Posted: February 3rd, 2010 | Author: FrauLehmann | Tags: Achtsamkeit, Angst, Augen, Erde, Erlebnis, fühlen, Geduld, Gefühl, Hoffnung, Körper, Leben, Leere, Liebe, Menschen, Ohren, Schwarz, Stille, stumm, Suche, Weiß, Welt, Zeit |
In den unendlichen Weiten deines Ichs wirst du immer wieder Raum finden, den du nicht zu füllen weißt. Die Leere dort drinnen wird dir komisch vorkommen, aber mit der Zeit wirst du sie akzeptieren. Deine Fragen werden Antworten mit sich bringen und du wirst dich vollkommener fühlen.
Unendlich viel Schwarz kannst du nicht durch einen Tropfen Weiß auffüllen. Du wirst es versuchen. Immer und immer wieder. Und vielleicht gelingt es dir ja das Dunkel ein wenig zu erhellen. Nur ein kleines bisschen. Ganz wenig.
Man ist immer allein, wenn es um einen selbst geht. Wo einst Menschen um dich waren, stehen verstumme Körper um dich. Sie werden dir nicht zuhören. Du musst dir selbst zuhören. Auf der Suche nach Ohren und Augen wirst du bei dir selbst ankommen. Auf den Rest kannst du dann gut und gerne verzichten.
Posted: January 12th, 2010 | Author: FrauLehmann | Tags: Anfang, Ende, Erde, Fortschritt, Gefühl, Glaube, Hoffnung, Kreis, Leben, Liebe, Mensch, Ziel |
Gib nicht auf
Du bist gleich da
Und dann vergisst du das was vorher war
Du bist gleich da
Du bist gleich da
Am Ort wo vor dir keiner war
Halte durch
Du bist ganz nah
Und dann vergisst du das was vorher war
Und nichts hält dich auf
Nichts bringt dich zum Steh’n
Denn du bist hier, um bis ans Ende zu geh’n
Kein Weg ist zu lang
Kein Weg ist zu weit
Denn du glaubst an jeden Schritt
Weil du weißt
Irgendwann schließt sich der Kreis
Irgendwann schließt sich der Kreis
Halte durch
Bleib jetzt nicht steh’n
Das Ziel ist dort im Nebel schon zu seh’n
Kannst du es seh’n?
Kannst du es seh’n?
Das Ende ist kaum noch zu verfehl’n
Denn nichts hält uns auf
Nichts bringt uns zum steh’n
Denn wir sind hier, um bis ans Ende zu geh’n
Kein Weg ist zu lang
Kein Weg ist zu weit
Denn ich glaub an jeden Schritt
Weil ich weiß
Irgendwann schließt sich der Kreis
Irgendwann schließt sich der Kreis
Gibt nicht auf
Du bist gleich da
Am Ort wo vor dir keiner war
by Silbermond
Posted: June 27th, 2009 | Author: FrauLehmann | Tags: Achtung, Ansicht, Demut, Ehre, Erde, Fassade, Gedanken, Gesellschaft, Glanz, Gott, Herz, Hoffnung, ICH, Konsum, Leben, Liebe, lieben, Mensch, Menschen, Position, Ratzpekt, Respekt, Richter, Schein, Spiegel, Urteil, Welt |
Ihr mögt vielleicht gestärkt in eurer Haltung sein. Das bin ich auch! Ihr habt vielleicht eure Ansicht von Dingen, die euch interessieren. Mich interessiert aber noch viel mehr! Euer Urteil ist schneller gefällt, als alle Richter zusammen entscheiden können. Und ich sage euch, nur einer darf richten und tut es trotzdem nicht! Eure Position scheint stabil zu sein. Aber die bröckelnde Fassade ist längst am einstürzen! Ihr nennt ‘Achtung’ euren zweiten Vornamen und merkt nicht, wie respektlos ihr seid! Konsum ist euer Leben. Meins nicht! Ihr nehmt die Gesellschaft als euren Spiegel. Ich schäme mich dafür! Ihr liebt alle ganz romantisch. Ich liebe mit dem Herzen!
Posted: November 30th, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: Abend, Abendsonne, City, Dach, Dank, Depression, Entwicklung, Erde, Feld, fluchen, Gedanken, Geruch, Glühwein, Grau, Herbst, Herz, Hoffnung, Jahr, Kerze, Klimawandel, Kopf, Leben, Liebe, Luft, Menschen, Nebel, Ode, Paradies, Regen, Sache, Schatten, Schicksal, Schlitten, Schneeballschlacht, Stadt, Steuern, Straße, Tannennadel, Tür, Wartezeit, Weihnacht, Wein, Wetter, Winter, Winterzeit, WIR, Zeichen, Zeit |
Oh du schöne Winterzeit
Hoffnungsvoll bitten wir dich
Ist es endlich bald soweit
Wird es denn noch winterlich?
..
Regen auf die Dächer prasselt
Nasse Straßen vor der Tür
Hast uns Weihnacht einst vermasselt
Dank bekommst du nicht dafür.
..
Keine kalten Lüfte wehen
Nur der herbstliche Geruch
Schmückt von früh bis zu Bett gehen
Davon haben wir genug.
.
Schneeballschlacht und Schlitten fahren
Glühwein, Kerzen, Tannennadel
Hatten wir vor vielen Jahren
Danke dir, oh Klimawandel.
.
Erster Frost auf weiten Feldern
Vögel hastig Futter suchend
Künstlich Schnee von Steuergeldern
Bleibt mir nur das Dauerfluchen.
by FrauLehmann
.
Posted: November 4th, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: Alltag, Anfang, Annahme, Aura, Ausblick, Ausgang, Begegnung, Bemerkung, Bestimmung, Bevölkerung, bewegen, Bewusstsein, Bild, Bilder, Blick, Dank, Eigenschaft, Einklang, Emotion, Energie, Erde, Ereignis, Erfolg, Erinnerung, Existenz, Fazit, Film, fliegen, Flugzeug, Fragen, Freude, Freunde, Frieden, Gedanken, Gefühl, Geld, Gemeinsamkeit, Geschehen, Gesellschaft, Gesetz, Gespräch, Gesundheit, Gewalt, Gier, Glück, Gott, Haut, Herz, Hilferuf, Hintergrund, Hoffnung, Hund, ICH, Individualität, Interieur, Konsum, Kontrolle, Körper, Kraft, Krieg, Leben, Lebensstil, Leute, Licht, Liebe, loslassen, Manipulation, Mensch, Menschen, Offenheit, Person, Persönlichkeit, Pflicht, Plan, Politik, Preis, Profit, Prozedur, Quelle, Ratzpekt, Realität, Schicksal, Seele, Selbständigkeit, Sinn, Sinne, Stärke, Suche, Suizid, Symbole, USA, Vergangenheit, Verhalten, Verkäufer, Verständnis, Weg, Wort, Zeichen, Zeit, Ziel |
Am Sonntag Abend zappten wir uns durch das Fernsehprogramm. Da die meisten Filme nur noch wenige Minuten liefen, blieben wir bei einem stehen, der gerade erst begonnen hatte: ‘Attentat auf Richard Nixon’ mit Jean Penn passte zum Einen zu den Präsidentschaftswahlen in den USA und zum Anderen versprach der Schauspieler eine klasse Darbietung zu bringen.
TV Programm
Attentat auf Richard Nixon – 02.11.2008 00:05 – ARD
Bedrückender Film mit einem brillanten Sean Penn.
Sein Hund ist der einzige echte Freund, den Sam (Sean Penn) noch hat. Bekommt er sein Leben wieder in den Griff?
Sam kann nicht lügen, deshalb ist er in seinem Job als Verkäufer auch nicht erfolgreich. Als seine Frau Marie (Naomi Watts) auch noch die Scheidung einreicht, knallen bei Sam die Sicherungen durch. Die Schuld an seinem Versagen gibt er dem System und an dessen Spitze, Präsident Richard Nixon. Sam plant, ein Flugzeug zu entführen, um damit ins Weiße Haus zu fliegen und den Präsidenten zu töten. Bedrückender Film mit einem brillanten Sean Penn. Mit Sean Penn, Naomi Watts, Don Cheadle.
Ich weiß nicht, wie viele von euch den Film gesehen haben. Mein Gefühl während fast jeder Szene war absolute Nachempfindung. Und ich kann euch genau sagen warum:
- Sam Bicke hat die Lügen satt, die er den Kunden auftischen muss, um Geld für sein Leben zu erhalten.
Ich hätte einen ‘für die Gesellschaft’ guten Job haben können, in dem ich durch Lügen ein monatliches Gehalt zum Leben gehabt hätte.
- Sam Bicke hört niemand zu. Seine Persönlichkeit wird von niemandem wahrgenommen oder angenommen.
In meiner Jugend, und teilweise noch heute, habe ich mich nie ernst genommen gefühlt. Das geht sogar so weit, dass ich sagen würde, das mein ICH nie repsektiert wurde/wird.
- Sam Bicke ist intelligent. Er hat Ideen und steht zu 100% hinter ihnen. Die perfekte Voraussetzung für eine 100% Umsetzung. Aber niemand nimmt ihn und seine Ideen für voll.
Ich bin intelligent und zielstrebig, um meine Ideen zu 100% umsetzen zu können. Doch Unterstützung bekomme ich dabei herzlich wenig.
- Sam Bicke versucht seine Gefühle und Gedanken in Worte zu packen. Doch niemand ‘will’ oder ‘kann’ ihn verstehen. Das Gesprochene wird schnell falsch interpretiert.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich meine Gedanken und Gefühle auch nicht in Worte packen kann. Trotzdem versuche ich es und dabei werde ich oft falsch verstanden.
- Sam Bicke hat einen schwarzen Freund. Durch sein ‘Anderssein’, nämlich seiner Hautfarbe, wird er von der ‘Gesellschaft’ teilweise respektlos behandelt. Er hat resigniert und lebt damit.
Meine Freunde werden oft schief angeschaut und nicht ernst genommen, weil sie anders denken, als die ‘Gesellschaft’.
- Sam Bicke übt Kritik am politischen System. Er erkennt die falschen Versprechen der Regierung und wehrt sich nach Außen sowie nach Innen dagegen.
Ich habe festgestellt, dass ich nicht so leben kann, wie die ‘Gesellschaft’ es gerne hätte. Meine Offenheit das zu zeigen, stößt nicht überall auf Gegenliebe.
- Sam Bicke erlebt Phasen, in denen er sich so allein fühlt, das sein Körper förmlich betäubt ist oder er die Kontrolle über ihn verliert.
In meiner Jugend habe ich schwere Wutausbrüche gehabt, wenn ich nicht reskepktiert worden bin. Ich habe mich taub in eine Ecke zurückgezogen und hatte üble Gedanken für meine Mitmenschen übrig.
Durch die vielen Parallenen, und ich habe nur einige Beispiele aufgezählt, habe ich mich teilweise in Sam Bicke gesehen. Der Film steckt, mit Ausnahme des geplanten Attentats, voller Nachempfindung meinerseits. Das System in dem wir leben, empfinde ich ebenfalls als erkrankt. Der Preis, sich dem nicht zu ergeben, ist hoch! Ich habe mich soweit unter Kontrolle, dass ich das mit mir allein ausmachen kann. Meinen Weg werde ich fortsetzen und ich danke Gott dafür, dass es Menschen gibt, die mich verstehen und ich nicht wie Sam Bicke handele.
Posted: October 7th, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: Alltag, Angst, Annahme, Augenblick, Aura, Ausblick, Begegnung, Berührung, bewegen, Bewusstsein, Blatt, Blick, Blumen, Dank, Einklang, Emotion, Energie, Entdeckung, Entwicklung, Erde, Ereignis, Erlebnis, Farben, Fragen, Freiheit, Frieden, Gedanken, Geduld, Gefühl, Geruch, Geschehen, Gespräch, Gesundheit, Glück, Handeln, Helligkeit, Herz, Himmel, Hintergrund, Hoffnung, Horizont, ICH, Individualität, Kapillare, Körper, Kraft, Leben, Licht, Liebe, Luft, Lunge, Menschen, Moment, Natur, Offenheit, Peace, Persönlichkeit, Realität, Regen, Sauerstoff, Schallosie, Schönheit, Seele, Sonne, Stärke, Sterne, Suche, Symbole, Tag, Tiere, Umarmung, Umwelt, Vertrauen, Wahrnehmung, Wald, Welt, Wolken, Zeit, Ziel, Zusammentreffen |
Klare Sonnenstrahlen blitzen portuberanzenähnlich durch den winzigen Schlitz der Schallosie™. Meine Augen mühen sich noch die Helligkeit zu akzeptieren. Doch langsam befreie ich mich aus meinem Kuschelgemach und starte in den Tag.
Mein Ausblick zeigt die Farbenpracht der ällmählich welkenden Blätter. Ich freue mich auf alles, was heute kommen wird. Vollgetankt mit Energie sauge ich die frische Luft in meine Lungen und pumpe den reinen Sauerstoff in jede einzelne Kapillare meines Körpers. Dabei sind meine Augen fest verschlossen und öffnen sich erst kurz danach für den Blick gen Himmel. Der Horizont ist grenzenlos.
Begegnungen werden wir immer haben. Mich erstaunt dabei immer wieder das Misstrauen, was Menschen gegenüber ihres Gleichen haben. Kein Wort, nur Blicke bestimmen dabei die Gedanken und das meist darauf folgende Urteil. Und damit bescheißen sie sich alle selbst: die Angst davor enttäuscht zu werden, dominiert alles Handeln. Warum hat man vor etwas Angst, was noch nicht eingetreten ist? Fühlt sich Misstrauen so gut an, dass man es mit sich herum tragen muss?
Wenn wir in die Natur gehen, dann schenkt sie uns ihre Schönheit. Dann ist da kein Misstrauen, dass wir sie eventuell zerstören. Da ist nur reine Liebe, die uns geschenkt wird. Die Natur misstraut auch nicht ihres Gleichen. Sie lebt in ihrem natürlichen Einklang mit sich und ihrer Umwelt. Sie lügt sich nicht an, spricht aber klare Worte, die jeder versteht.
Nur wir Menschen misstrauen, lügen und zerstören damit vieles, wenn nicht sogar alles. Ich hoffe mir noch lange meine Offenheit gegenüber der Natur, aber auch den Menschen, erhalten zu können, denn das ist ein schönes Gefühl, was ich ungern in meinem Herzen vergraben möchte.
photo credit: MacAoda8
Posted: July 25th, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: Angst, Begegnung, Energie, Fragen, Gedanken, Gefühl, Gewitter, Hilfe, Hoffnung, Kinder, Kraft, Krieg, Leben, Licht, Liebe, Menschen, unbelievable, Vergangenheit, Welt |
Ich bin 24 Jahre alt und kann es kaum glauben, was Menschen in ihrem Leben schon alles ertragen haben.
Ich saß eben hinterm Haus in der Sonne, da kommt eine Nachbarin aus einem anderen Aufgang zu mir auf die Bank und wir plaudern ein wenig. Plötzlich schießt ein Flugzeug im Himmel vorbei und lärmt wie ein Gewitter. Die Frau, stramm auf die 80 zugehend mit Namen Liselotte, zuckt zusammen und ich frage, ob alles ok ist. Dann fängt sie an zu erzählen:
Damals war ich 10 Jahre alt. Ich hatte zwei Schwestern, anderthalb und vier Jahre. Wir flohen mit unserer Mutter und deren Mutter, also unsere Oma, vor dem Krieg nach Danzig, was zu der Zeit Ostpreußen war. Dort angekommen kamen wir in ein Flüchtlingslager. Dort waren sehr viele Soldaten und ich wunderte mich immer, warum meine Mutter nur im Keller war und wir keinen Zutritt zu dem Raum hatten, in dem sie sich aufhielt. Ich habe oft nach ihr gefragt, weil sie sich nicht um uns gekümmert hat. Heute weiß ich, dass sie es da unten mit den Soldaten getrieben hat. Ich denke, dass sie sich dafür Geld geben lassen hat. Trotzdem hatten wir nie etwas vernünftiges zu essen oder warme Kleider zum anziehen. Und glauben Sie mir, es war verdammt kalt in Danzig im Januar im Zweiten Weltkrieg.
Ich erinnere mich gut, dass wir immer in den Keller mussten, um auf die Toilette zu gehen. Unsere Oma bat mich, da sie nicht mehr die jüngste war, mit ihr nach unten zu gehen. Ich hielt ihren Arm und wir stiegen die Treppen hinab. Dann schaute sie mich mit großen Augen an und sagte, ich solle auf mich aufpassen. Da hatte ich meine tote Oma mit 10 Jahren in den Armen liegen. Ich habe das nicht verstanden, als die Soldaten nach unten kamen und sie in die Ecke zu den anderen Toten, vor allem Soldaten, im Obergeschoss legten. Ich dachte immer: Oma ist doch bestimmt kalt. Warum macht denn keiner was? Also gab ich ihr meine Handschuhe, meinen Schal und meine Mütze. Dabei habe ich sehr gefroren. Ich schaute oft in die Ecke zu meiner Oma. Tagsüber kamen die Soldaten und schleppten die toten Männer nach druaßen in ein Massengrab. Ich rief ihnen hinterher, dass sie doch die Oma mitnehmen sollen. Aber dazu hatten sie keine Erlaubnis. Dann irgendwann, ich kann den Zeitraum nicht bennenen, ich weiß nur, dass es unglaublich lange war, nahmen sie die Oma mit.
Wir waren nun schon ein halbes Jahr in diesem Auffanglager, als meine Mutter plötzlich zu uns drei Kindern kam und sagte, dass sie schnell Karten für die Gustloff holen würde, damit wir aus dem Lager weg können. Sie sei gleich wieder da, waren ihre letzten Worte. Ein Soldat beobachtete das Ganze und kam zu mir und meinen beiden Schwestern rüber: ‘Deine Mutter? Das kannst du vergessen. Die ist tot. Die kommt nicht wieder.’ Ich war erstarrt und wusste nicht, was ich davon halten würde. Unsere Mutter kommt nicht zurück? Ich konnte es nicht glauben. Fakt ist aber, dass sie tatsächlich nie wieder kam. Ich weiß bis heute nicht, was damals passiert ist.
Nachdem unsere Mutter uns allein gelassen hatte in dem Flüchtlingslager, kamen wir drei Kinder in ein Heim. Dort gab es eine Bühne, auf die alle Kinder immer wollten, weil man dort den Familien präsentiert wurde, die Kinder adoptieren wollten. Uns war gleich klar, dass wir von diesem Zeitpunkt an getrennt sein würden. Die Armut war auch für ein Kind einfach zu greifbar real. Ziemlich schnell wurden auch wir auf die Bühne gestellt. Eine Familie sagte zu einem Betreuer: ‘Die nehmen wir. Die ist schon 10 Jahre alt und kann arbeiten.’ Meine mittlere Schwester wollte niemand haben, da sie in dem anstrengenden Alter von vier Jahren war. Ich weiß nicht, ob der Versuch ihr einen neuen Namen zu geben und sie äußerlich anders zu gestalten etwas gebracht hat, sie letztendlich doch noch zu vermitteln. Meine jüngste Schwester wurde von einer Familie adoptiert, die gerade ein Kind verloren hatte. Als Ersatz sozusagen.
Mir ist es in meiner Pfegefamilie schlecht ergangen. Ich musste von morgens bis abends hart arbeiten. Der ganze Haushalt wurde von mir geführt. Ich bin mit 18 von zu Hause ausgezogen, da ich meinen Mann kennenlernte und wir heirateten. Wir bekamen zwei Kinder, zwei Jungs, und führten ein sehr glückliches Leben. Vor 23 Jahren ist er dann an körperlichem Versagen gestorben. Ich habe sehr gekämpft um ihn. Aber der Tod war stärker.
Meiner kleinen Schwester erging es besser in der Kindheit: sie wurde von ihren reichen Eltern sehr geliebt. Heute hat sie viel geerbt und kann drei Häuser ihr Eigen nennen. Allerdings hat sie einen grausamen Mann, der ihr ALLES verbietet. Ich kann nicht einmal mit ihr telefonieren. Daher haben wir sehr wenig Kontakt.
Was aus meiner mittleren Schwester geworden ist, das weiß ich ebenso wenig, wie was aus unserer Mutter geworden ist. Da sie einen anderen Namen bekam, habe ich keinen Ansatzpunkt, nach wem ich suchen könnte. Was aus meiner Mutter geworden ist, will ich nicht wissen. Sie hat drei kleine Kinder zurück gelassen und es interessiert mich nicht, wie es ihr geht. Sie hat sich auch nicht für uns interessiert.
Heute habe ich einen Freund, mit dem ich mich
ab und zu treffe. Aber ich bin lieber allein, wenn ich ehrlich bin. So ist das Leben eben. Und nun bin ich schon bald 80 Jahre alt.
Mir ging diese Geschichte sehr nahe. Diese Frau hat seit fast 70 Jahren weder ihre Mutter noch ihre mittlere Schwester gesehen. Sie hat ein paar Anläufe genommen, um vor allem ihre Schwester zu finden. Doch durch den anderen Namen, den sie damals bekam, sieht sie keine Chance dieses Puzzle ihrer Familie zusammen zu fügen.
Dieses Schicksal entstand nur durch Krieg. Eine Seele wurde dadurch schwer beschädigt. Menschen, die sich mal sehr nahe waren, wurden auseinander gerissen und manch einer handelte, wie er es vielleicht nie hätte tun müssen. KRIEG ist nur Dunkel. Im Krieg befindet sich kein LICHT.
Ich würde dieser Frau so gerne helfen, da mich ihr Schicksal wirklich berührt. Vielleicht deshalb, weil es für mich so schwer vorstellbar ist, so etwas erlebt zu haben.
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flickr Photo by trickyvickylynn
Posted: July 25th, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: Alltag, Annahme, Augenblick, Aura, Begegnung, Energie, Fotografie, Freude, Gedanken, Gefühl, Hoffnung, Ingo Vogelmann, Kraft, Leben, Licht, Liebe, Menschen, Nacht, Natur, Sommer, Sonne, Tiere, Umwelt, Welt, Wilma, Zeichen, Zusammentreffen |
Mein Blog dient dazu, meinen Weg zu beschreiben. Es gehören auch Dinge dazu, die mich bewegen oder die lustig sind, wie ihr sicherlich festgestellt habt.
In den vergangenen Tagen hatte ich zwei tierische Zusammentreffen:
Am Dienstag war ich in Oberhausen im Kaiserpark. Dort näherten wir uns dem Eulengehege. Eine weiße Schleiereule saß sehr desinteressiert direkt am Gitter auf einem Baumstamm. Das ganze Geschehen um sie herum war ihr vollkommen gleich. Als ich noch einen Augenblick am Gitter verweilte, drehte sich die Eule plötzlich um und sah mir direkt in die Augen. Ihr Blick war durchdringend und aussagekräftig zugleich. Ich habe nun länger darüber nachgedacht. Ich denke, dass die Eule mir ganz konkret und unmissverständlich etwas mitgeteilt hat. Ich werde daraus etwas machen. Was, das werdet ihr erfahren, wenn es soweit ist.
Meine zweite Begegnung geschah heute gestern Nacht. Beim Spaziergang mit Wilma entdeckte ich auf dem Rückweg einen kleinen Igel. Er beschnupperte uns neugierig, schien sich aber in keiner Form bedroht zu fühlen. Dennoch gingen wir weiter, um ihn nicht einzuschüchtern. Ein bisschen hatte ich das Gefühl, dass er uns folgen wollte. Auch diese offene Begegnung ist ein Zeichen für mich.

Ich stelle fest, dass ich immer mehr Eins werde mit meiner Umwelt. Meine Aura scheint voller Licht zu sein, so dass ich nicht mehr das Dunkel hinaustrage. Und durch Licht, fühlen sich Dinge wie kleine Motten angezogen.
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Photo by Ingo Vogelmann
Posted: June 21st, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: Annahme, Gedanken, Hoffnung, Leben, Licht, Liebe, Menschen |
Manche Menschen in meinem Umfeld sind doch etwas komisch. Sie verhalten sich wie kleine Männchen, denen man heimlich Drogen gegeben hat und nun rennen sie, nichts ahnend der Tatsache, dass sie betäubt wurden, durch die Gegend. Jedenfalls reden sie teilweise etwas wirres Zeug und ändern öfter mal ihre Einstellung. Ich verurteile niemanden und ich erfreue mich, im spaßigen Sinne, ein wenig darüber.
Jedenfalls geht es darum, dass mein Leben eben anders verläuft, als vielleicht von vielen anderen. Aber trotzdem geht es mir gut, oder eben genau deshalb. Warum sollte ich dann etwas ändern?
Ich habe von allen Stationen etwas mitgenommen, und zwar nur Positives. Ob es mit 18 mein Abitur in Rostock war, danach mein Studium in Flensburg, dann der Aufenthalt in Dänemark.() Die Nase rümpfenden unter euch können sich denken, was sie wollen. MIR geht es gut dabei.Und mal ehrlich, dieses Zitat trifft ja wohl wie die Faust aufs Auge:
‘Wer sein (geistiges) Schneckenhaus nie verlässt, macht keine neuen Erfahrungen. Wer nur das macht, was alle machen, bekommt auch nur das, was alle bekommen.’ by Norbert Kasper
Ich habe mein ‘Schneckenhaus’ schon lange verlassen. Und habe Entscheidungen getroffen, die von anderen gewertet werden. Dabei kann doch jeder sein Leben managen, wie er und solange er sich gut fühlt. Ich habe meine Einstellung ändern können, auch bezüglich Menschen. Alles durch die Tatsache der ANNAHME. Dennoch gebe ich den Menschen auch Zeit, ihre Einstellung zu mir zu ändern. Und zwar auch einzig und allein durch ANNAHME. Alles braucht eben eine Weile. Auch kleine wuselige Männchen, die betäubt durch die Gegend laufen, auch für sie ist da draußen Hoffnung. 
Posted: June 10th, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: Freude, Gedanken, Hoffnung, Leben, Stärke |
Momentan bin ich in einer schwierigen Phase auf meinem Weg. Ich treffe gerade viele Entscheidungen, die nicht immer einfach abzuwickeln sind. Diese betreffen auch nicht immer mich, sondern beziehen sich teilweise auch auf Menschen in meiner direkten Umgebung. Das macht die Sache an sich dadurch manchmal sehr emotional, weil man ja nicht aus Stein gebaut ist. Natürlich sollte die gefühlsmäßige Schiene dabei außen vor bleiben. Und natürlich sollte es dabei nur um mich gehen. Es gelingt einem jedoch eben nicht immer. Dann passiert es hier und da eben auch, dass man in ein ‘Gefühlsloch’ (so nenne ich das jetzt einfach mal) fällt, aus dem man schwer wieder heraus kommt. Jedenfalls für den Moment. Die Kraft, die man benötigt um vom Boden wieder aufzustehen, ist in diesem Moment dann stark reduziert.
Daher habe ich mal wieder auf einem meiner Lieblingsblogs ein wenig geluschert, was ich in genau solchen Momenten tun könnte. Dabei habe ich etwas gefunden, was ich mir wirklich öfter mal ins Gedächtnis rufen sollte. Es geht darum, den Propeller des Optimismusses anzuschmeißen und dadurch wieder Kraft zu tanken und vor allem wieder ZU SICH ZU FINDEN.
Ich habe euch drei dieser für mich wichtigen Sätze mal kopiert:
See the positive aspect of every situation.
Think positive thoughts.
Hang out with positive people.
Euch allen einen schönen Tag und viele positive Gedanken, denn dann ist nichts negativ.
Posted: May 22nd, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: Abschied, Dänemark, Ende, Gesundheit, Hoffnung, Leben, Reise, Zeichen |
Der dritte Tag im Krankenhaus war angebrochen und so langsam schwand meine Ruhe in den Diskussionen mit den Ärzten. Meine Stimme wurde energischer und die Sätze kürzer. Ich drängte alle zu einer Lösung.
Als der Arzt sich tatsächlich schon um 14:30 Uhr blicken ließ, versprach der mir auf mein bestimmendes Verhalten hin, sich mit einigen Oberärzten über die Sache Dänemark-Deutschland zu unterhalten und mir spätestens am nächsten morgen eine Antwort zu präsentieren.
Somit startete der vierte Tag mit einem Arztbesuch und der Nachricht, dass das Krankenhaus in Dänemark keine Kosten in Deutschland übernehmen wird. Ich musste nun eine Entscheidung treffen…
…Ich entscheide mich für meine Gesundheit und werde meine Zelte im Dänenland abbrechen. Ich werde heute alles kündigen und mich aus diesem Land abmelden, um dann eine Krankenversicherung in Deutschland machen zu können. Freitag, den 23.05.2008, werde ich um 20:00 Uhr in Kopenhagen in ein Flugzeug nach Berlin TXL steigen und um 21:05 bereits deutschen Boden betreten.
Ein halbes Jahr lang habe ich unser Nachbarland Dänemark genossen. Die Menschen und ihre Mentalität haben mir gefallen; die Arbeit war wegen der stressfreien Bestimmungen angenehmer; das Nachtleben ist immer wieder aufregend…ein Weilchen könnte ich noch so weiter schreiben. Aber nun ist diese Reise zu Ende. Ich nehme dieses Ende an und sehe es als Chance für mich. Ich gehe guter Hoffnungen zurück nach Deutschland, vor allem weil ich wieder einen Teil über mich gelernt habe. Das Ende der Reise hier in Dänemark hat mir einiges über mich aufgezeigt – ich bin mir selbst wieder ein Stück näher gekommen. Also hat sich auch dieses Schritt in meinem Leben mehr als gelohnt.

Der Weg zu sich selbst ist der härteste überhaupt. Doch man bekommt immer wieder Zeichen. Es gilt diese wahr zu nehmen und etwas daraus zu machen. Ich bin dabei und für alle, die es als Scheitern sehen: ihr könnt mich nicht mal mehr an eurem Arsch lecken… !
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