Tag Archives: Krieg

Alltagswahn Lebensmüde Webmania

Kein Tag wie der andere

Dass kein Tag wie der andere ist, nimmt jeder, der über einen gesunden Menschenverstand verfügt, täglich wahr. Bezogen auf das Internet wird diese Aussage jedoch ein Stück weit mehr zu einem Drama, wenn man sich die folgenden Links einmal verinnerlicht:

Wer sich von zu Hause ausgesperrt, ruft den Schlüsseldienst. Wer sich allerdings aus dem Internet aussperrt, der sollte sich Andrés netten Selbstversuch anschauen. Was der Mensch sonst noch so alles anstellt und mit sich anstellen lässt, zeigt Riese Google einmal mehr. Doch der Mensch ist zu mehr im Stande, als sich einfach nur zum Volldeppen zu machen. Ein tolles Beispiel hierfür ist die Aktion der israelischen Bevölkerung in Zeiten des Nahostkonfliktes. Wo dort zum Beilegen der Waffen aufgerufen wird, sind die japanischen Designer Jack Chang and Josh Cheng echt zum Schießen. Doch ein Land wäre kein Land, wenn sich nicht die Politik in das derzeitige Geschehen einmischen würde. Darum wird sie uns künftig sagen wer wir sind, indem sie herausfindet wo wir sind. Rosige Aussichten also. Als wäre das nicht genug, verabschieden sich die Journalisten schon mal von ihrem Beruf und geben ihn in die Hände der Knöpfe. Und noch mehr wird abgegeben. IKEA beispielsweise verabschiedet sich vom bloßen Möbeldiscounter und macht jetzt in Technik. Uppleva! Ganz neu erlebt auch Samuel L. Jackson das technische Zeitalter. Siri, Siri, Siri anstatt Kiri, Kiri, Kiri. Richtige Köpfe rollen derzeit in so manchen Chefetage. Wenn die Zahlen eben rot sehen. Jetzt aber bloß nicht in Ohnmacht fallen. Denn Fehler sind menschlich. Nur leider auch manchmal sehr teuer, wie folgendes Beispiel zeigt. Eine ganze Generation tuschelt bereits darüber und es lohnt sich! Gelohnt hat sich auch der Verkauf der Wohnungseinrichtung von Sascha Lobo für einen guten Zweck. Ob sich allerdings die Blättchen von Rapper Snoop Dogg rentieren, bleibt fraglich. Als rentabel erwiesen gilt jedoch die gute alte CD, die immer noch 74% des Gesamtumsatzes der Musikindustrie ausmacht. Allerdings muss man sich auch hier Gedanken machen, denn die klassische Zielgruppe gibt es angeblich nicht mehr.

Gedankensolo TakeAway

Ich hatte einen Traum

Ich hatte einen Traum. Einen Tagtraum.
Jemand holte alle Sterne vom Himmer, verteilte sie auf der Erde. Einen für jedes Land, jeden Menschen, jedes Tier. Die ganze Welt begann zu leuchten, erhellt vom lichten Schein der Stern.
Freude breitete sich aus, Liebe und Frieden.
Beim Erwachen freute ich mich über diesen schönen Gedanken. Ich schaute mich um, gespannt, was die Menschen wohl mit den erhaltenen Sternen machten. Das Bild aber entsprach nicht meinem Traum. Die Menschen stritten sich, wessen Stern der schönste, strahlendste war. Einer stahl die Sterne der Mitmenschen, um selbst noch mehr zu leuchten, ein andere brachte seinen Stern zur Bank, um noch mehr Sterne zu erhalten. Trauer breitete sich aus, Neid und Krieg.
Beim Eindunkeln blickte ich zum Himmel. Doch da fehlte etwas, was mir sonst Hoffnung machte. Etwas, was mit den Weg zeigte, mich träumen ließ von einer anderen Welt. Nun blickte ich nur ins schwarze Nichts, eine dunkle Schwere über uns.
Ich hatte einen Trau. Einen Tagtraum.
Jemand brachte alle Sterne zum Himmel zurück. Dafür entzündete er die Sterne im Herzen. Im Herzen jedes Menschen, jedes Tieres, jeder Pflanze. Alle begannen von innen heraus zu leuchten. Sie schmückten sich nicht mehr mit einem fremden Licht, die Wärme kam aus ihrem Herzen. Kein Wetteifern mehr, wer den größten, schönsten Stern hatte. Wenn sie ihn gut pflegten, wuchs der Stern in ihnen. Und wenn sie einen Stern im Herzen der Mitmenschen entzündeten, spürten sie auch die Wärme des eigenen Sterns umso stärker. Gemeinsam schauten sie zum Himmel, die Sterne gaben ihnen Mut, Hoffnung und Liebe.
Ich hatte einen Traum. Einen Tagtraum.
Wenn wir daran glauben und den Stern in unserem Herzen entzünden, können wir mit seiner Wärme die Liebe und    Hoffnung weitergeben.

by Nadine Christine Saxer

TakeAway

Lied vom Kindsein

Als das Kind Kind war,
ging es mit hängenden Armen,
wollte der Bach sei ein Fluß,
der Fluß sei ein Strom,
und diese Pfütze das Meer.

Als das Kind Kind war,
wußte es nicht, daß es Kind war,
alles war ihm beseelt,
und alle Seelen waren eins.

Als das Kind Kind war,
hatte es von nichts eine Meinung,
hatte keine Gewohnheit,
saß oft im Schneidersitz,
lief aus dem Stand,
hatte einen Wirbel im Haar
und machte kein Gesicht beim fotografieren.

Als das Kind Kind war,
war es die Zeit der folgenden Fragen:
Warum bin ich ich und warum nicht du?
Warum bin ich hier und warum nicht dort?
Wann begann die Zeit und wo endet der Raum?
Ist das Leben unter der Sonne nicht bloß ein Traum?
Ist was ich sehe und höre und rieche
nicht bloß der Schein einer Welt vor der Welt?
Gibt es tatsächlich das Böse und Leute,
die wirklich die Bösen sind?
Wie kann es sein, daß ich, der ich bin,
bevor ich wurde, nicht war,
und daß einmal ich, der ich bin,
nicht mehr der ich bin, sein werde?

Als das Kind Kind war,
würgte es am Spinat, an den Erbsen, am Milchreis,
und am gedünsteten Blumenkohl.
und ißt jetzt das alles und nicht nur zur Not.

Als das Kind Kind war,
erwachte es einmal in einem fremden Bett
und jetzt immer wieder,
erschienen ihm viele Menschen schön
und jetzt nur noch im Glücksfall,
stellte es sich klar ein Paradies vor
und kann es jetzt höchstens ahnen,
konnte es sich Nichts nicht denken
und schaudert heute davor.

Als das Kind Kind war,
spielte es mit Begeisterung
und jetzt, so ganz bei der Sache wie damals, nur noch,
wenn diese Sache seine Arbeit ist.

Als das Kind Kind war,
genügten ihm als Nahrung Apfel, Brot,
und so ist es immer noch.

Peter Handke / Bruno Ganz

Alltagswahn Gedankensolo TakeAway

Gerhard Schöne

Es gibt Menschen, die haben sich tief in meinen Kopf gebrannt. Darunter zählt Gerhard Schöne. Während meiner Kindheit hatten wir alle Schallplatten seiner Kinderliedersammlung. Und ich habe sie immer bis tief in die Nacht verschlungen. Seine Texte klären spielerisch und durch seine bildhaften Umschreibungen einprägsam über das auf, was einem Kind im Erwachsenenleben bewusster werden wird. Darunter fallen z.B. Themen wie Krieg, Natur und Liebe. Genug geredet. Listen and repeat:

Track 1

Track 2

Track 3

Für mich wurden dank Gerhard Schöne Brücken geschaffen, die viele Kinder heute nicht kennen. Ich bin sehr dankbar für diese Lebensbereicherung, die ich auch als Erwachsener noch genieße. Und nun wünsche ich auch den DDR-Pessimisten viel Spaß beim Hören. :D