Tag Archives: Geräusch

Daily Day

Ein langer Tag neigt sich stündlich dem Ende zu. Auf den Ohren liegt Al Stewart mit ‘The Year of the Cat’. Die Gedanken kreisen um einen schon etwas länger zurück liegenden Abend, der mich an die talentierten Hände eines Künstlers erinnert. Seine Bilder geben die Seele des Meeres wieder. Zumindest so, wie ich das Meer vor unserer Haustür kenne. Ein Beispiel:

lars-moller-meer

Ich sauge so lange ich kann die Luft um mich herum ein. Der Lautsärkepegel ist unfassbar. Das salzige und eiskalte Wasser säumt meine Füße und kitzelnd zieht der Ozean den Sand unter mir in die Ferne. Der sonst fast weiß schimmernde Sand ist durch die rauen Wellen dunkel gefärbt und wirkt fast bedrohend. Viele kleine Muscheln liegen in winzig kleine Teile zerbarsten im nassen Sand. Ihr Schicksal endet dort, wo die Reichweite der Welle endet. Die Arme des Meeres haben also eine begrenzte Reichweite. Und was ist mit den Beinen?

Mein Respekt vor dem Meer ist unbeschreiblich. Der vor der Kunst von Lars Möller übrigens auch. Wenn ich groß bin, dann kaufe ich mir das Bild. ;-)

[Bild Seestueck . 100 x 180 . Öl/ Lnw . 2006]

Bis zur Frau

In unserem Haus auf der Insel Usedom war immer genügend Platz sich zu entfalten. Als kleines Mädchen liebte ich Barbies und Polly Pocket. Stundenlang beschäftigte ich mich mit den minimalistischen Plastikfiguren. Zu Weihnachten bekam ich einmal eine heiß ersehnte ‘Negerpuppe’(1) geschenkt, die dann zwei Wochen später auf meinem Kleiderschrank neben unzähligen anderen Plüschtieren verendete. Während meine Körpergröße die 120 m nicht überschritt, schlief ich in einem selbstgebauten Hochbett. Meine Geheimecke darunter war mein Paradies, und zwar nur meins! Die Spielzeugkiste und mein Schaumstoffreithahn Friedolin waren immer dabei. Später wurden hinter den grünen Vorhängen dann Doktorspiele veranstaltet, aber dazu an dieser Stelle nicht mehr. Desto älter ich wurde, desto mehr Aufkleber schmückten mein hochglanzlackiertes Bett. Zur Freude meines handwerklich begabten Vaters, auch Bettbauer genannt. Die Leiter war mittlereile überflüssig und überhaupt luscherte ich viel lieber durch das Schlüsselloch der Zimmertür meines Bruders. Der hat vielleicht komische Geräusche mit seiner Freundin veranstaltet, kann ich euch sagen! Nach unzähligen Prinzessinnenspielen und Mutter-Vater-Kind(2) kam meine christliche Phase. Ich ging mit 12 jeden Sonntag freiwillig in die Kirche und zwängte meiner Familie Tischgebete auf. Kurz danach ging ich dann zu den HipHoppern über. Wenn ich heute Fotos von damals sehe, dann denke ich, dass ich mehr männliche Hormone als Arnold Schwarzenegger in mir trug. Abgewechselt wurde diese Phase durch die TechnoTante. Schlaghosen aus komischem Glänzstoff und Buffallos mit den unmöglichsten Plateausohlen. Aber die Musik war gut zu der Zeit. Die Musik ist bis heute geblieben, aber mein Stil lässt sich heute nicht mehr definieren, da er von klassischer Biederfrau, über exotische HighHeelsLady bis hin zur sportlichen Sexbombe variiert. Aber ich bin immernoch ich. Und nackt sind wir eh alle gleich. :-)

  1. Das Wort soll nicht verachtend klingen. Ich habe die Puppe schon als Kind so genannt. (back)
  2. Ich habe dieses Spiel nie gemocht. (back)