer wieder das Misstrauen, was Menschen gegenüber ihres Gleichen haben. Kein Wort, nur Blicke bestimmen dabei die Gedanken und das meist darauf folgende Urteil. Und damit bescheißen sie sich alle selbst: die Angst davor enttäuscht zu werden, dominiert alles Handeln. Warum hat man vor etwas Angst, was noch nicht eingetreten ist? Fühlt sich Misstrauen so gut an, dass man es mit sich herum tragen muss?

basic_ipWenn wir in die Natur gehen, dann schenkt sie uns ihre Schönheit. Dann ist da kein Misstrauen, dass wir sie eventuell zerstören. Da ist nur reine Liebe, die uns geschenkt wird. Die Natur misstraut auch nicht ihres Gleichen. Sie lebt in ihrem natürlichen Einklang mit sich und ihrer Umwelt. Sie lügt sich nicht an, spricht aber klare Worte, die jeder versteht.

Nur wir Menschen misstrauen, lügen und zerstören damit vieles, wenn nicht sogar alles. Ich hoffe mir noch lange meine Offenheit gegenüber der Natur, aber auch den Menschen, erhalten zu können, denn das ist ein schönes Gefühl, was ich ungern in meinem Herzen vergraben möchte.

Creative Commons License photo credit: MacAoda8

Vorangang

Alles, was wir machen, ist mit Energie verbunden. Ob wir atmen und dabei unsere Lungen betätigen, wenn wir Leben zeugen und es dann in die Welt entlassen oder ob wir ein bestimmtes Ziel erreichen wollen und dabei manchmal über uns selbst hinauswachsen. Manchmal schwitzen wir dabei und der Kopf raucht bis zum Abwinken. Mal liegen dicke Felsbrocken zwischen dem Weg vom Tal zum Gipfel und mal kommen wir schwebend voran. Wichtig ist doch nur, dass wir bei allem, was wir machen, glücklich und wir selbst sind. :-)

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Helfende Hände

Jeder Ort ist anders. Und jedes mal stellt man sich auf die neuen Gegebenheiten ein. Ob es der Weg zu den öffentlichen Verkehrsmitteln ist oder die Einkaufsmöglichkeiten um die Ecke. Alles wird neu entdeckt. Mein Organisationstalent in allen Ehren. Aber alles kann ich nicht allein schaffen. Um so mehr, nahm ich heute die helfenden Hände meiner Mama entgegen. Sie ist mittlerweile auch ein paar mal umgezogen, ebenso wie ihr Lebensgefährte. Aus früheren Behausungen haben sich viele kleine Dinge angesammelt, die sie beide gern weitergeben möchte. Es fühlte sich an, wie das Beschreiten einer riesigen Schatzkammer. Ich flog wie eine Feder durch die Gänge und pickte willkürlich mit dem Finger Gegenstände heraus. Der vertraute Geruch und die Wiedererkennung einzelner Stücke erweckte ein wohliges Gefühl in mir. Kennt ihr das? Wenn man etwas ganz lange nicht vor Augen hatte, dann ist das wie ein Neukauf. Irgendwie fühlt es sich warm und befriedigend an. Und dabei ist es gar nicht neu. So ist das auch manchmal mit Kleidungsstücken. Nun habe ich mir einen Sprinter mit 3,20 m Ladefläche reservieren lassen. Und es muss alles mit! Ohne Widerrede! Mein Papa sagt: ‘Wenn ich packe, dann bekommst du auch noch meine komplette Hauseinrichtung mit!’ Ok, ich vertraue da ganz auf die väterlichen Packfähigkeiten. ;-)

Nun hocke ich mit meiner Mama im Wohnzimmer mit einem Glas Wein, oder auch zwei, oder drei. Wir schauen uns wie zwei Girlies den neuen IKEA Katalog an und machen Eselsohren in unzählige Seiten. Überall um uns herum liegen leere Pistazienschalen. Trotz mangelndem, räumlichen Vorstellungsvermögen meiner weiblichen Person sehe ich mit den neuen Gegenständen schon genau die Wohnung bestückt vor mir. Mittwoch, der 1. Oktober, wird ein harter Tag, aber ich pflege da ganz die optimistische Haltung Obamas: ‘Yes we can’. :-)

Vertrautes Gesicht

Auf einer Wiese, zwischen all dem Gras, schauten mich ein paar vertraue Blätter an. Ich ging vorbei. Auch an den nächsten ging ich vorüber. Doch dann blieb ich stehen, bückte mich und zupfte ein kleines, frisches Blatt aus der Erde. Als ich es in den Händen hielt, fiel ich aus allen Wolken. Es waren Eikalikalokis™. Das war das Wort, was ich als Kind immer zur Verblüffung aller benutzte, um Sauerampfer zu benennen.

CheshireWir saßen als Kinder immer auf einer Wiese bei einer Nachbarin, die ihr Eigentum nur als Sommerresidenz nutzte. Unser Haus war etwas abseits von der Straße gelegen und wir Kinder und Nachbarskinder nutzen das Grundstück der Nachbarin immer, um etwas näher am Geschehen unseres kleinen Ortes zu sein (und sicherlich auch, um von den Eltern etwas abseits zu rücken). Dort saßen wir nun dicht zusammen auf der grünen Wiese und erzählten uns Geschichten. Dabei ernteten wir wie große Bauern in unserem Radius die Blätter der Sauerampferplanze. Niemand erzählte uns, dass die kleinen Blätter, den wohlhabensten Geschmack haben. Dennoch wussten wir es und jeder suchte so viel er eben essen konnte für sich. Unzählige Tage kehrten wir mit Bauchschmerzen nach Hause zurück, trotzdem haben die sauer schmeckenden Blättchen einen derart eigensinnigen Geschmack hinterlassen, dass ich ihn zwischen den Jahren meiner Kindheit und heute oft auf der Zunge hatte.

Als ich das kleine Blatt vorsichtig in meinem Mund zerkaute, belebte es in mir all die Bilder, die ich mit einem Schleier verdeckt, aber nicht vergessen hatte. Mit der Sonne im Rücken kam mir nur ein einziger Gedanke auf: danke für all die schönen Momente.

Creative Commons License photo credit: Paul Francis Harrison

Above the clouds

Happy sunday and a fabulous start into the week.

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Lots of LOVE to all of you.

Für Zwischendurch

Bei Hier und Jetzt habe ich vor kurzem einen Link entdeckt – bomomo. Ich habe ja schon mehrfach erwähnt, dass ich nicht besonders malerisch begabt bin, aber damit kann jeder was zustande bringen. Ein kleiner Vorgeschmack meiner Kreativität:

Wenn ihr einfach mal Frust rauslassen wollt oder ein paar Minuten die Finger entspannen wollt, dafür eignet sich dieser Link. Den Selbsttest erfolgreich überstanden. :-)

Planet Earth

For everyone out there: I wish you a nice week from deep inside my heart. Do not forget the wonderful planet we are allowed to life on.

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A lot of LOVE to all of you.

Ein Umzug der ist lustig

Am Wochenende konnte ich trotz Umzug auch ein wenig die Sonne genießen. Die 800 km von Usedom nach Kopenhagen verkürzten wir über den Seeweg mit einer Fähre. Ich habe alles für die Nachwelt festgehalten und mit dem Windows Movie Maker noch gestern Nacht zusammengebastelt (man beachte stellenweise die Harmonie von Film und Musik). Hier also mein vergangenes Wochenende:

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Mein herzlichster Dank an dieser Stelle noch einmal an HerrnLehmann für seine starken Arme und die schönen Momente. Bruder, har de bra. :D

Menschliche Stadtbilder

Just im Moment des Aufbruches in die Innenstadt fängt es an zu regnen. Der Himmel ist in ein einheitliches Grau getüncht und verschleiert die Farben des eigentlichen Sommers. Die Luft ist kalt und fast möchte man zurück ins Bettchen kriechen und den Tag von dort aus beobachten. Ich überlege kurz den Winterpullover, der sich in meinem Koffer verirrt hat, rauszuholen. Entschließe mich dann aber dem Wetter meine Resistenz zu zeigen. Mutig kämpfe ich mich bis zur Bushaltestelle. Dabei meinen es die Bäume besonders schlecht gut mit mir und lassen ihre dicksten Tropfen auf meinen Körper tropfen.

Der Bus ist bestückt mit Gestalten, die das Wetter ertragen. Ein Mann hält einen Sack Kartoffeln fest, als würde dieser jeden Moment von allein losrennen. Etwas weiter vorne sitzt eine Frau, deren Mund eine auffällige Größe aufweist. Beim Lachen bemerkt man ihre Scham über die fehlenden Zähne. Ihr Sohn ist ein ein süßer Fratz im Kindergartenalter. An der Haltestelle steigt eine weitere Frau ein. Ihre gesundheitlichen Problem durchdringen beim Gespräch mit dem ‘Kartoffelmann’ den ganzen Bus. Ihre Alkoholfahne ebenfalls. Sie muss zur Bank, bekundet sie offen. Mit einer Plastiktüte und einer Adidassporthose bewegt sie sich zu den hinteren Sitzen.

Am Hauptbahnhof entdeckt man keine großen Spuren der Loveparade des vergangenen Wochenendes. Ein einzelner dünner dürrer Jugendlicher bewegt sich wie nicht von dieser Welt durch die Bahnhofshallen. Ich brauche Zigaretten und steuere auf das Tabakgeschäft zu. Die Frau hinter dem Tresen hat stimmlich eine gewaltige Ähnlichkeit mit Anke Engelke, alias Ricky’s Popsofa. “Ich bin neu hier, ich kann noch nicht alles” speite sie den Kunden mit krächtzender Stimme entgegen. Dabei wirkte sie unsicher.

Im Frisörladen im 2. Stock angekommen schaue ich auf einen nassen Platz draußen. Meine Beine wippen im Takt der Housemusik. Gleichzeitig huscht ein Rollstuhlfahrer mit einem Bein, sein Schwungbein, durch den Regen über den Platz. Sein eines Bein bewegt sich wie meines genau im Takt. Fast könnte man meinen, er hört die Musik.

street

Es regnet immernoch. Ich suche Schutz beim Laufen unter den Vordächern der Läden, um so halbwegs trocken zurück zum Bahnhof zu gelangen. Meinen Weg versperren mir Menschen, die trotz Schirm die selbe Idee haben. Why the funk? Eine lebensgefährliche Angelegenheit, wenn man als Schirmherr Schirmträger nicht geradeaus schauen kann will. Hauptsache die Haare liegen, liebe Schirminhaber!

Die letzte Begegnung des Tages ist ein unglaublich dicker Mann. Er stützt sich kränklich auf zwei Krücken. Viel Bewegung ist nicht im Spiel. Im Bus dann noch eine Mama mit ihrem kleinen Mädchen, die unglaublich neugierig und frei in der Weltgeschichte umherguckt.

Ich lasse das Wettergrau draußen und mache es mir am PC gemütlich. Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein. Hier bin ich Ich.

photo credit: JaeYong, BAE

Farbe meiner Aura

Was ist überhaupt die Aura? Eine kurze Erklärung:

In verschiedenen esoterischen Lehren bezeichnet man mit Energiekörper oder Aura eines Menschen eine Ausstrahlung (Fluidum), die für psychisch oder anderweitig entsprechend empfindsame Menschen als Farbspektrum, das den Körper wolken- oder lichtkranzartig umgibt, wahrnehmbar sein soll.

Soeben habe ich einen Webtest entdeckt, der meine Aurafarbe mittels sechs Seiten Fragen gemessen hat. Mein Ergebnis:

Die Farbe Ihrer Aura ist Gold!

Sie hätten sich keine bessere Farbe wünschen können, denn Ihre glänzende, goldene Aura ist einfach wunderbar perfekt. Durch die lebendige Mischung aus gelb und orange sind Menschen mit goldener Aura glücklich, verspielt, energiegeladen, sensibel und großzügig. Außerdem sind sie sehr spirituell veranlagt – der goldene Heiligenschein über den Köpfen von Figuren alter Gemälde sind nicht zufällig in dieser Farbe. In der beinahe kindlichen Art und Weise, mit der Sie Ihr Leben so sorglos und voller Freude führen, sind Sie sehr beliebt und haben einen sehr großen Freundeskreis. Es besteht jedoch die Möglichkeit dass Sie so voller Energie stecken, dass es Ihnen schwer fällt, einfach ruhig zu sitzen und zu entspannen. Sie sind risikobereit und sehr spontan, wenn es darum geht sich in das nächste Abenteuer zu stürzen. Ihr Lächeln und Ihre fröhliche Art sind wahres Gold wert.

Wir benötigen kein Medium, um feststellen zu können, dass Ihre Aurafarbe golden ist.

Also, perfekt bin ich schon mal nicht. Glücklich, verspielt, energiegeladen, sensibel und großzügig – dem habe ich nichts entgegen zu setzen. Meine Spiritualität wächst, aber mit einem wirklich Spirituellen kann ich mich nicht gleich setzen. Die Nachwehen der Pubertät erwecken oft das Kind in mir. Das heißt aber nicht, dass ich sorglos wie ein Kind bin. Im Gegenteil, ich mache mir oft zu viele Gedanken über bestimmte Dinge. Und ich habe eher einen großen Bekanntenkreis. Freunde sind rar, aber es sind wirkliche Freunde. ADS habe ich nicht, aber ich bin generell sehr lebendig. Und lachen tue ich viel und gern.

Aus meinem näheren Umfeld wurde mir meine Aura jedoch als GELB wahrgenommen. Ich habe einmal nachgeschaut, was das wieder zu bedeuten hat:

GELB

Negative Eigenschaften: Es kann druch die starke Stimulation von äußeren Reizen zu einer Oberflächlichkeit, Ziellosigkeit und Zerstreuung kommen, die sich im Äußeren dann meist durch leere Betriebsamkeit und Unentschiedenheit dokumentiert. Alles wird kurz angerissen, aber man geht niemals den Dingen auf den Grund und versucht sich wirklich damit auseinanderzzusetzen, da bereits der nächste Reiz ruft.

Gelb repräsentiert erworbenes und gelerntes Wissen und den Intellekt. Funktionen und Ausübungen des Intellekts zeigen sich in gelben Farben in der Aura. Desweiteren besteht oft ein starkes Bedürfnis nach Kommunikation, Kontakt und Bewebung. Informationen werden leicht und mühelos aufgenommen. Die Aufmerksamkeit ist stark und kann durch vielerlei Reize stark stimuliert werden. Gelb ist eine Farbe, die zudem Leichtigkeit und Lebenslust, Offenheit und Freude symbolisiert.

Ok, leicht nehme ich nicht immer alles. Eben weil ich oft viele Reize aufnehme. Oberflächlich werde ich dadurch, aber ich verliere mein Ziel nicht. Natürlich schiebt man es hier und da mal in den Hintergrund, aber spätestens, wenn ich merke, dass etwas falsch läuft, dann gehe ich sofort wieder auf meinen Weg. Durch die vielen Reize bin ich oft unentschlossen, aber dennoch versuche ich die Dinge ganz genau zu erforschen. Sprich: ich setze mich sehr intensiv mit Dingen auseinander.

Also, wer auch einmal die Farbe seiner Aura berechnen lassen möchte, der kann das bei Tickle kostenlos machen. Natürlich alles ohne Haftung. :-)

Quellen: Wikipedia, flickr

Helen Keller – eine bemerkenswerte Schriftstellerin

Helen Adams Keller (* 27. Juni 1880 in Tuscumbia, Alabama; † 1. Juni 1968 in Easton, Connecticut) war eine taubblinde US-amerikanische Schriftstellerin. [...] Helen Keller wurde als gesundes Kind geboren, verlor aber durch schweres Fieber im Alter von 19 Monaten ihr Seh- und Hörvermögen (sog. Defektheilung). Bald darauf hörte sie auch auf, lautsprachliche Äußerungen zu tätigen. Sie entwickelte Handzeichen, um mit ihrer Umgebung zu kommunizieren, doch konnte sie sich oft nicht verständlich machen. Ihre Frustration darüber führte zu immer heftigeren Wutausbrüchen.

Die junge Helen besuchte das Perkins-Institut, eher ein Waisenhaus, wo sie ihre Sprachlehrerin Anne Sullivan Macy kennenlernte. Den festen Willen die Sprache zu erlernen übernahm sie von ihrem Vorbild Ragnhild Kaata, einer taubblinde Norwegerin. Und mit der Hilfe verschiedener Menschen gelang es Helen zunehmend mit ihrer Umwelt zu kommunizieren.

Helen Keller besuchte die Universität Radcliffe College, lernte mehrere Fremdsprachen, darunter Französisch und Deutsch, und machte am 28. Juni 1904 ihren Bachelor-of-Arts-Abschluss cum laude. Später erhielt sie Ehren-Doktorwürden unter anderem von der Harvard-Universität.

Sie setzte sich außerdem für Frauenrechte und für die schwarze Bevölkerung von Amerika ein. Am erstaunlichsten sind jedoch ihre Bücher, die sie im Laufe der Jahre schrieb. Eine Auswahl findet sich auf Amazon. Ihre Courage und ihre Charakterstärke geben noch heute Menschen Lebensmut, wie z.B. der blinden Jazzsängerin Diane Schuur, die öffentlich über diesen Lebensmut und Helen Keller berichtet. Nachzulesen HIER.

Helen Keller hat die Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen verändert und den Dingen eine neue Sichtweisen gegeben. Daher wählte sie die Time zu einer der 100 wichtigsten Personen dieses Jahrhunderts.

Die Stärke zum Leben einer Frau, die seit ihrem zweiten Lebensjahr taubblind ist, ist unglaublicher Natur. Die folgende Zitatsauswahl soll dies verdeutlichen:

Porträt von Helen Keller, 1905

  • “Character cannot be developed in ease and quiet. Only through experiences of trial and suffering can the soul be stre ngthened, vision cleared, ambition inspired and success achieved.”
  • “Never bend your head. Always hold it high. Look the world straight in the eye.”
  • “We can do anything we want to do if we stick to it long enough.”
  • “When one door of happiness closes, another opens; but often we look so long at the closed door that we do not see the one which has been opened for us.”

Eine unglaubliche Frau meiner Meinung nach, deren Energie, Kraft und Stärke mich beeindruckten. Danke dafür, Helen. Crying 3

Quelle: Wikipedia, Time

Reine Information über mich

Seitdem ich meinen Weg gehe und immer mehr zu mir selbst finde, verändere ich mich natürlich auch. Mein Umfeld hat sich nur wenig verändert.(1) Von manchen ‘Freunden’ habe ich mich ganz entsagt, da ich immer mehr gemerkt habe, dass mir diese Oberflächlichkeiten nicht gut tun. Und auch Verhaltensweisen wie: ‘aber du musst doch’ und ‘so geht das nicht’ werd ich zukünftig nicht mehr auf die Lauscher bekommen, da es solche ‘Freunde’ in meinem Kreis nicht mehr gibt.

Jedenfalls möchte ich allen mal klar und unmissverständlich sagen, dass ICH ICH bin – Gitte Lehmann. Zu meinem Wortjargon gehört das Wort ‘Scheißdreck’ genau so wie ‘Kacken’.(2) Und ich teile diese Bedürfnisse auch frei heraus mit. Egal wo ich bin und mit wem.(3) Ich bin grundsätzlich offen, nur gegen Respektlosigkeit habe ich etwas. Wenn etwas unter die Gürtellinie geht, dann ist mit mir nicht mehr ‘gut Kirschen essen’. Auf Diskussionen unterster Schublade reagiere ich gar nicht erst.

Wer mich nicht so annimmt, wie ich bin, der soll von mir aus nach Hause zu Mutti gehen und ihr in den Rock heulen.(4) Denn ich werde einen Scheißdreck tun und mich anpassen und mich dadurch verstellen. Das habe ich sehr lange gemacht, um anderen zu gefallen und es allen recht zu machen. Nein Leute, das funktioniert nicht mehr. So konntet ihr mit mir früher umgehen, heute bin ich persönlich gereift und gewachsen. Und dazu gehört, dass ich Grenzen setze. Und da wären wir wieder bei Respekt und Respektlosigkeit. Denn wer meine Grenzen ignoriert, der respektiert auch mich nicht.

Ich bin nicht perfekt und trotzdem ein Mensch wie jeder andere auch. Ich liebe meine Freiheit und das Leben. Ich danke dem lieben Gott für die Menschen, die mich so lieben wie ich bin und auch für alle Erfahrungen, die ich hier auf diesem wunderschönen Planeten machen darf. Und ganz besonders für die Liebe…

Thank You 4

  1. Ausnahme Miss Diana. Hallo, ich grüße dich. Du bist jetzt im Interent. :-) (back)
  2. Ja das tun Frauen, entgegengesetzt mancher männlicher Vorstellungen. (back)
  3. Sicherlich weiß ich mich anders zu verhalten im entsprechenden Umfeld. Dank meiner guten Erziehung! (back)
  4. Oder seinen Polokragen hochklappen! (back)