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Buchtipp: Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna

Ich möchte noch einmal ausführlich über meine neueste Bucherrungenschaft berichten. Es handelt sich um ein kleines, gebundenes Goldsstück von 193 Seiten. Der Name: “Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna”. Der Autor heißt schlicht und einfach Fynn und hat dieses zauberhafte Meisterwerk 1974 in Englisch geschrieben. Der Bestseller ist mittlerweile in vielen Sprachen erhältlich (natürlich auch auf Deutsch).

Die Geschichte handelt von einem 5-jährigen Mädchen, das vor der Gewalt in ihrem zu Hause flieht und in die Arme von Fynn läuft. Dieser nimmt sie mit seinen 19 Jahren bei sich, seiner Mutter und seinen Geschwistern zu Hause auf. Fortan verändert sich sein Leben derart, dass nichts mehr ist, wie es einmal war. Und zwar zum Positiven. Denn die kleine Anna scheint in ihrer Art und mit ihrer Denkweise ein kleiner Engel zu sein. Anna denkt über alles und jeden nach und bezieht sich dabei in ihrer wundervoll kindlichen Art immer wieder auf ihren Glauben an Gott. Mister Gott halt. Das Buch nimmt leider kein Happy End, denn die kleine Anna stirbt bei einem Unfall. Doch selbst der Tod ist für sie nichts Schlimmes, denn: “Tod sein ist Ausruhen. Da kannst du zurückschauen und alles in Ordnung bringen, bevor zu weitergehst.” (Keine Angst, dieses Buch ist nicht für religiöse Menschen, sondern für alle gedacht.)

Übrigens: Darauf gestoßen bin ich am Duisburger Hauptbahnhof, als ich mir die Wartezeit auf meinen Schulexpress nach Köln in der Buchhandlung Grauert vertrieb. Das Regal gegenüber der Kasse zog mich quasi magisch an mit seinen kleinen Schätzen. Als nächstes habe ich mir schon diesen hier bestellt.

Falls ihr mögt, die Fischer TaschenBibliothek hat so einige Entdeckungen auf Lager! :-)

autumn

IMG_3531Der Herbst steht vor der Tür. Und mein Chef hat mir erneut seine Kamera geborgt – einen RIESEN Dank an dieser Stelle dafür! Diesmal habe ich auch die Dateigröße/das Format beachtet und meine Bilder mit dem Programm Arles gekennzeichnet. Das Ergebnis ist wie immer toll und ist hier zu finden.

Der große Schmetterling

Unendlich viele Regenbögen spiegeln sich auf seinen Flügel wider. Sobald er in die Lüfte abhebt, breiten sich die Schwingen des Schmetterlings bis über die Grenzen aller Länder hinweg aus. Noch weit entfernt spürt man den Luftzug seine Fluges. Wie ein weicher Wind streichelt er den Menschen über das Gesicht, durch das Haar und manche bekommen sogar eine Gänsehaut dabei.

g_schmetterling

Ständig ist er auf der Reise. Er rastet hier und da. Aber ruhen tut er nie. Seine Augen sehen selbst wenn sie geschlossen sind alles. Und sie sehen auch das Nichts. Darauf versucht der große Schmetterling uns aufmerksam zu machen. Seine Mühe kostet ihn nichts, aber uns sehr viel. Und nun steht ein weiterer Kampf für ihn bevor – der Kampf gegen Biene Maja.

Ich zu euch

Ihr mögt vielleicht gestärkt in eurer Haltung sein. Das bin ich auch! Ihr habt vielleicht eure Ansicht von Dingen, die euch interessieren. Mich interessiert aber noch viel mehr! Euer Urteil ist schneller gefällt, als alle Richter zusammen entscheiden können. Und ich sage euch, nur einer darf richten und tut es trotzdem nicht! Eure Position scheint stabil zu sein. Aber die bröckelnde Fassade ist längst am einstürzen! Ihr nennt ‘Achtung’ euren zweiten Vornamen und merkt nicht, wie respektlos ihr seid! Konsum ist euer Leben. Meins nicht! Ihr nehmt die Gesellschaft als euren Spiegel. Ich schäme mich dafür! Ihr liebt alle ganz romantisch. Ich liebe mit dem Herzen!

Stopfen und Verdauen

Ich stopfe meine Kopfhörer immer tiefer in meine Ohren. Der Schmerz interessiert mich nicht. Den Tönen, die aus den kleinen Biestern kommen, fröne ich entgegen. Und sie dringen so vollkommen bis in die letzte Windung meiner Ohrmuscheln vor. Immer wieder höre ich die Instrumente, die Stimmen, die Bewegungen der Hände und des Körpers der Künstler. Wenn man die Augen dabei schließt ist es fast so, als würde man mitspielen. Bei Bach mache ich dann auch ein paar Trockenübungen am Klavier. ;-)

Eine Fülle an Informationen strömt immernoch durch mein Gehirn und jeder Achteltakt und jedes Crescendo ist hängen geblieben. Ich verarbeite diese Informationen unglaublich schnell. Das Tempo hat Weltrekordklasse. Auch wenn es immer so einfach aussieht, ein Instrument zu spielen, das ist es für mich auch nach 12 Jahren nicht. Jetzt bin ich seit Langem aus dem Training, aber es reizt mich jeden Tag wieder anzufangen. Aber sowas fördert die Arge nicht. :-)

[Link]

Ein unglaubliches Instrument mit soviel Tiefe und Wärme!

Lachen oder Weinen

Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Mir fallen momentan so viele Dinge auf, die sich um mich herum abspielen.

… Da sitzt eine Frau neben mir im Zug und cremt sich während der 20 minütigen Fahrt ununterbrochen die Hände ein…

…Ein junges Mädchen, kaum älter als ich, telefoniert mit einer Freundin und erzählt ihr, dass sie jeden Tag eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit kommt und nächste Woche ersteinmal für 2 Wochen krank macht, da die Chefs eh im Urlaub sind…

…Eine junge türkische Familie sitzt sich wortlos gegenüber. Ihre kleine Tochter, schätzungsweise knapp 3 Jahre alt, streckt ihre Arme zum Sitz gegenüber aus und strahlt vor Freude, weil sie die Sitzbank mit ihren kleinen Händen erreicht. Der Vater flippt vollkommen aus, als die Kleine daraufhin ihren linken kleinen Finger in den Mund steckt. Sie sei schmutzig und man mache das nicht. Noch bevor er seine drohenden Worte ausgesprochen hat, schlägt er sie. Aus den großen Augen rollen Kullertränen. Der Vater beschimpft seine Tochter immer und immer wieder. Die Mutter kümmert das alles nicht…

…Ich rufe die Telefonnummer eines Clubs an, die unter Kontakt angegeben ist und werde für meinen Anruf blöd angefahren. Trotzdem bleibe ich nett und bekomme erneut eine dumme Ansage…

…Die Verkäuferin zockt mir das 3. mal in Folge einen Euro zu viel ab und auf meinen Hinweis ist sie mehr als angepisst…

…Ein junges Mädchen knutscht mit einem Mann, der ihr Opa sein könnte und sagt ihm, dass sie es auch ohne Gummi machen würde…

Verkehrte Welt, in der man nicht weiß, ob einem zum Lachen oder zum Weinen zu Mute ist. Und immer wieder stelle ich fest, dass ich empfänglich bin. Zumindest für solche Sachen.

Federflug

Aus dem Film ‘Glaubensfrage’:

Eine Frau klatschte mit einer Freundin über einen Mann, den sie kaum kannte. In jener Nacht hatte sie einen Traum:

Über ihr erschien eine große Hand und zeigte auf sie. Sofort überkamen sie die allerschimmsten Schuldgefühle. Am nächsten Tag ging sie zur Beichte. Sie kam zu dem alten Gemeindepfarrer, Pater Oroke. Sie erzählte ihm die ganze Sache. ‘Ist Klatsch vielleicht eine Sünde?’ fragte sie den alten Mann. ‘War es die Hand Gottes des Allmächtigen die mit dem Finger auf mich gezeigt hat? Soll ich Sie bitten mir die Absulotion zu erteilen, Pater? Sagen Sie mir, habe ich eine Sünde begangen?’ – ‘Ja!’ antwortete ihr Pater Oroke. ‘Ja, du unwissendes, schlecht erzogenes Frauenzimmer. Du hast falsch Zeugnis abgelegt wider deinen Nächsten. Du solltest dich von ganzem Herzen schämen. Denn du hast mit seinem guten Ruf Schindluder getrieben.’ Die Frau sagte, dass es ihr sehr Leid tue und bat den Pater um Vergebung. ‘So leicht geht das nicht.’ sagte Pater Oroke. ‘Erst gehst du nach Hause Weib, steigst mit einem Kissen auf ein Dach, schlitzt es mit einem Messer auf und kommst dann wieder zu mir.’ Die Frau ging also nach Hause, nahm ein Kopfkissen von ihrem Bett, holte eine Messer aus der Schublade und stieg über die Feuerleiter auf ihr Dach und schlitzte das Kissen auf. Sie ging wie angeordnet zum alten Gemeindepfarrer zurück. ‘Hast du getan, was ich dir aufgetragen habe?’ fragte er. ‘Ja, Pater.’ – ‘Und was kam dabei heraus?’ – ‘Federn.’ antwortete sie. ‘Federn’ wiederholte er. ‘Federn, überall Pater.’ – ‘Ich möchte, dass du wieder zurück gehst und jede einzelne Feder die der Wind davon getragen hat wieder einsammelst.’ – ‘Pater,’ sagte sie ‘das ist ganz unmöglich. Sie sind in alle Winde zerstreut. Ich weiß nicht, wo sie hingeflogen sind.’ ‘Und das‘ sagte Pater Oroke ‘ist Klatsch Weib!’


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Man fühlt sich immer nur von Dingen berührt, die einen auch betreffen. Ich möchte alle Menschen um Verzeihung bitten, über die ich getratscht, geklatscht oder gelästert habe. Ich weiß, dass ich darin sehr zurückhaltend bin. Dennoch passiert es mir auch. Ich habe keinen Finger auf meinem Kopf gespürt oder gehe nun zur Beichte, aber diese Stelle des Films hat mich angesprochen und das war für mich ein ganz persönliches Zeichen von Gott, dass einen Sinn hat. Darum nocheinmal: ich bitte nicht wegen der 10 Gebote um Verzeihung(1), sondern weil es nicht in Ordnung geht, Dinge über Personen auszusprechen, die nicht anwesend sind.

Creative Commons License photo credit: Licht in Sicht

  1. oder damit ich statt in die Hölle in den Himmel komme. (back)

Rettung

In mir schlummern die vergangenen Erlebnisse. Sie kommen unaufhörlich hoch und lassen mich vor Angst innerlich zittern. Sie sind mein ständiger Begleiter und es ist mühsam noch mehr Seelen neben meiner zu füttern. Unaufhörlich dürsten und hungern sie nach mehr und immer mehr. Ihre Kehlen sind wie riesige Kelche, die in einen nicht aufhörenden Schlund hinunter führen. Jeder Funken Nahrung wird von ätzender Säure begleitet. Sie frisst sich unaufhörlich tiefer in meine Eingweide. Die Schmerzen sind unerträglich.

Wenn das Leben ist, was ist dann Leiden? Der momentane Zustand ist lebendiges Leiden. Wann erlange ich das Leben wieder? Dazu braucht es keine Zeit!

Wenn du kurz vor dem Ersticken bist, dann hast du 2 Möglichkeiten: zieh dir die Tüte vom Kopf oder lass sie drauf! Ich habe den riesigen Plastiksack satt. Ich bin es leid! Wenn man sich einmal an die Tüte gewöhnt hat … dann bekommt man sie trotzdem entfernt.

have a nice day

So ziehe ich behutsam und bei vollem Bewusstsein den grauen Schleier beiseite und schaue auf die Welt – eine neue Welt. Die Farben springen mir entgegen und ein frischer Wind weht mir um die Nase. Und ich atme – ohne an der Plastiktüte zu ersticken und füttere ab jetzt nur noch meine Seele.

Frieden? Frieden!

Creative Commons License photo credit: loop_oh

Gerhard Schöne

Es gibt Menschen, die haben sich tief in meinen Kopf gebrannt. Darunter zählt Gerhard Schöne. Während meiner Kindheit hatten wir alle Schallplatten seiner Kinderliedersammlung. Und ich habe sie immer bis tief in die Nacht verschlungen. Seine Texte klären spielerisch und durch seine bildhaften Umschreibungen einprägsam über das auf, was einem Kind im Erwachsenenleben bewusster werden wird. Darunter fallen z.B. Themen wie Krieg, Natur und Liebe. Genug geredet. Listen and repeat:

Track 1

Track 2

Track 3

Für mich wurden dank Gerhard Schöne Brücken geschaffen, die viele Kinder heute nicht kennen. Ich bin sehr dankbar für diese Lebensbereicherung, die ich auch als Erwachsener noch genieße. Und nun wünsche ich auch den DDR-Pessimisten viel Spaß beim Hören. :D

Deine Zeit ist um

Wenn ich auf den Kalender schaue, dann kann ich es kaum fassen, dass das Jahr schon wieder in den letzten Zuckungen steckt. Dabei ist die Zeit dieses Jahr viel langsamer vergangen, als die Jahre zuvor. Gefühlt zumindest. Das muss wohl an meiner intensiven Lebensweise liegen. :-)

Wenn ich zurückblicke, dann fallen mir folgende Dinge spontan ein:

  • Die unzähligen Nächte auf den Straßen und in den Clubs von Kopenhagen.
  • Sonne, Sand und das Meer satt, geteilt mit zu vielen Urlaubern.
  • Das erste mal geflogen.
  • Einen Swingerclub mal von Innen betrachtet und gemocht.
  • Unglaubliche Begegnungen gemacht, ausgeweitet und Bänder geknüpft.
  • Viele neue Denkrichtungen und Informationen eingeholt.
  • Erneut mit einem 3,5 Tonner meinen Umzug alleine gefahren.
  • Das erste mal Sympathien für einen amerikanischen Präsidenten gehegt.
  • Einen Grundstein für meine berufliche Zukunft gelegt und darauf weitergebaut.

Manche Dinge scheinen so fern zu sein, obwohl sie in diesem Jahr stattgefunden haben. Die Erinnerung daran ist schön, aber bald kommt ein neues Jahr und die Zeit von dir, liebes 2008, ist dann abgelaufen. Der Rückblick wird mich nicht voranbringen, darum überlasse ich die Zeit jetzt der Zeit und konzentriere mich wieder auf das Jetzt. Und wie seht ihr das so? :-)

Versager

Ich fühle mich manchmal wie ein erwachsenes Kleinkind. Die Fragen in meinem Kopf könnten durchaus aus der Phase einer 3 jährigen stammen, die die Welt entdeckt. Dabei habe ich gelegentlich das Gefühl, dass ich mit meinem Wissensstand und meiner Persönlichkeit Menschen nicht gerecht werde. Ab und zu überkommen mich eben diese negativen Eigengedanken. Vollkommen grundlos und vollkommen unsinnig! Denn niemand muss jemandem auf der Welt gerecht werden oder der Welt genügen. Trotzdem suchen mich diese Plagegeister heim und ich bin in solchen Momenten eher schwach und regungslos, als stark und selbstbewusst.

Mir hat eine ehemalige ‘Freundin’ nach meiner Rückkehr aus Kopenhagen auf den Kopf zugesagt, dass ich versagt hätte, in Dänemark. Wenn ich an diesen Satz zurückdenke, dann sehe ich vor meinem geistigen Auge ganz klar, dass ich solche Sätze in meinem Leben nie wieder hören möchte und sie auch nicht brauche! Es bleibt allein Gott überlassen, etwas zu meinem Leben zu sagen und selbst das tut er nie in Form eines Urteils oder sonst wie.

too close

Niemand ist auf diesem Planeten ein Versager! Fehler sind zum verzeihen da! Unser Gehirn hat die Kapazität neue Verknüpfungen durch Lernen zu schaffen! Wieso sollte es also Versager geben? Nicht alles, was man im Leben tut, muss der ‘Gesellschaft’ gefallen. Das, was mir gefällt und mich glücklich macht, das ist meine Gesellschaft! Damit umgebe ich mich und da darf ich auch ICH sein.

P.S.: Ich möchte euch die  Überlegung mit auf den Weg geben, warum Menschen ‘Penner’(1) so verachten? Ist es, weil sie nicht ins Bild der ‘Gesellschaft’ passen oder weil sie schlicht weg den Lebensweg eines ‘Penners’ nicht akzeptieren können?

Creative Commons License photo credit: loop_oh

  1. Das Wort ‘Penner’ empfinde ich als ungerecht schäbig. (back)

Nachempfindung

Am Sonntag Abend zappten wir uns durch das Fernsehprogramm. Da die meisten Filme nur noch wenige Minuten liefen, blieben wir bei einem stehen, der gerade erst begonnen hatte: ‘Attentat auf Richard Nixon’ mit Jean Penn passte zum Einen zu den Präsidentschaftswahlen in den USA und zum Anderen versprach der Schauspieler eine klasse Darbietung zu bringen.

TV Programm

Attentat auf Richard Nixon – 02.11.2008 00:05 – ARD

Bedrückender Film mit einem brillanten Sean Penn.

Sein Hund ist der einzige echte Freund, den Sam (Sean Penn) noch hat. Bekommt er sein Leben wieder in den Griff?

Sein Hund ist der einzige echte Freund, den Sam (Sean Penn) noch hat. Bekommt er sein Leben wieder in den Griff? © ARD / DegetoSam kann nicht lügen, deshalb ist er in seinem Job als Verkäufer auch nicht erfolgreich. Als seine Frau Marie (Naomi Watts) auch noch die Scheidung einreicht, knallen bei Sam die Sicherungen durch. Die Schuld an seinem Versagen gibt er dem System und an dessen Spitze, Präsident Richard Nixon. Sam plant, ein Flugzeug zu entführen, um damit ins Weiße Haus zu fliegen und den Präsidenten zu töten. Bedrückender Film mit einem brillanten Sean Penn. Mit Sean Penn, Naomi Watts, Don Cheadle.

Ich weiß nicht, wie viele von euch den Film gesehen haben. Mein Gefühl während fast jeder Szene war absolute Nachempfindung. Und ich kann euch genau sagen warum:

  • Sam Bicke hat die Lügen satt, die er den Kunden auftischen muss, um Geld für sein Leben zu erhalten.

Ich hätte einen ‘für die Gesellschaft’ guten Job haben können, in dem ich durch Lügen ein monatliches Gehalt zum Leben gehabt hätte.

  • Sam Bicke hört niemand zu. Seine Persönlichkeit wird von niemandem wahrgenommen oder angenommen.

In meiner Jugend, und teilweise noch heute, habe ich mich nie ernst genommen gefühlt. Das geht sogar so weit, dass ich sagen würde, das mein ICH nie repsektiert wurde/wird.

  • Sam Bicke ist intelligent. Er hat Ideen und steht zu 100% hinter ihnen. Die perfekte Voraussetzung für eine 100% Umsetzung. Aber niemand nimmt ihn und seine Ideen für voll.

Ich bin intelligent und zielstrebig, um meine Ideen zu 100% umsetzen zu können. Doch Unterstützung bekomme ich dabei herzlich wenig.

  • Sam Bicke versucht seine Gefühle und Gedanken in Worte zu packen. Doch niemand ‘will’ oder ‘kann’ ihn verstehen. Das Gesprochene wird schnell falsch interpretiert.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich meine Gedanken und Gefühle auch nicht in Worte packen kann. Trotzdem versuche ich es und dabei werde ich oft falsch verstanden.

  • Sam Bicke hat einen schwarzen Freund. Durch sein ‘Anderssein’, nämlich seiner Hautfarbe, wird er von der ‘Gesellschaft’ teilweise respektlos behandelt. Er hat resigniert und lebt damit.

Meine Freunde werden oft schief angeschaut und nicht ernst genommen, weil sie anders denken, als die ‘Gesellschaft’.

  • Sam Bicke übt Kritik am politischen System. Er erkennt die falschen Versprechen der Regierung und wehrt sich nach Außen sowie nach Innen dagegen.

Ich habe festgestellt, dass ich nicht so leben kann, wie die ‘Gesellschaft’ es gerne hätte. Meine Offenheit das zu zeigen, stößt nicht überall auf Gegenliebe.

  • Sam Bicke erlebt Phasen, in denen er sich so allein fühlt, das sein Körper förmlich betäubt ist oder er die Kontrolle über ihn verliert.

In meiner Jugend habe ich schwere Wutausbrüche gehabt, wenn ich nicht reskepktiert worden bin. Ich habe mich taub in eine Ecke zurückgezogen und hatte üble Gedanken für meine Mitmenschen übrig.

Durch die vielen Parallenen, und ich habe nur einige Beispiele aufgezählt, habe ich mich teilweise in Sam Bicke gesehen. Der Film steckt, mit Ausnahme des geplanten Attentats, voller Nachempfindung meinerseits. Das System in dem wir leben, empfinde ich ebenfalls als erkrankt. Der Preis, sich dem nicht zu ergeben, ist hoch! Ich habe mich soweit unter Kontrolle, dass ich das mit mir allein ausmachen kann. Meinen Weg werde ich fortsetzen und ich danke Gott dafür, dass es Menschen gibt, die mich verstehen und ich nicht wie Sam Bicke handele.

Außenseiter

Manchmal frage ich mich, ob wir so geboren werden, wie wir jetzt sind. Ist etwas an dem ‘das ist meine Bestimmung’? Und wenn ja, ab wann beginnt die Bestimmung eines jeden Einzelnen von uns? Ein alter Mann kämpft unter seiner Brücke auf Leben und Tod gegen die Kälte, war das schon im Mutterleib vorherbestimmt? Barack Obama ist Präsidentschaftskanditat der Vereinigten Staaten von Amerika, war das immer seine Bestimmung?

Finally, the last one

Ich selbst war einmal Kind und kann mich noch sehr gut an die Dinge erinnern, die da abliefen.(1) Ich war eine sehr gute Schülerin, eigentlich immer die Klassenbeste. Nach der Schule traf ich mich gern mit ein paar Mädels um zu Spielen. Wir waren Prinzessinnen, Puppenmuttis und Lehrerinnen. Unser Haus war stets für alle Gäste offen, ebenso meine Familie. Ich erkannte frühzeitig, dass Menschen unterschiedlich sind. Darüber machte ich mir schon als kleines Mädchen viele Gedanken. Ich erinner mich noch gut an meinen 4. Geburtstag, wo ich so gar keinen verstanden habe. Dabei waren alle Geburtstagsgäste vertraute Menschen. Ich interessierte mich plötzlich für die Muster auf unserem Geschirr und fragte mich, wer das wohl gemalt hätte und wer sich soetwas Schönes ausdenkt. Als ich meine Gedanken frei äußerte, schauten mich alle merkwürdig an und die Bemerkung ‘du bist aber komisch’ ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Und ich kann euch versichern, dass das bei Weitem die einfachsten Gedanken in meinem Kopf waren/ sind! Da ich bis heute die selben Denkmuster aufweise, frage ich mich, ob etwas mit der Muttermilch die ich bekam nicht stimmte oder ob Gott mich so vorgesehen hat für diese Welt?

Heute weiß ich, dass diese Art zu mir gehört und mich ausmacht. Verstehen und akzeptieren tun sie nur die Menschen, die mich so annehmen, wie ich bin. Von der ‘allgemeinen Gesellschaft’ wird man ziemlich schnell aussortiert als ‘sonderbar’ oder ‘komisch’. Hier frage ich mich, wer überhaupt darüber entscheidet, was ‘Normal’ ist und was nicht. Und was macht einen ‘Außenseiter’ aus? Wenn ich mich dagegen entscheide mich in dem ‘Rad der Welt’ mitzudrehen, warum wird das nicht einfach angenommen? Lassen wir uns von Geld und Macht soweit manipulieren, dass nicht mehr der Mensch ansich zählt, sondern nur seine Fähigkeit zur Manipulationsbereitschaft honoriert wird?

Die Basis, die man zur Entstehung eines Menschen benötigt, ist Liebe. Wenn zwei Menschen in diesem Moment ein neues Lebenwesen zeugen, dann ist da nur Liebe und nichts als Liebe. Entlässt man diesen Menschen in die Welt, kann es passieren, dass die Liebe wie ein Tropfen Wasser im trockenen Erdboden versickert. Es entwickeln sich stattdessen Abwehrmechanismen, Zwänge und Ängste bahnen sich ihren Weg. Etwas zum Füllen der Lücke findet sich immer.

Meine Defizite kann ich seit knapp einem Jahr ausfindig machen und weiß sie auch zu kompensieren – mit Liebe! Wenn ich einmal keine Antworten auf meine Fragen finde, dann weiß ich, dass die Liebe immer da ist, in mir. Sich darauf zu besinnen, lässt mich zu meinem Weg zurück finden. Der Weg der Liebe!

Creative Commons License photo credit: footloosiety

  1. Wahrscheinlich, weil es bei mir noch nicht so lange her ist (back)

Gedicht #1

Wenn zwei Glühwürmchen sich paaren, erhellt sich dann das Licht?

Wenn zwei Liebende sich begegnen, gewinnt die Liebe dann an Gewicht?

Wenn zwei Seelen sich treffen, ist die Verschmelzung beider dann Pflicht?

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Wenn Gott auf ein Blatt Papier passt, wie groß muss dieses dann sein?

Wenn Liebe schmutzig sein kann, wer macht sie dann wieder rein?

Wenn Menschen zueinander grob sind, warum ist die Haut dann so fein?

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Wenn die Augen strahlen und funkeln, nennt man das dann Glück?

Wenn das Herz verlangt was es verlangt, wer gibt ihm etwas zurück?

Wenn man die Zeit einfach genießt, verpasst man dann ein Stück?

by FrauLehmann

.Ich habe meine Antwort auf diese Fragen und schicke einen lieben Dank gen Himmel für unsere Begegnung. Heart 2