A lonely day in daddy’s life

Wehmütig betrachtet er den letzten Rest seiner Kippe zwischen den gelben Fingerkuppen. Auf dem Stein vor ihm ein stattlicher Haufen ausgedrückter, selbst gedrehter Zigarettenreste. Zwischen seinen Beinen eine trostlose Dose Bier. Halbleer. Sein Blick wandert auf den schäumenden Überrest des letzten Schluckes. 16 Jahre hat er seinen Sohn nicht mehr gesehen. Ein paar Cowboystiefel hatte er ihm zum Geburtstag gekauft. Das Paket kam postwendend zurück. Mit einem freundlichen ‘fuck you’ von der Mutter. Einsam ist er. Jeden Tag. Flüchtet sich in seine Alkoholsucht. Sucht Trost. Und findet nur noch mehr loneliness.

219724-stock-photo-mensch-hand-einsamkeit-finger-pause-rauchen

 Photo: careaux mit o.

Weiterlesen

Der Berg und das Tal

An einem Tal lag einst ein Berg. Beide kannten sich schon eine ganze Weile und wussten sich gegenseitig zu schätzen. Während das Tal das Leben eines Tales lebte und mit seinen Bewohnern täglich neue Dinge erlebte, lebte der Berg das Leben eines Berges und schlug sich mit Dingen wie Wind und Wetter herum. Ab und zu, wenn es die Zeit erlaubte und es die Situation ergab, plauderte das Tal mit dem Berg über das Aufhalten der Winde und das Abfangen der Stürme. Und der Berg schüttet sein Herz über das Abregnen der Wolken und die Schwüle der Sonnentage aus. So verband die beiden das Band der Freundschaft miteinander und sie lebten friedlich Seite an Seite.

Eines Tages, es war schon eine ganze Weile her, dass Tal und Berg miteinander kommunizierten, beschloss der Berg das Tal mal wieder anzusprechen: “Hey Tal, lange nichts von dir gehört. Wie geht es dir?” Das Tal, völlig überrascht davon vom Berg angesprochen zu werden, reagierte gereizt und mit wenig Verständnis: “Hallo Berg. Ja natürlich ist alles klar. Warum fragst du so?” “Weil wir lange nichts voneinander gehört haben und weil ich einfach mal wissen wollte, was bei dir so los ist.” Das Tal, immer noch sehr wenig darüber erfreut, dass der Berg dieses ansprach, reagierte patzig und antwortete nur das Nötigste. Der Berg war völlig überrascht über diese Reaktion und begann das Tal zu fragen, warum es so reagierte: “Tal, warum reagierst du so? Ich halte seit Jahren die Winde und Stürme von dir fern. Fange die Kälte ab und lasse die Sonne zu dir hindurch. Ich schütze dich und deine Bewohner Tag für Tag und bin immer für dich da.” Das Tal lauschte nur halbherzig den Wortes des Berges und beschloss daraufhin dem Berg seine Meinung zu sagen: “Berg, das ist alles schön und gut. Nur muss ich doch nicht ständig dankbar dafür sein? Halte ich dir ständig meine Dienste vor oder erinnere dich daran, was ich alles für dich tue oder getan habe?” Der Berg, völlig verdutzt von den Worten des Tales, hatte nur noch das Gefühl sich zurück ziehen zu wollen. Doch bevor er gänzlich verschwand, legte er dem Tal folgende Worte mit ans Herz: “Liebes Tal, ich erwarte keine Dankbarkeit von dir. Ich erwarte auch nicht, dass wir uns ständig sagen, was wir füreinander gemacht haben. Aber ich erwarte einen respektvollen Umgang mit dir. Eben weil wir all die Dinge wissen, die wir nicht mehr aussprechen müssen. Und sollte das zu viel verlangt sein, dann sollten sich unsere Wege fortan trennen.”

Und so trennten sich die Wege von Berg und Tal. Und zwar so sehr, dass sie kein Band der Freundschaft und kein Weg mehr miteinander verband. So geschieht es jeden Tag. Und mal bist du der Berg und mal stehst du im Tal.

Weiterlesen

Die Kids von der Bounker Street

Sie waren kaum größer als der Eisstand, an dem sich ihre Nasen aneinander reihten. Jacky konnte gerade so das Geld auf den kleinen silbernen Teller legen, bevor sie ihre drei Kugeln Schoko bekam. Ben wollte den Eismann wie immer austricksten. Auf sein Zeichen hin begannen seine beiden Kompagnons sich in die südliche und nördliche Himmelsrichtung zu verteilen. Jacky lief blitzschnell die Straße hinunter, das Eis griffsicher in ihrer Hand. Robert versteckte sich derweil hinter dem ersten Rosenstrauch von Misses Jerke. Die ältere Dame betrat ihren Garten sowieso nur, wenn der Postbote sich traute etwas in ihren faulenden Briefkasten zu werfen. Während die beiden Kids sich also vor dem tobendem Eisverkäufer versteckten, genoss Ben sein Eis bereits auf einer Bank in der brütenden Sommerhitze. Abgehetzt vom Versteckspiel krauchten wenig später auch Jacky und Robert zu ihm. Das Eis kaum aufgegessen, schmiedeten die Drei bereits den nächsten Plan. Nun wollten sie hinunter zum Fluss und von der Brücke ins kühle Nass springen. Jacky lief in freudiger Erregung den beiden voran. “Nun kommt schon oder wollt ihr, dass die Sonne euch schmilzt”, grinste sie frech. Das ließen sich die Jungs nicht zweimal sagen und so lieferten sie sich ein Wettrennen bis zum Ufer. An der Flussbrücke rissen sich die Drei die Klamotten vom Leib und kletterten die Holzpfähle hinauf zu dem kleinen Vorsprung, den bereits die Eltern ihrer Großeltern zum Absprung ins Wasser benutzten. Die Jungs sprangen voran. “Komm Jacky, es ist herrlich hier unten”, riefen die beiden ihrer zierlichen Freundin zu. Jacky, die die Höhe nur mit Ehrfurcht ertrug, kniff ihre Augen so fest sie nur konnte zusammen und spannte ihre Füße an. Sie wollte genau so weit hinaus springen wie ihre beiden Freunde. Sie bemühte all ihre Kräfte und sprang so weit ab, wie sie nur konnte. Zuviel. Denn fortan zählte die Bounker Street ein Kind weniger.

Weiterlesen

Buchtipp: Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna

 

Ich möchte noch einmal ausführlich über meine neueste Bucherrungenschaft berichten. Es handelt sich um ein kleines, gebundenes Goldsstück von 193 Seiten. Der Name: “Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna”. Der Autor heißt schlicht und einfach Fynn und hat dieses zauberhafte Meisterwerk 1974 in Englisch geschrieben. Der Bestseller ist mittlerweile in vielen Sprachen erhältlich (natürlich auch auf Deutsch).

Die Geschichte handelt von einem 5-jährigen Mädchen, das vor der Gewalt in ihrem zu Hause flieht und in die Arme von Fynn läuft. Dieser nimmt sie mit seinen 19 Jahren bei sich, seiner Mutter und seinen Geschwistern zu Hause auf. Fortan verändert sich sein Leben derart, dass nichts mehr ist, wie es einmal war. Und zwar zum Positiven. Denn die kleine Anna scheint in ihrer Art und mit ihrer Denkweise ein kleiner Engel zu sein. Anna denkt über alles und jeden nach und bezieht sich dabei in ihrer wundervoll kindlichen Art immer wieder auf ihren Glauben an Gott. Mister Gott halt. Das Buch nimmt leider kein Happy End, denn die kleine Anna stirbt bei einem Unfall. Doch selbst der Tod ist für sie nichts Schlimmes, denn: “Tod sein ist Ausruhen. Da kannst du zurückschauen und alles in Ordnung bringen, bevor zu weitergehst.” (Keine Angst, dieses Buch ist nicht für religiöse Menschen, sondern für alle gedacht.)

Übrigens: Darauf gestoßen bin ich am Duisburger Hauptbahnhof, als ich mir die Wartezeit auf meinen Schulexpress nach Köln in der Buchhandlung Grauert vertrieb. Das Regal gegenüber der Kasse zog mich quasi magisch an mit seinen kleinen Schätzen. Als nächstes habe ich mir schon diesen hier bestellt.

Falls ihr mögt, die Fischer TaschenBibliothek hat so einige Entdeckungen auf Lager! :-)

Weiterlesen

Unsere Liebe, wie das verrückte Kind

Unsere Liebe ist wie das verrückte Kind,
das losrennt, um das Leben zu umarmen,
das die Hoffnung in sich trägt,
an Liebe glaubt und sie in sich trägt.
Sich Eigenheiten im Herzen behält,
das hinfällt, aufsteht und weiterläuft,
um das Leben in vollen Zügen zu genießen.
Unsere Liebe ist wie das verrückte Kind.

Weiterlesen

Ich hatte einen Traum

Ich hatte einen Traum. Einen Tagtraum.
Jemand holte alle Sterne vom Himmer, verteilte sie auf der Erde. Einen für jedes Land, jeden Menschen, jedes Tier. Die ganze Welt begann zu leuchten, erhellt vom lichten Schein der Stern.
Freude breitete sich aus, Liebe und Frieden.
Beim Erwachen freute ich mich über diesen schönen Gedanken. Ich schaute mich um, gespannt, was die Menschen wohl mit den erhaltenen Sternen machten. Das Bild aber entsprach nicht meinem Traum. Die Menschen stritten sich, wessen Stern der schönste, strahlendste war. Einer stahl die Sterne der Mitmenschen, um selbst noch mehr zu leuchten, ein andere brachte seinen Stern zur Bank, um noch mehr Sterne zu erhalten. Trauer breitete sich aus, Neid und Krieg.
Beim Eindunkeln blickte ich zum Himmel. Doch da fehlte etwas, was mir sonst Hoffnung machte. Etwas, was mit den Weg zeigte, mich träumen ließ von einer anderen Welt. Nun blickte ich nur ins schwarze Nichts, eine dunkle Schwere über uns.
Ich hatte einen Trau. Einen Tagtraum.
Jemand brachte alle Sterne zum Himmel zurück. Dafür entzündete er die Sterne im Herzen. Im Herzen jedes Menschen, jedes Tieres, jeder Pflanze. Alle begannen von innen heraus zu leuchten. Sie schmückten sich nicht mehr mit einem fremden Licht, die Wärme kam aus ihrem Herzen. Kein Wetteifern mehr, wer den größten, schönsten Stern hatte. Wenn sie ihn gut pflegten, wuchs der Stern in ihnen. Und wenn sie einen Stern im Herzen der Mitmenschen entzündeten, spürten sie auch die Wärme des eigenen Sterns umso stärker. Gemeinsam schauten sie zum Himmel, die Sterne gaben ihnen Mut, Hoffnung und Liebe.
Ich hatte einen Traum. Einen Tagtraum.
Wenn wir daran glauben und den Stern in unserem Herzen entzünden, können wir mit seiner Wärme die Liebe und    Hoffnung weitergeben.

by Nadine Christine Saxer

Weiterlesen

Auf der Suche

In den unendlichen Weiten deines Ichs wirst du immer wieder Raum finden, den du nicht zu füllen weißt. Die Leere dort drinnen wird dir komisch vorkommen, aber mit der Zeit wirst du sie akzeptieren. Deine Fragen werden Antworten mit sich bringen und du wirst dich vollkommener fühlen.

Unendlich viel Schwarz kannst du nicht durch einen Tropfen Weiß auffüllen. Du wirst es versuchen. Immer und immer wieder. Und vielleicht gelingt es dir ja das Dunkel ein wenig zu erhellen. Nur ein kleines bisschen. Ganz wenig.

Man ist immer allein, wenn es um einen selbst geht. Wo einst Menschen um dich waren, stehen verstumme Körper um dich. Sie werden dir nicht zuhören. Du musst dir selbst zuhören. Auf der Suche nach Ohren und Augen wirst du bei dir selbst ankommen. Auf den Rest kannst du dann gut und gerne verzichten.

Weiterlesen

Das Ende vom Kreis

Gib nicht auf
Du bist gleich da
Und dann vergisst du das was vorher war
Du bist gleich da
Du bist gleich da
Am Ort wo vor dir keiner war

Halte durch
Du bist ganz nah
Und dann vergisst du das was vorher war

Und nichts hält dich auf
Nichts bringt dich zum Steh’n
Denn du bist hier, um bis ans Ende zu geh’n
Kein Weg ist zu lang
Kein Weg ist zu weit

Denn du glaubst an jeden Schritt
Weil du weißt
Irgendwann schließt sich der Kreis
Irgendwann schließt sich der Kreis

Halte durch
Bleib jetzt nicht steh’n
Das Ziel ist dort im Nebel schon zu seh’n
Kannst du es seh’n?
Kannst du es seh’n?

Das Ende ist kaum noch zu verfehl’n
Denn nichts hält uns auf
Nichts bringt uns zum steh’n
Denn wir sind hier, um bis ans Ende zu geh’n
Kein Weg ist zu lang
Kein Weg ist zu weit
Denn ich glaub an jeden Schritt
Weil ich weiß
Irgendwann schließt sich der Kreis
Irgendwann schließt sich der Kreis

Gibt nicht auf
Du bist gleich da
Am Ort wo vor dir keiner war

by Silbermond
Weiterlesen

Ich zu euch

Ihr mögt vielleicht gestärkt in eurer Haltung sein. Das bin ich auch! Ihr habt vielleicht eure Ansicht von Dingen, die euch interessieren. Mich interessiert aber noch viel mehr! Euer Urteil ist schneller gefällt, als alle Richter zusammen entscheiden können. Und ich sage euch, nur einer darf richten und tut es trotzdem nicht! Eure Position scheint stabil zu sein. Aber die bröckelnde Fassade ist längst am einstürzen! Ihr nennt ‘Achtung’ euren zweiten Vornamen und merkt nicht, wie respektlos ihr seid! Konsum ist euer Leben. Meins nicht! Ihr nehmt die Gesellschaft als euren Spiegel. Ich schäme mich dafür! Ihr liebt alle ganz romantisch. Ich liebe mit dem Herzen!

Weiterlesen