Steve Jobs hört auf sein Herz

“Du kannst die Punkte nicht verbinden, wenn Du nach vorne blickst. Du kannst die Punkte nur verbinden, wenn Du zurück blickst. So musst Du daran glauben, dass sich die Punkte irgendwie in der Zukunft verbinden werden.

Du musst an etwas glauben – Deinen Bauch, Schicksal, Leben, Karma oder was auch immer. Denn daran zu glauben, dass am Ende sich die Punkte verbinden werden, gibt Dir die Zuversicht, Deinem Herzen zu folgen. Auch wenn es Dich vom wohl ausgetretenen Pfad wegführt – und das macht den ganzen Unterschied.

Auch wenn es meiner Ansicht nach für einen Millionär wie Steve Jobs heute sehr einfach ist so etwas zu sagen, halte ich diesen Auszug aus seiner Rede an die Absolventen der Stanford Universität 2005 für sehr wahr und sehr wichtig.

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Himmel über mir

Ich schaue aus dem Fenster. Meine Augen gleiten dabei zwischen den Abdrücken der Regentropfen und dem was hinter meinen schmutzigen Fenstern liegt hin und her. Oft frage ich mich, ob sich so Erblinden anfühlt. Wie sieht man eigentlich die Dinge, wenn man von Geburt an nichts sieht?

Die richtig dicken Regentropfen bahnen sich immer einen mächtig breiten Weg über die Scheibe bis runter auf den Boden. Entweder haben die Kleinen keine Chance der Walze aus Wasser auszuweichen oder sie retten sich noch schnell genug in die Arme eines Weggefährten. Ich könnte das Spiel den ganzen Tag lang beobachten.

Die Sonne steckt ihre Nase nach einer langen Lichtdurststrecke mal wieder hinaus. Die ersten Rundflieger breiten ihre Flügel aus und ich sehne mich nach zu heißen Tagen auf grünen Wiesen und dem ständigen Brummen der Flieger über mir. Ein Gänseblümchen schmückt dabei mein Gesicht und ich schließe die Augen für ein noch intensiveres Gefühl.

Wir Menschen fliegen ja nicht. Und ehrlich gesagt trage ich den Wunsch fliegen zu können nicht vorausgesetzt in mir. Ein Vogel ist zum Fliegen da. Ein Mensch nicht. Aber Kerosin ist zum Fliegen da und Kerosin ist für uns Menschen. Also sollen wir Menschen doch fliegen?

Ich lehne mich mit der Unmöglichkeit zu fliegen zurück und lasse mich bis zum nächsten Regenguss in die Strahlen der Sonne fallen.

 

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Nur noch einmal

In einem Haus am Rande einer Stadt lebte ein Mann. Er arbeitete jahrelang in einer kleinen Autofarbik nicht unweit seiner Wohnung. Eines Tages erblindete er sehr plötzlich durch eine Erkrankung. Er verlor sein komplettes Augenlicht. Über die Zeit kam er aber sehr gut zurecht und konnte sich seinen Alltag arrangieren.

Als das Weihnachtsfest vor der Tür stand, erledigte der Mann seine Einkäufe. Er hatte sich frischen Rotkohl gegönnt, dazu eine Gänsekeule und einen schönen Barolo. Bepackt mit den Tüten und einem Rucksack stieg er die Treppen im Hausflur hinauf, als ihm plötzlich eine bekannte Stimme begegnete. “Frohe Weihnachten, lieber Nachbar”, hauchte eine gleichaltrige Stimme ihm entgegen. “Das wünsche ich Ihnen auch, Frau Nachbarin”, gab der Mann freudig zurück. “Wie verbringen Sie denn die Feiertage”, wollte er neugierig wissen. “Ach, wissen Sie, seit meinem Arbeitsunfall bekomme ich nur selten Besuch und meine Kinder haben mittlerweile ihre eigene Familie.” “Das tut mir leid”, gab der Mann traurig kund. “Ich komme zurecht, sehr gut sogar”, erwiderte die Frau entschlossen. “Ich habe Jahre lang in einer Fabrik für Pyrotechnik gearbeitet, bis ich eines Tages einen Arbeitsunfall hatte und mir mein linker Arm und meine rechte Hand amputiert werden mussten. Seitdem weiß ich, was Leben bedeutet, denn ich bin nur knapp dem Tod entgangen. Und wenn man solch ein Schicksal hat, dann sehnt man sich im Grunde nur nach einem.” “Ich weiß genau, was sie meinen”, zögerte der Mann keine Sekunde. “Ich verlor mein Augenlicht vor Jahren und sehne mich seitdem nur noch einmal danach den Sonnenaufgang zu sehen.” Die Frau nickte zustimmend. “Und ich möchte nur noch einmal berühren – den warmen Strandsand am Meer, den klebrigen Honig und vielleicht noch das Fell eines Hundes.”

Beide Nachbarn unterhielten sich noch lange auf der Treppe im Hausflur. Ihr gemeinsamer Wunsch nur noch einmal etwas tun zu können, was sie bis zu einem bestimmten Tag ganz selbstverständlich taten, war so groß, dass sie gemeinsam nach einer Lösung suchten. “Ich kenne einen Professor in Amerika. Er kann uns vielleicht helfen”, sprach der Mann euphorisch aus. “Dann lassen Sie uns das tun.” Ohne zu zögern waren beide fest entschlossen, ihren Plan sofort umzusetzen und taten dies auch.

Nach einigen Wochen kamen sie zurück aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Der Mann war nun in der Lage zu sehen und die Frau konnte ihre beiden neuen Hände schon gut bewegen. Als bald machten sich die Beiden auf den Weg zum Meer. Die Frau rannte freudig mit bloßen Füßen durch den feinen Sand und kniete dankend zu Boden. “Ich hätte dieses Gefühl vom feinen Sand, der durch meine Finger rieselt, nie vergessen. Aber jetzt ist es noch schöner und intensiver”, freute sich die Frau. Der Mann setze sich neben sie und wartete gespannt auf die ersten Sonnenstrahlen, die langsam hinter dem Horizont hervor kamen. “So wunder, wunderschön”, flüsterte er leise, während ihm eine Träne über die Wange kullerte.

Beide konnten das Gefühl, was sie noch einmal erleben wollten, sehr lange genießen. Sie waren froh über ihre Entscheidung, noch einmal alles für ihren Traum getan zu haben. Manchmal lohnt es sich eben, nicht gleich aufzugeben!

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Hallo Monster

In meinem Zimmer unter dem Bett befindet sich ein Monster. Immer wenn ich aufstehen will, kommt es mit seinen riesigen Pranken unter dem Lattenrost hervor und jagt mir üble Angst ein. Also beschließe ich liegen zu bleiben, denn dann kann mir das Monster nichts anhaben.

Doch irgendwann ist der Drang aufzustehen zu groß und ich steige langsam aus dem Bett, um das Monster nicht zu wecken. Doch es hört mich, springt unter meinem Bett hervor und erschreckt mich auf’s Übelste. Was tun? Meinen Weg gehen und mich nicht von dem Monster beeinflussen lassen? Oder lieber wieder zurück ins Bettchen kriechen, um keinen Kampf mit dem Monster zu führen?

Je mehr ich in meinem Bett darüber nachdenke, desto entschlossener werde ich dem Monster zu sagen, dass ich meinen Weg einfach gehen werde. Also nehme ich all meinen Mut zusammen, steige aus dem Bett, stehe dem Monster gegenüber und bemerke, dass es mir außer Drohgebärden nichts tun kann.

Jetzt danke ich dem Monster für seine warnenden Angstmacher und kann entspannt an ihm vorbei gehen, ohne mich oder meinen Weg weiter davon beeinflussen zu lassen.

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Auf der Suche

In den unendlichen Weiten deines Ichs wirst du immer wieder Raum finden, den du nicht zu füllen weißt. Die Leere dort drinnen wird dir komisch vorkommen, aber mit der Zeit wirst du sie akzeptieren. Deine Fragen werden Antworten mit sich bringen und du wirst dich vollkommener fühlen.

Unendlich viel Schwarz kannst du nicht durch einen Tropfen Weiß auffüllen. Du wirst es versuchen. Immer und immer wieder. Und vielleicht gelingt es dir ja das Dunkel ein wenig zu erhellen. Nur ein kleines bisschen. Ganz wenig.

Man ist immer allein, wenn es um einen selbst geht. Wo einst Menschen um dich waren, stehen verstumme Körper um dich. Sie werden dir nicht zuhören. Du musst dir selbst zuhören. Auf der Suche nach Ohren und Augen wirst du bei dir selbst ankommen. Auf den Rest kannst du dann gut und gerne verzichten.

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Das Ende vom Kreis

Gib nicht auf
Du bist gleich da
Und dann vergisst du das was vorher war
Du bist gleich da
Du bist gleich da
Am Ort wo vor dir keiner war

Halte durch
Du bist ganz nah
Und dann vergisst du das was vorher war

Und nichts hält dich auf
Nichts bringt dich zum Steh’n
Denn du bist hier, um bis ans Ende zu geh’n
Kein Weg ist zu lang
Kein Weg ist zu weit

Denn du glaubst an jeden Schritt
Weil du weißt
Irgendwann schließt sich der Kreis
Irgendwann schließt sich der Kreis

Halte durch
Bleib jetzt nicht steh’n
Das Ziel ist dort im Nebel schon zu seh’n
Kannst du es seh’n?
Kannst du es seh’n?

Das Ende ist kaum noch zu verfehl’n
Denn nichts hält uns auf
Nichts bringt uns zum steh’n
Denn wir sind hier, um bis ans Ende zu geh’n
Kein Weg ist zu lang
Kein Weg ist zu weit
Denn ich glaub an jeden Schritt
Weil ich weiß
Irgendwann schließt sich der Kreis
Irgendwann schließt sich der Kreis

Gibt nicht auf
Du bist gleich da
Am Ort wo vor dir keiner war

by Silbermond
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YES, I can!

Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche bei 1,2 g Gewicht. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen. Die Hummel weiß das nicht. Sie fliegt trotzdem.

Sagst du jetzt immer noch, ich kann etwas nicht?

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Trott

Die Liste an Aufgaben scheint endlos zu sein. Ist eine abgearbeitet, rückt die nächste nahtlos nach. Wie sehr sehnt man sich eine Pause herbei! Schlafen ist Luxus. Und der ganze Rest schmeckt nach Müdigkeit.

Vor dem Kühlschrank stehend, strahlen die Farben durch das gelbliche Innenlicht. Ein sattes Grün und ein Bananengelb. Aber schmecken tut alles nach fader Schuhsohle. Und es rutscht auch ähnlich Richtung Magen. Nicht, dass wir uns beschweren sollten, aber manchmal tut ein bisschen Umherheulen gut.

For beautiful eyes, look for the good in others; for beautiful lips, speak only words of kindness; and for poise, walk with the knowledge that you are never alone.

Audrey Hepburn

Und dann reißen wir uns zusammen. Für wen nochmal? Das Rad rollt und wird immer Rollen, wenn man es pflegt. Der Rubel rollt weniger, aber auch das bringt uns nicht um. Das Wort Trott ist dämlich, aber ja, es ist Trott. Das ist die Antwort auf die Frage. Nicht auf Alles und auch nicht für jeden.

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Die Sache mit der Entscheidung

Lieber das kleine Schwarze oder das lange Rote? So stehen wir täglich vor dem Kleiderschrank des Lebens. Mit unserem Augenaufschlag öffnen wir jeden Tag die mächtigen Türen zum Leben. Und dann schwingen wir uns in die Rutsche der Entscheidungen. Ob es die Menge der Zahnpasta auf den Borsten ist oder wann wir jemandem ein Lachen schenken.

Manchmal gelangen wir an einen Punkt, wo die Sache mit den Entscheidungen viel von einem abverlangt. Lebensverändernde Entscheidungen. Sie sind so schwer wie eine Tonne Blei, das Resultat aber leicht wie eine Feder.

Wer zu lange zögert, bevor er einen Schritt macht, verbringt vielleicht sein ganzes Leben auf einem Bein.

Anthony de Mello

Manchmal stehe ich gefühlt endlos lange auf einem Bein und merke es erst, wenn ich kurz vorm Umkippen bin. Mittlerweile ist mein eines Bein so sehr angegriffen von der einseitigen Belastung, dass ich vor Schmerzen schneller zu einer Entscheidung komme. Merke: es muss also nicht erst weh tun, bevor man zu einer Entscheidung kommt. Vielleicht gelingt mir das zukünftig noch besser.

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Schneckenhaus

Wie einfach ein Schneckenhaus zu zerstören ist. Dabei dient es doch eigentlich zum Schutz vor Verletzungen. Ist es einmal zerstört, ist der Inhalt schutzlos ausgeliefert und dem sicheren Tod geweiht. Eine Schnecke kann sich kein neues Haus suchen oder zu jemandem in ein anderes Haus ziehen. All die kostbare Mühe es aufzubauen und wachsen zu lassen, in einem Moment genommen. Ich weiß nicht, ob eine Schnecke dann weint oder wütend ist. Ich weiß auch nicht, ob sie Trost oder Hilfe bekommt. Und ich weiß auch nicht, was die Schnecke ihren Kindern erzählt.

Wenn ich einer Schnecke in die Augen schauen müsste, kurz nachdem ich ihr Haus zerstört habe, würde ich wütend, weinend und ohne Worte vor mir selbst stehen und um Verzeihung bitten. Ich bin aber nicht du! Und ich glaube, das ist auch gut so. Mir hat die Schnecke bereits verziehen.

Wie ähnlich der Mensch einer Schnecke in vielerlei Hinsicht ist. Und wie unterschiedlich wir Schnecken doch sind.

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