FrauLehmann schreibt ein Buch

Die Erlebnisse der vergangen Wochen, Monate und Jahre haben dazu geführt, dass ich all die Dinge in meinem Kopf nicht mehr nur in meinem Blog schreiben mag, sondern in ein richtiges Buch. Deshalb sitze ich bereits seit vielen Stunden an der Anfertigung meines Werkes, was den Namen “Die andere Hälfte” tragen wird. Ihr dürft gespannt sein, denn eine Fortsetzung ist bereits geplant und hat Dank eines Bekannten auch schon den aberwitzigen Namen “Die dritte Hälfte”.

Ein kleiner Vorgeschmack:

 

Sie fragen sich, warum Sie sich dieses Buch gekauft haben. Ich kann Ihnen diese Frage nicht beantworten, aber ich verrate Ihnen, worum es in diesem Buch geht: Seien Sie nicht enttäuscht, denn auf den folgenden Seiten gibt es weder eine Figur aus einem Rosamunde Pilcher Roman, noch eine vollständige Autobiografie des Autors. Zumindest aber können Sie zwischen den Zeilen Auszüge aus einem Leben entdecken und Geschichten, die Sie vielleicht sogar schon einmal selbst erlebt haben, verpackt in einer Person namens Emmy. Und Emmy ist durchaus eine Lesereise durch diesen Carpaccio-dicken Schinken wert. …

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Mein Buch wird als eBook erhältlich sein. Mehrere kleine Geschichten, die liebevoll aufeinander aufbauen, sind für unterwegs, zwischen den Kindern und abends unter der Decke gedacht. Für alle, die gerne Lesen oder sich dahin entführen lassen.

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So wie du bin ich

Es gab mal ein Mädchen. Sie hatte eine unglaubliche Ausstrahlung. Ihre Gestik und Mimik haben mich immer verzaubert. Lange Zeit wollte ich so sein wie sie. So lachen und dabei mit den Augen so strahlen wie sie. Ihre Hände waren geschickt in Malerei und das kann ich bis heute nicht.

Ich habe lange nichts von ihr gehört oder gelesen. Was sie macht, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Immer, wenn wir uns gesehen haben, wurde es zwischen uns distanzierter. Vielleicht ist das im Leben einfach so. Ich habe ihr bis heute nicht gesagt, was ich von ihr halte oder wie ich sie sehe. Aber ich habe etwas gefunden, was sie mir hätte nie geben können oder besser, was ich hätte von ihr erwarten oder klauen können: mich. Und es fühlt sich viel besser an, als ich vermutet habe. Es ist mein Lachen mit meinem Glanz in den Augen. Meine Gestik und Mimik finde ich umwerfend. Nichts desto trotz danke, an das Mädchen, was mir gezeigt hat, wie man man selbst sein kann.

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I had

I had a nice nursery and big windows. I had a car and a piano in my own house. I had a garden and all kinds of flowers you can imagine. I had good times with my brother and the rest of my family. I had blonde hair, sometimes shorter, sometimes longer. I had coffee and tea and both with alcohol. I had wishes and dreams and the reality. I had promises and a broken heart. I had satisfaction and tears in my eyes. I had friends and people who wanted to be my friends. I had debts and cash flow. I had broken shoes and a wedding dress. I had air in my lungs and dust in my mouth. I had almost everything, but I never had me and I had never me.

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Sein

Ich möchte sein, wie ich bin. Atmen, wie ich möchte und nicht atmen, wenn ich nicht will. Ich möchte sein gelassen werden, wenn ich es brauche und nicht sein gelassen werden, wenn es für mich besser wäre. Ich kann scheiße sein, das steht außer Frage. Aber das bin dann ich. Und es hat auch nur was mit mir zu tun. Vielleicht ist das was ich verlange zu viel verlangt. Ich kann aber so sein.

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Sofaruhe

Auf dem Weg nach Hause bin ich glücklich den kalten U-Bahn Schacht zu erreichen. Die Tasche ist schwer und meine Schultern müde. Ich setze mich neben eine Frau im mittleren Lebensalter. Sie wirkt nervös. Ich versuche sie anzulächeln. Sie zuckt verschreckt und schaut in Windeseile weg. Sofort kramt sie ein Medikament aus ihrer Tasche. Opipramol. Ein trizyklisches Antidepressiva. Ihre Selbstgespräche werden lauter und sie schluckt hastig ein paar Pillen. Als die Bahn kommt, setze ich mich neben 2Punks. Er wirkt gelassen, sie, die gerade um die Volljährigkeit sein muss, erzählt ihm von ihrer Schwangerschaft. Muss ganz frisch sein, denn man sieht noch nix. Ein paar Jugendliche auf dem Vierer gegenüber schmeißen mit Schokoladenkeksen um sich. Mein weißes Shirt bekommt auch etwas ab. Ich werde laut, die Jungs leise. Ein paar Minuten später schmilzen die aufgehobenen Kekse in ihren Händen. Ein bisschen freue ich mich darüber. Zu Hause ist das Letzte was laut ist, das Knallen meiner Wohnungstür. Danach Ruhe. Völlige Ruhe. Auf dem Sofa sacke ich muskellos zusammen. Bis morgens bekommt mich dort niemand weg.

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Ich zu euch

Ihr mögt vielleicht gestärkt in eurer Haltung sein. Das bin ich auch! Ihr habt vielleicht eure Ansicht von Dingen, die euch interessieren. Mich interessiert aber noch viel mehr! Euer Urteil ist schneller gefällt, als alle Richter zusammen entscheiden können. Und ich sage euch, nur einer darf richten und tut es trotzdem nicht! Eure Position scheint stabil zu sein. Aber die bröckelnde Fassade ist längst am einstürzen! Ihr nennt ‘Achtung’ euren zweiten Vornamen und merkt nicht, wie respektlos ihr seid! Konsum ist euer Leben. Meins nicht! Ihr nehmt die Gesellschaft als euren Spiegel. Ich schäme mich dafür! Ihr liebt alle ganz romantisch. Ich liebe mit dem Herzen!

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Eine Hand voll Gedanken

Ich muss ständig an ihre Hände denken. Als Kind haben sie mich gestreichelt, wenn ich Aua hatte. Und niemand konnte den Kuchenteig besser kneten, als ihre Hände.

Im Laufe der Jahre haben sich ihre Händer verändert. Die Adern sieht man jetzt deutlicher als früher und kleine Fältchen haben sich tief eingeprägt. Trotzdem sind sie für mich immernoch wunderschön.

Ich habe ihre Hände sehr lange nicht mehr gesehen und ich würde so gerne sehen, wie sie aussehen und sich verändert haben. Ich denke ständig an sie…

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Rettung

In mir schlummern die vergangenen Erlebnisse. Sie kommen unaufhörlich hoch und lassen mich vor Angst innerlich zittern. Sie sind mein ständiger Begleiter und es ist mühsam noch mehr Seelen neben meiner zu füttern. Unaufhörlich dürsten und hungern sie nach mehr und immer mehr. Ihre Kehlen sind wie riesige Kelche, die in einen nicht aufhörenden Schlund hinunter führen. Jeder Funken Nahrung wird von ätzender Säure begleitet. Sie frisst sich unaufhörlich tiefer in meine Eingweide. Die Schmerzen sind unerträglich.

Wenn das Leben ist, was ist dann Leiden? Der momentane Zustand ist lebendiges Leiden. Wann erlange ich das Leben wieder? Dazu braucht es keine Zeit!

Wenn du kurz vor dem Ersticken bist, dann hast du 2 Möglichkeiten: zieh dir die Tüte vom Kopf oder lass sie drauf! Ich habe den riesigen Plastiksack satt. Ich bin es leid! Wenn man sich einmal an die Tüte gewöhnt hat … dann bekommt man sie trotzdem entfernt.

So ziehe ich behutsam und bei vollem Bewusstsein den grauen Schleier beiseite und schaue auf die Welt – eine neue Welt. Die Farben springen mir entgegen und ein frischer Wind weht mir um die Nase. Und ich atme – ohne an der Plastiktüte zu ersticken und füttere ab jetzt nur noch meine Seele.

Frieden? Frieden!

 

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