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Freunde

Ich weiß nicht, ob du das Gefühl kennst, angekommen zu sein. Es ist eine Mischung aus heimischen Wurzeln und beendeter Suche. Die beschützenden Mauern eines Hauses, die dir immer gefehlt haben. Ein Fundament für die Ewigkeit. Die Vertrautheit in Person. Der ewige Frühling.

Jedenfalls, wenn du das Leben so sehr zu schätzen und zu lieben weißt, die Sonne für dich jeden Tag ein bisschen heller scheint und die Welt sich spürbar dreht, dann heißt dein Glück Freunde.

Schwarz wird zu Weiß und Rosa strahlt in Neonpink. Jede Berührung erzeugt Kraft in dir und die gesprochenen Worte sind der Nährboden deiner Seele. Ein Bruch wird gemeinsam gekittet und einsame Zeiten zusammen beschritten. Stummes Lachen wird zu hallendem Freudenschrei und Tränen sind getrocknet, ehe sie die Welt erblicken. Der letzte Rest Brot ist ein geteiltes Festmahl und Wasser der Wein des Lebens. Geheimnisse gehütet wie im Vatikan, Geschichten verbreitet wie auf dem Marktplatz.

Angekommen am Ort, der sich Freundschaft nennt, breite dankbar deine Hände aus, denn du umarmst deine Freunde.

Steve Jobs hört auf sein Herz

“Du kannst die Punkte nicht verbinden, wenn Du nach vorne blickst. Du kannst die Punkte nur verbinden, wenn Du zurück blickst. So musst Du daran glauben, dass sich die Punkte irgendwie in der Zukunft verbinden werden.

Du musst an etwas glauben – Deinen Bauch, Schicksal, Leben, Karma oder was auch immer. Denn daran zu glauben, dass am Ende sich die Punkte verbinden werden, gibt Dir die Zuversicht, Deinem Herzen zu folgen. Auch wenn es Dich vom wohl ausgetretenen Pfad wegführt – und das macht den ganzen Unterschied.

Auch wenn es meiner Ansicht nach für einen Millionär wie Steve Jobs heute sehr einfach ist so etwas zu sagen, halte ich diesen Auszug aus seiner Rede an die Absolventen der Stanford Universität 2005 für sehr wahr und sehr wichtig.

Origin

Die Geschichte im Einklang mit der Musik berührt doch das Herz.

Seelenkratzer

In einer Vitrine in einem großen Möbelhaus stand ein Stuhl. Er war strahlend weiß und schöner als all die anderen Stühle in seiner Reihe. Sein Stuhlmacher war mächtig stolz auf seinen weißen Stuhl, denn er hatte viel Schweiß und Arbeit in sein Werk gesteckt. Die Leute, die an dem Stuhl vorbei gingen, staunten nicht schlecht. Und einige Leute hörte man sogar laut staunen. So verstrichen die Jahre und der Stuhl stand Tag ein Tag aus an seinem Platz und die Leute staunten und staunten. Eines Tages wurde das Schaufenster umdekoriert und der Stuhl musste einer neuen Dekoration weichen. Dabei bekam der Stuhl einen Kratzer ab, was ihm nicht nur weh tat, sondern was ihn auch anders aussehen ließ. Als er bald darauf wieder das Schaufenster schmückte, erkannten ihn die Leute auf einmal nicht mehr. Sie gingen wortlos und ohne ihn eines Blickes zu würdigen an dem Stuhl vorbei. Das bemerkten auch die Kaufhausinhaber und beschlossen den Stuhl auf den Dachboden zu bringen. Der Stuhl weinte bitterlich, denn er mochte nichts lieber, als in seinem Schaufenster zu stehen. Doch sein Bitten und Betteln nützte nichts und so stand er schon bald in der vollkommenen Dunkelheit und fühlte sich allein. Plötzlich hörte er ein Geräusch neben sich. Es wurde lauter und lauter und auf einmal waren da ganz viele Stühle, die alle sehr schön aussahen, aber mindestens einen Fehler hatten. Dem einen Stuhl fehlte beispielsweise ein Stück Bein, einem anderen war der Lack an der Lehne abgeplatzt. Der Stuhl merkte, dass er nicht alleine war und fühlte sich plötzlich gar nicht mehr so allein. Die anderen Stühle nahmen ihn liebevoll in ihren Kreis auf und zeigten ihm, dass er auch mit einem Makel ein toller Stuhl war. Und es dauerte nicht lange und der Stuhl hatte eine neue Familie und ein tolles Leben gefunden, das er bis ans Ende seiner Tage glücklich und zufrieden lebte.

(Mein Dachboden ist nah!)

Zum Nachdenken

“Dass du dich wehren musst, wenn du nicht untergehen willst, wirst du doch einsehen.”

Bertold Brecht

Würmerleben

Manchmal fühle ich mich wie ein Wurm, der ständig aufpassen muss, dass er nicht von den Großen zertreten wird. Und dabei habe ich dieses Aufpassen so satt!

Ein Schritt

Es war schon dunkel, als Saskia den Bahnsteig der S-Bahn erreichte. Im Schatten des Halbmondes erkannte sie den Mann mit dem schönen Hut und ein Lächeln glitt ihr über die Lippen. Verlegen schaute sie zu ihm rüber. Die Röte stieg ihr heimlich ins Gesicht. Er hatte seine Nase tief in sein Buch gesteckt. Den Titel erkannte man aus der Ferne nicht. Saskia strengte sich an, um mehr über den geheimnisvollen Hutträger zu erfahren. Ihre Blicken trafen sich. Verlegenheit machte sich breit. Ein kurzes Zögern Richtung Boden und ihre Blicke trafen sich erneut. Verschämt wendete sich Saskia von dem Unbekannten ab. “Entschuldigung, kennen wir uns”, fragte plötzlich eine klare Stimme hinter ihrem Rücken. “Ich? Wir? Also…”, Saskia war wie versteinert, als sie bemerkte, dass der Unbekannte mit seinem Hut wie aus dem Nichts bei ihr stand. “Ja, wir”, fragte er mit freundlichem Ton. “Ich weiß nicht.” Mehr bekam sie in jenem Moment nicht über die Lippen.

Das laute Quietschen der Bremsen der Bahn riss beide aus dem Gespräch. Sie stiegen gemeinsam ein. Ein Platz neben der Tür schien wie für beide gemacht. Sie setzten sich. In Schallgeschwindigkeit ging die Fahrt vorüber und so stiegen sie einen kurzen Augenblick später aus. An der Haltestelle sahen sich beide in ihre blauen Augen. In beiden Köpfen war das Bild eines Paares, was sich auf einer Blumenwiese im Sommer entgegen läuft. Schmetterlinge umgaben sie und der Geruch von Gras und Blüten erhellte die Umgebung. Zeitlupenartig machte er einen Schritt auf Saskia zu. Ein Stein war regungsvoller als sie. Er bremste ganz nah vor ihrem Gesicht und hob behutsam seine Hände, als wolle er sie schützend auf sie legen. Saskia spürte seinen warmen Atem und die Dinge um sie herum schienen wie im Nichts zu verschwinden. Ihre Versen hoben sich langsam vom nasskalten Betonboden. Sie reckte sich nach dem Hauch aus seinen Lippen. Beide schienen in ihrer Welt angekommen zu sein. Mit einem innigen Kuss besiegelten sie ihre Begegnung. Ihre Hände fest ineinander gepresst, genossen sie die Zeit. Dieser Abend war der Beginn einer tiefen Verbundenheit.

Himmel über mir

Ich schaue aus dem Fenster. Meine Augen gleiten dabei zwischen den Abdrücken der Regentropfen und dem was hinter meinen schmutzigen Fenstern liegt hin und her. Oft frage ich mich, ob sich so Erblinden anfühlt. Wie sieht man eigentlich die Dinge, wenn man von Geburt an nichts sieht?

Die richtig dicken Regentropfen bahnen sich immer einen mächtig breiten Weg über die Scheibe bis runter auf den Boden. Entweder haben die Kleinen keine Chance der Walze aus Wasser auszuweichen oder sie retten sich noch schnell genug in die Arme eines Weggefährten. Ich könnte das Spiel den ganzen Tag lang beobachten.

Die Sonne steckt ihre Nase nach einer langen Lichtdurststrecke mal wieder hinaus. Die ersten Rundflieger breiten ihre Flügel aus und ich sehne mich nach zu heißen Tagen auf grünen Wiesen und dem ständigen Brummen der Flieger über mir. Ein Gänseblümchen schmückt dabei mein Gesicht und ich schließe die Augen für ein noch intensiveres Gefühl.

Wir Menschen fliegen ja nicht. Und ehrlich gesagt trage ich den Wunsch fliegen zu können nicht vorausgesetzt in mir. Ein Vogel ist zum Fliegen da. Ein Mensch nicht. Aber Kerosin ist zum Fliegen da und Kerosin ist für uns Menschen. Also sollen wir Menschen doch fliegen?

Ich lehne mich mit der Unmöglichkeit zu fliegen zurück und lasse mich bis zum nächsten Regenguss in die Strahlen der Sonne fallen.

 

Rad der Drehung

Ich bin ein Zahnrad. Funktioniere, naja, wie ein Zahnrad nun mal funktioniert. 365 Tage im Jahr drehe ich mich in ein und dieselbe Richtung. Ich zicke nicht, weil ich damit alle anderen in Gefahr bringen würde. Ganz oben da arbeitet der “Dicke”. Er ist genau so lange hier wie ich und die anderen auch. Aber er ist eben der “ganz Große”. Sich selbst bezeichnet er als “the big fish”. Dabei macht er dem Namen nur vom Geruch her alle Ehre. Natürlich sagt ihm das keiner. Wieso auch. Wir funktionieren ja auch so, ohne ihm die Meinung zu geigen. Wünschen, ja das tun wir uns oft  einen anderen “Dicken”. Oder eine “Dicke”. Mit so großen Dingern, wenn ihr versteht, was ich meine. Abends gibt es immer eine Ölung mit den Jungs. Aber der “Dicke” mischt immer ordentlich mit. Also benehmen wir uns auch dort. Wenn einer wegschaut, dann schauen übrigens alle weg. Bringt anders auch nix. Sonst landen wir nachher noch alle in der “Kiste”. Und da will keiner hin. Wir haben ja schon die dollsten Geschichten über die “Kiste” gehört. Einer war mal kurz davor in der “Kiste” zu landen. Jetzt arbeitet er ganz nah beim “Dicken”. Er redet seitdem nur noch wenig mit uns hier unten. Vielleicht ist das auch gut so. Keine Ahnung. Ich spreche nicht viel mit den Jungs darüber. Tagsüber sind wir auch viel zu sehr mit Drehen beschäftigt. Spannend wird es nur, wenn einer unrund läuft. Dann ist hier immer ordentlich Aufregung in der Bude. Aber das hatten wir schon lange nicht mehr. Wer weiß, ob das überhaupt nochmal vorkommen wir. Wir drehen uns ja. Wir sind eben Zahnräder.

In der Mitte

Auf einem Feld, in seiner Mitte, trafen sich zwei Männer. “Was machst du da”, fragte der eine Mann. “Ich mähe das Gras”, antwortete der andere Mann, während er mit seiner Sense gleichmäßig durch die langen Grashalme fuhr. “Wird dir dabei nicht langweilig”, fragte der andere Mann verdutzt. “Nein”, antwortete der Mann mit der Sense. “Ich mache das Tag für Tag.” “Und was machst du mit all dem Gras, das du gemäht hast”, wollte der Mann neugierig wissen. “Ich gebe es meinen Tieren zu fressen. Und manchmal, wenn etwas Gras übrig ist, verkaufe ich es auf dem Markt.” “Und davon kannst du leben?” “Wie du siehst: ich lebe.” Der Mann, der aus der Stadt kam, wollte mehr wissen und fuhr mit seinen Fragen fort: “Aber warum kaufst du kein Gras in der Stadt für deine Tiere? Du würdest viel Zeit sparen und könntest dir ein Hobby zulegen.” “Warum sollte ich Zeit sparen?” Der Mann legte seine Sense nieder und setzte sich auf einen Vorsprung. Mit einem alten Klappmesser begann er genüsslich einen Apfel zu schälen.  “Sieh”, sprach der Mann und bot seinem Gegenüber ein Stück Apfel an. “Ich habe eine Verantwortung. Ich muss meine Tiere füttern, damit sie mir Milch geben. Daraus stelle ich Butter und Käse her. Nur so kann ich überleben. Das ist der Kreislauf meines Lebens.” “Ich habe auch Verantwortung”, brachte der andere Mann entschlossen entgegen. “Mein Fußballverein braucht mich jedes Wochenende!” “Wenn du das so für dich entschieden hast, dann gehört es zu deinem Leben.” “Und mein Chef könnte auch nicht ohne mich leben.” “Auch das ist deine Entscheidung”, erwiderte der Mann, den Apfel kauend, in all seiner Neutralität. “Warum sitzt du dann noch auf meinem Feld, wenn du woanders dringender gebraucht wirst”, wollte der Mann vom Feld wissen. Zögernd kamen die Worte über die Lippen: “Ich weiß es nicht.”

Auf einem Feld, in seiner Mitte, saßen zwei Männer.

Liebesblume

Der Mensch braucht die Liebe wie die Blume das Licht zum Wachsen.

So wie du bin ich

Es gab mal ein Mädchen. Sie hatte eine unglaubliche Ausstrahlung. Ihre Gestik und Mimik haben mich immer verzaubert. Lange Zeit wollte ich so sein wie sie. So lachen und dabei mit den Augen so strahlen wie sie. Ihre Hände waren geschickt in Malerei und das kann ich bis heute nicht.

Ich habe lange nichts von ihr gehört oder gelesen. Was sie macht, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Immer, wenn wir uns gesehen haben, wurde es zwischen uns distanzierter. Vielleicht ist das im Leben einfach so. Ich habe ihr bis heute nicht gesagt, was ich von ihr halte oder wie ich sie sehe. Aber ich habe etwas gefunden, was sie mir hätte nie geben können oder besser, was ich hätte von ihr erwarten oder klauen können: mich. Und es fühlt sich viel besser an, als ich vermutet habe. Es ist mein Lachen mit meinem Glanz in den Augen. Meine Gestik und Mimik finde ich umwerfend. Nichts desto trotz danke, an das Mädchen, was mir gezeigt hat, wie man man selbst sein kann.

Why


Every note I sing, every tone I bring
is for you
What have I done to me?
What have I done to you?
Is this already gone
what I just pushed on for you?
did I lose my bid of happiness to make what I love?
is this real is this fake who I am?
why do I fall in the ocean?
why don’t you take my hand?
why is my mind so empty?
why can I see the end of my life?
Everything I waste, everything I taste
is for you
What have I done to me?
what have I done to you?
Is this already gone
what I just pushed on for you?
did I lose my bid of happiness to make what I love?
is this real is this fake who I am?
why do I fall in the ocean?
why don’t you take my hand?
why is my mind so empty?
why can I see the end of my life?
why do I fall in the ocean?
why don’t you take my hand?
why is my mind so empty?
why can I see the end of my life?

by Valentine

Der Aufstieg im Abgrund

Wie oft standest du schon am Abgrund? Und bist doch nicht gesprungen! Aber immer wieder zieht es dich zu der Stelle, die alles beenden könnte. Mutig gehst du den Weg bis auf den letzten entscheidenden Meter. Du stoppst. Wie feige wäre es, sich jetzt umzudrehen und allen anfeuernden oder flehenden Rufen ins Gesicht zu schauen?! Also nimmst du all deinen Mut zusammen, bist fest entschlossen zu springen. Aber irgendetwas hindert dich daran. Du tust es erneut nicht. Enttäuscht von dir selbst, machst du dich auf den Heimweg. Mit gesenktem Haupt schlenderst du lustlos zu deiner Wohnungstür, wo dich Herr Vorwurf und Frau Antriebslos schon freudig erwarten. Morgen. Morgen wirst du ganz sicher springen. Oder vielleicht auch übermorgen. Aber dann ganz sicher. (Und in der Zwischenzeit kannst du deine Entscheidung einfach mal genießen.)

Der Einfachheit halber

Glückliche Herzen. Lachende Gemüter. Duftendes Leben. Schlichtes Sein.

Der Mond ist aufgegangen

Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille
und in der Dämmrung Hülle
so traulich und so hold
als eine stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer
verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wir stolzen Menschenkinder
sind eitel arme Sünder
und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinste
und suchen viele Künste
und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, laß dein Heil uns schauen,
auf nichts Vergänglichs trauen,
nicht Eitelkeit uns freun;
laß uns einfältig werden
und vor dir hier auf Erden
wie Kinder fromm und fröhlich sein.

Wollst endlich sonder Grämen
aus dieser Welt uns nehmen
durch einen sanften Tod;
und wenn du uns genommen,
laß uns in’ Himmel kommen,
du unser Herr und unser Gott.

So legt euch denn, ihr Brüder,
in Gottes Namen nieder;
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen
und laß uns ruhig schlafen.
Und unsern kranken Nachbarn auch!

by Matthias Claudius

Verdammt nochmal

Die Sonne scheint auf das Laminat und gibt den Blick auf ein grausames Bild frei: STAUB! Er ist nicht mein Erzfeind, aber wir sind auch keine Freunde. Also beschwingt den Swiffer zur Hand genommen und drauf los ge-ent-staubt. Ich bin mir sicher, dass mein Staubfänger gerne eine Auszeit nehmen würde, aber jetzt muss er glühen. Und er glüht. Denn keine 5 Minuten später ist er wieder da: der STAUB! Wir sind inzwischen immer noch nicht gut aufeinander zu sprechen. Also eine Liebesbeziehung wird das ganz sicher nicht. Aber irgendwie müssen wir ja miteinander klar kommen.

I had

I had a nice nursery and big windows. I had a car and a piano in my own house. I had a garden and all kinds of flowers you can imagine. I had good times with my brother and the rest of my family. I had blonde hair, sometimes shorter, sometimes longer. I had coffee and tea and both with alcohol. I had wishes and dreams and the reality. I had promises and a broken heart. I had satisfaction and tears in my eyes. I had friends and people who wanted to be my friends. I had debts and cash flow. I had broken shoes and a wedding dress. I had air in my lungs and dust in my mouth. I had almost everything, but I never had me and I had never me.

Manches vergeht nie

Gummi zersetzt sich nie und überdauert Menschenleben. Manch andere Dinge überdauern ebenfalls Menschenleben. So ist das auch mit Erinnerungen.

Ich sehe die Anrichte mit dem klobigen Küchenradio immer noch  genau vor mir. In der Sitzecke davor gab es zum Frühstück immer Kuchen. Schokoladenkuchen. Oder die aufgebackenen Brötchen wurden mit selbstgemachter Erdbeermarmelade bestrichen, so schmeckten auch die verbrannten Stellen ganz gut. ;-)

War das ein Boiler über der Spühle? Jedenfalls waren später unzählige Töpfe hinter der Eckdrehtür der neuen Küche verstaut. An der Wand ein Kalender mit Terminen und Geburtstagen, ein Ding wo immer Streichhölzer drin waren und noch sowas aus Plastik. Glaube ich. Vielleicht vergehen Erinnerungen doch. Dann sind sie wohl doch nicht wie Gummi.

photo: Lonko

Insel im Meer

Wenn du den Drang hast, ganz weit raus zuschwimmen, dann vergiss nie die Insel hinter dir. Blicke nicht all zu oft zurück, aber sei dir ihrer Existenz bewusst. Denn wenn du dich einmal verlieren solltest, kann ein Hafen deine Rettung sein.  Und es isst sich bekanntlich leichter an Land als auf einem sinkenden Schiff.