Insel im Meer

Posted: March 3rd, 2010 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , | 4 Comments »

Wenn du den Drang hast, ganz weit raus zuschwimmen, dann vergiss nie die Insel hinter dir. Blicke nicht all zu oft zurück, aber sei dir ihrer Existenz bewusst. Denn wenn du dich einmal verlieren solltest, kann ein Hafen deine Rettung sein.  Und es isst sich bekanntlich leichter an Land als auf einem sinkenden Schiff.


To Lose Someone

Posted: February 26th, 2010 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , | 2 Comments »

I lost you in the crowd
in an unfamiliar town
they found you back in the river
where hardly no one goes

I had so much to tell you
but it never came to words
I wish I could have told you
that no one can take your place

by Taken by Trees


Vordenker

Posted: February 24th, 2010 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Es ist wie bei einem Unfall: man weiß nicht, dass er passiert, aber wenn er passiert ist, dann weiß man immer wie er hätte vermieden werden können. Hinterher ist man also immer schlauer!

Heißt das auch, dass man aus der Vergangenheit lernt? Nicht jeder. Oder doch? Unterbewusst? Oder doch sehr bewusst? Trainiert man sein Bewusstsein eher auf die positiven Dinge die man nicht mehr tun will und verdrängt mehr oder weniger die schlechten Dinge? Sie werden einem so oder so wieder passieren, denn man hat sie ja bewusst verdrängt.

Dann wäre doch die beste Taktik die Augen zu öffnen und allen Dingen bewusst entgegenzutreten. Aber wir machen es trotzdem nicht. Andere machen es voreilig ohne abzuwägen. Was nun schlimmer ist, kann ich euch nicht sagen. Geschlossene Augen sind definitiv ein Paar offene Augen zu wenig auf dieser Welt, soviel steht fest.


Reality

Posted: February 12th, 2010 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , | 6 Comments »

2 days ago I realized something: we are all imperfect, but perfect in ourselves. That means even a murderer is just what it is – a perfect murderer with imperfectness. You can’t be NOTHING. You are always SOMETHING! Even the murderer ist something – a murderer. But if darkness enters, let the sunshine in your heart.


Stairs

Posted: January 26th, 2010 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

This video was made in an old coal mine in Essen – the european capital of culture 2010. If you have the chance to go there, GO FOR IT! It is simply amazing and indescribable!

Stairs from FrauLehmann on Vimeo.

Get some mor pics/impressions or information.


Das Ende vom Kreis

Posted: January 12th, 2010 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , | No Comments »

Gib nicht auf
Du bist gleich da
Und dann vergisst du das was vorher war
Du bist gleich da
Du bist gleich da
Am Ort wo vor dir keiner war

Halte durch
Du bist ganz nah
Und dann vergisst du das was vorher war

Und nichts hält dich auf
Nichts bringt dich zum Steh’n
Denn du bist hier, um bis ans Ende zu geh’n
Kein Weg ist zu lang
Kein Weg ist zu weit

Denn du glaubst an jeden Schritt
Weil du weißt
Irgendwann schließt sich der Kreis
Irgendwann schließt sich der Kreis

Halte durch
Bleib jetzt nicht steh’n
Das Ziel ist dort im Nebel schon zu seh’n
Kannst du es seh’n?
Kannst du es seh’n?

Das Ende ist kaum noch zu verfehl’n
Denn nichts hält uns auf
Nichts bringt uns zum steh’n
Denn wir sind hier, um bis ans Ende zu geh’n
Kein Weg ist zu lang
Kein Weg ist zu weit
Denn ich glaub an jeden Schritt
Weil ich weiß
Irgendwann schließt sich der Kreis
Irgendwann schließt sich der Kreis

Gibt nicht auf
Du bist gleich da
Am Ort wo vor dir keiner war

by Silbermond


Sein

Posted: January 7th, 2010 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , | 4 Comments »

Ich möchte sein, wie ich bin. Atmen, wie ich möchte und nicht atmen, wenn ich nicht will. Ich möchte sein gelassen werden, wenn ich es brauche und nicht sein gelassen werden, wenn es für mich besser wäre. Ich kann scheiße sein, das steht außer Frage. Aber das bin dann ich. Und es hat auch nur was mit mir zu tun. Vielleicht ist das was ich verlange zu viel verlangt. Ich kann aber so sein.


Der große Schmetterling

Posted: September 28th, 2009 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Comments »

Unendlich viele Regenbögen spiegeln sich auf seinen Flügel wider. Sobald er in die Lüfte abhebt, breiten sich die Schwingen des Schmetterlings bis über die Grenzen aller Länder hinweg aus. Noch weit entfernt spürt man den Luftzug seine Fluges. Wie ein weicher Wind streichelt er den Menschen über das Gesicht, durch das Haar und manche bekommen sogar eine Gänsehaut dabei.

g_schmetterling

Ständig ist er auf der Reise. Er rastet hier und da. Aber ruhen tut er nie. Seine Augen sehen selbst wenn sie geschlossen sind alles. Und sie sehen auch das Nichts. Darauf versucht der große Schmetterling uns aufmerksam zu machen. Seine Mühe kostet ihn nichts, aber uns sehr viel. Und nun steht ein weiterer Kampf für ihn bevor – der Kampf gegen Biene Maja.


Ich zu euch

Posted: June 27th, 2009 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 6 Comments »

Ihr mögt vielleicht gestärkt in eurer Haltung sein. Das bin ich auch! Ihr habt vielleicht eure Ansicht von Dingen, die euch interessieren. Mich interessiert aber noch viel mehr! Euer Urteil ist schneller gefällt, als alle Richter zusammen entscheiden können. Und ich sage euch, nur einer darf richten und tut es trotzdem nicht! Eure Position scheint stabil zu sein. Aber die bröckelnde Fassade ist längst am einstürzen! Ihr nennt ‘Achtung’ euren zweiten Vornamen und merkt nicht, wie respektlos ihr seid! Konsum ist euer Leben. Meins nicht! Ihr nehmt die Gesellschaft als euren Spiegel. Ich schäme mich dafür! Ihr liebt alle ganz romantisch. Ich liebe mit dem Herzen!


Stopfen und Verdauen

Posted: June 3rd, 2009 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 5 Comments »

Ich stopfe meine Kopfhörer immer tiefer in meine Ohren. Der Schmerz interessiert mich nicht. Den Tönen, die aus den kleinen Biestern kommen, fröne ich entgegen. Und sie dringen so vollkommen bis in die letzte Windung meiner Ohrmuscheln vor. Immer wieder höre ich die Instrumente, die Stimmen, die Bewegungen der Hände und des Körpers der Künstler. Wenn man die Augen dabei schließt ist es fast so, als würde man mitspielen. Bei Bach mache ich dann auch ein paar Trockenübungen am Klavier. ;-)

Eine Fülle an Informationen strömt immernoch durch mein Gehirn und jeder Achteltakt und jedes Crescendo ist hängen geblieben. Ich verarbeite diese Informationen unglaublich schnell. Das Tempo hat Weltrekordklasse. Auch wenn es immer so einfach aussieht, ein Instrument zu spielen, das ist es für mich auch nach 12 Jahren nicht. Jetzt bin ich seit Langem aus dem Training, aber es reizt mich jeden Tag wieder anzufangen. Aber sowas fördert die Arge nicht. :-)

[Link]

Ein unglaubliches Instrument mit soviel Tiefe und Wärme!


Erwachungsschlaf

Posted: March 10th, 2009 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

between the sheets

Sie halten sich gegenseitig in ihren Armen. Der Herzschlag ist ruhig und besinnlich. Und aus ihren Gesichtern strahlt überirdisches Glück und tiefste Freude.

Wie lange ihre Zeit anhalten wird, wissen sie nicht.

Aber für diesen Moment scheint die Welt still zu stehen. Sie lassen die Sonne direkt über sich entflammen und genießen einfach.

Das Erwachen nach dem Schlaf ist wie alles – vergänglich!

Creative Commons License photo credit: ***j9***


Nachtgestalten

Posted: March 3rd, 2009 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 5 Comments »

Keine 5 Meter aus dem Haus treffe ich auf 2 Polen. Sie warten auf das Doppel-Korn-Delerium, ich warte auf den Bus. Freundlich bieten Sie mir einen Schluck aus ihrer Flasche an. Mein Moped kommt und ich verabschiede mich mit meinen 3 Brocken Polnisch.

Ich kann dem süßen Geruch des Crêpe-Standes nicht widerstehen. Der freundlichen Verkäufer fragt mich gefühlte 20 mal, ob mir mein mega Nutella-Teigfladen schmeckt. Er wischt dabei gemütlich über seine Arbeitsfläche und füllt die Zuckerstreuer auf. Es ist eine Stunde vor Mitternacht und ich bewundere seine muntere Freundlichkeit. Ich kann es mir nicht verkneifen ihm zu sagen, was für eine postivie Ausstrahlung er hat. Ich glaube, er hat sich gefreut.

Gleich kommt mein Zug, aber ich ziehe noch schnell eine Zigarette durch. Der Aschenbecher wird gerade von einem sehr braun gebrannten Mann gesäubert. Er fragt mich, ob ich davon gehört habe, dass vor 2 Tagen ein 87 jähriger Mann 44.000 EUR in einer Straßenbahn in Bayern vergessen, also verloren, hat. Ich verneine, wünsche einen schönen Abend und steige in die Regionalbahn.

02032009

Neben mir sitzt ein junger Mann. Ihm läuft die Nase. Aber meine mit Nutella vollgeschmierte Serviette biete ich ihm lieber nicht an. Der Schaffner schaut seinen Fahrgästen bei der Fahrscheinkontrolle ganz offen und lieb in die Augen. Ich fühle mich wohl.

Jetzt sind es nur noch wenige Minuten und die verbringe ich mit neben einem älteren Mann im Nachtbus. Wir beobachten, wie sich ein junges Mädchen die Anti-Baby-Pille in den Mund schiebt. Wir grinsen uns an, sagen aber kein Wort. Als eine junge Türkin den Bus betritt, lauschen wir beide ihrer geheimnisvollen Sprache. Bei einigen Wörtern schmunzeln wir erneut zur gleichen Zeit.

Wie schnell doch die Zeit vergeht und wie kurz Augenblicke verweilen…


Lügenlache

Posted: February 11th, 2009 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

In einer Vase in meinem Zimmer befindet sich eine Piratenflagge. Ich weiß nicht, wo sie herkommt, aber sie passt. Sie passt so gut zu manchen Gesprächen, wie Ketchup zur Bratwurst. ‘Wie geht es dir?’ klingt es noch immer in meinen Ohren nach. Wieso fragen Menschen das, wenn sie einem genau ansehen, wie es einem geht? Kein Interesse hinter dieser Frage war jemals ernsthaft, wenn man dem Menschen sein wie-geht-es-ihm angesehen hat. Wäre  die Frage: ‘Hey, du siehst glücklich aus, ist das so?’ nicht ehrlicher?

Es ist schon erschreckend, wie gut wir Menschen unseres Gleichen manipulieren können. Eine Aktion erzeugt immer eine Reaktion. Dessen müssten wir uns doch bewusst sein? Wenn mir also jemand scheinheilig seine weißen Zähne entgegenschleudert, warum reagieren wir dann nicht wie im Tierreich mit einer ‘Achtung-Haltung’? Zähne zeigen, ist das Lächeln oder Lachen?

Halt suchen

Wenn die Einschläge immer deutlicher werden und die Mauer daraufhin immer höher gebaut wird, dann sind wir bald alleine. Also müssen wir beobachten und abwägen, aufnehmen und reduzieren. Nicht immer leicht. Aber das hat eh niemand behauptet, als wir aus Mama’s Bauch gekrabbelt sind.

Creative Commons License photo credit: rancor3k


Federflug

Posted: February 10th, 2009 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Aus dem Film ‘Glaubensfrage’:

Eine Frau klatschte mit einer Freundin über einen Mann, den sie kaum kannte. In jener Nacht hatte sie einen Traum:

Über ihr erschien eine große Hand und zeigte auf sie. Sofort überkamen sie die allerschimmsten Schuldgefühle. Am nächsten Tag ging sie zur Beichte. Sie kam zu dem alten Gemeindepfarrer, Pater Oroke. Sie erzählte ihm die ganze Sache. ‘Ist Klatsch vielleicht eine Sünde?’ fragte sie den alten Mann. ‘War es die Hand Gottes des Allmächtigen die mit dem Finger auf mich gezeigt hat? Soll ich Sie bitten mir die Absulotion zu erteilen, Pater? Sagen Sie mir, habe ich eine Sünde begangen?’ – ‘Ja!’ antwortete ihr Pater Oroke. ‘Ja, du unwissendes, schlecht erzogenes Frauenzimmer. Du hast falsch Zeugnis abgelegt wider deinen Nächsten. Du solltest dich von ganzem Herzen schämen. Denn du hast mit seinem guten Ruf Schindluder getrieben.’ Die Frau sagte, dass es ihr sehr Leid tue und bat den Pater um Vergebung. ‘So leicht geht das nicht.’ sagte Pater Oroke. ‘Erst gehst du nach Hause Weib, steigst mit einem Kissen auf ein Dach, schlitzt es mit einem Messer auf und kommst dann wieder zu mir.’ Die Frau ging also nach Hause, nahm ein Kopfkissen von ihrem Bett, holte eine Messer aus der Schublade und stieg über die Feuerleiter auf ihr Dach und schlitzte das Kissen auf. Sie ging wie angeordnet zum alten Gemeindepfarrer zurück. ‘Hast du getan, was ich dir aufgetragen habe?’ fragte er. ‘Ja, Pater.’ – ‘Und was kam dabei heraus?’ – ‘Federn.’ antwortete sie. ‘Federn’ wiederholte er. ‘Federn, überall Pater.’ – ‘Ich möchte, dass du wieder zurück gehst und jede einzelne Feder die der Wind davon getragen hat wieder einsammelst.’ – ‘Pater,’ sagte sie ‘das ist ganz unmöglich. Sie sind in alle Winde zerstreut. Ich weiß nicht, wo sie hingeflogen sind.’ ‘Und das‘ sagte Pater Oroke ‘ist Klatsch Weib!’


2008 08 16_2303

Man fühlt sich immer nur von Dingen berührt, die einen auch betreffen. Ich möchte alle Menschen um Verzeihung bitten, über die ich getratscht, geklatscht oder gelästert habe. Ich weiß, dass ich darin sehr zurückhaltend bin. Dennoch passiert es mir auch. Ich habe keinen Finger auf meinem Kopf gespürt oder gehe nun zur Beichte, aber diese Stelle des Films hat mich angesprochen und das war für mich ein ganz persönliches Zeichen von Gott, dass einen Sinn hat. Darum nocheinmal: ich bitte nicht wegen der 10 Gebote um Verzeihung(1), sondern weil es nicht in Ordnung geht, Dinge über Personen auszusprechen, die nicht anwesend sind.

Creative Commons License photo credit: Licht in Sicht

  1. oder damit ich statt in die Hölle in den Himmel komme. (back)

Die Sache mit der Entscheidung

Posted: January 8th, 2009 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 18 Comments »

Lieber das kleine Schwarze oder das lange Rote? So stehen wir täglich vor dem Kleiderschrank des Lebens. Mit unserem Augenaufschlag öffnen wir jeden Tag die mächtigen Türen zum Leben. Und dann schwingen wir uns in die Rutsche der Entscheidungen. Ob es die Menge der Zahnpasta auf den Borsten ist oder wann wir jemandem ein Lachen schenken.

Manchmal gelangen wir an einen Punkt, wo die Sache mit den Entscheidungen viel von einem abverlangt. Lebensverändernde Entscheidungen. Sie sind so schwer wie eine Tonne Blei, das Resultat aber leicht wie eine Feder.

Wer zu lange zögert, bevor er einen Schritt macht, verbringt vielleicht sein ganzes Leben auf einem Bein.

Anthony de Mello

switch - Which way you'll turn?Manchmal stehe ich gefühlt endlos lange auf einem Bein und merke es erst, wenn ich kurz vorm Umkippen bin. Mittlerweile ist mein eines Bein so sehr angegriffen von der einseitigen Belastung, dass ich vor Schmerzen schneller zu einer Entscheidung komme. Merke: es muss also nicht erst weh tun, bevor man zu einer Entscheidung kommt. Vielleicht gelingt mir das zukünftig noch besser. :-)

Creative Commons License photo credit: Jan the manson {condemns stealing pictures}


Schneckenhaus

Posted: December 29th, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Wie einfach ein Schneckenhaus zu zerstören ist. Dabei dient es doch eigentlich zum Schutz vor Verletzungen. Ist es einmal zerstört, ist der Inhalt schutzlos ausgeliefert und dem sicheren Tod geweiht. Eine Schnecke kann sich kein neues Haus suchen oder zu jemandem in ein anderes Haus ziehen. All die kostbare Mühe es aufzubauen und wachsen zu lassen, in einem Moment genommen. Ich weiß nicht, ob eine Schnecke dann weint oder wütend ist. Ich weiß auch nicht, ob sie Trost oder Hilfe bekommt. Und ich weiß auch nicht, was die Schnecke ihren Kindern erzählt.

Weinbergschnecke

Wenn ich einer Schnecke in die Augen schauen müsste, kurz nachdem ich ihr Haus zerstört habe, würde ich wütend, weinend und ohne Worte vor mir selbst stehen und um Verzeihung bitten. Ich bin aber nicht du! Und ich glaube, das ist auch gut so. Mir hat die Schnecke bereits verziehen.

Wie ähnlich der Mensch einer Schnecke in vielerlei Hinsicht ist. Und wie unterschiedlich wir Schnecken doch sind.

Creative Commons License photo credit: thiemadotcom


Letzte Gedanken 2008

Posted: December 18th, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 7 Comments »

Autumn trees in the mist

Der saftig, grüne Grashalm zwischen meinen beiden Daumen und den Handballen sieht so friedlich aus. Erst wenn ich einen Ton daraus hervor bringe, scheint die Welt um mich herum zum Leben zu erwecken. Manchmal treffen wir uns  zum Mittagessen. Ihn kennen alle und wenn er das kleine Restaurant betritt, ruft er halblaut ‘Mahlzeit’. Dabei fasst er mit einem gekonnten Griff an seine Arbeitsmütze und legt sie neben sich ab. Seit einem Jahr bedeutet mir die Farbe ‘weiß’ sehr viel. Die Reinheit und Klarheit verzaubert mich im Handumdrehen. Es ist, als wenn wir miteinander kommunizieren können. Ich freue mich immernoch sehr über den Schritt, Dinge losgelassen zu haben. Auch Menschen. Eine Last fiel von meinen Schultern und es war wie der Befreiungsruf eines unterdrückten Volkes. Jede Zelle in mir war plötzlich voller frischer und neuer Energie. Die wenigen unangenehmen Dinge sind längst weit weg gerückt. Ich überlege noch, wozu das gut ist oder eb es überhaupt gut ist … .

Creative Commons License photo credit: net_efekt


Gerhard Schöne

Posted: December 3rd, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Comments »

Es gibt Menschen, die haben sich tief in meinen Kopf gebrannt. Darunter zählt Gerhard Schöne. Während meiner Kindheit hatten wir alle Schallplatten seiner Kinderliedersammlung. Und ich habe sie immer bis tief in die Nacht verschlungen. Seine Texte klären spielerisch und durch seine bildhaften Umschreibungen einprägsam über das auf, was einem Kind im Erwachsenenleben bewusster werden wird. Darunter fallen z.B. Themen wie Krieg, Natur und Liebe. Genug geredet. Listen and repeat:

Track 1

Track 2

Track 3

Für mich wurden dank Gerhard Schöne Brücken geschaffen, die viele Kinder heute nicht kennen. Ich bin sehr dankbar für diese Lebensbereicherung, die ich auch als Erwachsener noch genieße. Und nun wünsche ich auch den DDR-Pessimisten viel Spaß beim Hören. :D


Versager

Posted: November 21st, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 6 Comments »

Ich fühle mich manchmal wie ein erwachsenes Kleinkind. Die Fragen in meinem Kopf könnten durchaus aus der Phase einer 3 jährigen stammen, die die Welt entdeckt. Dabei habe ich gelegentlich das Gefühl, dass ich mit meinem Wissensstand und meiner Persönlichkeit Menschen nicht gerecht werde. Ab und zu überkommen mich eben diese negativen Eigengedanken. Vollkommen grundlos und vollkommen unsinnig! Denn niemand muss jemandem auf der Welt gerecht werden oder der Welt genügen. Trotzdem suchen mich diese Plagegeister heim und ich bin in solchen Momenten eher schwach und regungslos, als stark und selbstbewusst.

Mir hat eine ehemalige ‘Freundin’ nach meiner Rückkehr aus Kopenhagen auf den Kopf zugesagt, dass ich versagt hätte, in Dänemark. Wenn ich an diesen Satz zurückdenke, dann sehe ich vor meinem geistigen Auge ganz klar, dass ich solche Sätze in meinem Leben nie wieder hören möchte und sie auch nicht brauche! Es bleibt allein Gott überlassen, etwas zu meinem Leben zu sagen und selbst das tut er nie in Form eines Urteils oder sonst wie.

too close

Niemand ist auf diesem Planeten ein Versager! Fehler sind zum verzeihen da! Unser Gehirn hat die Kapazität neue Verknüpfungen durch Lernen zu schaffen! Wieso sollte es also Versager geben? Nicht alles, was man im Leben tut, muss der ‘Gesellschaft’ gefallen. Das, was mir gefällt und mich glücklich macht, das ist meine Gesellschaft! Damit umgebe ich mich und da darf ich auch ICH sein.

P.S.: Ich möchte euch die  Überlegung mit auf den Weg geben, warum Menschen ‘Penner’(1) so verachten? Ist es, weil sie nicht ins Bild der ‘Gesellschaft’ passen oder weil sie schlicht weg den Lebensweg eines ‘Penners’ nicht akzeptieren können?

Creative Commons License photo credit: loop_oh

  1. Das Wort ‘Penner’ empfinde ich als ungerecht schäbig. (back)

Nachempfindung

Posted: November 4th, 2008 | Author: FrauLehmann | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Am Sonntag Abend zappten wir uns durch das Fernsehprogramm. Da die meisten Filme nur noch wenige Minuten liefen, blieben wir bei einem stehen, der gerade erst begonnen hatte: ‘Attentat auf Richard Nixon’ mit Jean Penn passte zum Einen zu den Präsidentschaftswahlen in den USA und zum Anderen versprach der Schauspieler eine klasse Darbietung zu bringen.

TV Programm

Attentat auf Richard Nixon – 02.11.2008 00:05 – ARD

Bedrückender Film mit einem brillanten Sean Penn.

Sein Hund ist der einzige echte Freund, den Sam (Sean Penn) noch hat. Bekommt er sein Leben wieder in den Griff?

Sein Hund ist der einzige echte Freund, den Sam (Sean Penn) noch hat. Bekommt er sein Leben wieder in den Griff? © ARD / DegetoSam kann nicht lügen, deshalb ist er in seinem Job als Verkäufer auch nicht erfolgreich. Als seine Frau Marie (Naomi Watts) auch noch die Scheidung einreicht, knallen bei Sam die Sicherungen durch. Die Schuld an seinem Versagen gibt er dem System und an dessen Spitze, Präsident Richard Nixon. Sam plant, ein Flugzeug zu entführen, um damit ins Weiße Haus zu fliegen und den Präsidenten zu töten. Bedrückender Film mit einem brillanten Sean Penn. Mit Sean Penn, Naomi Watts, Don Cheadle.

Ich weiß nicht, wie viele von euch den Film gesehen haben. Mein Gefühl während fast jeder Szene war absolute Nachempfindung. Und ich kann euch genau sagen warum:

  • Sam Bicke hat die Lügen satt, die er den Kunden auftischen muss, um Geld für sein Leben zu erhalten.

Ich hätte einen ‘für die Gesellschaft’ guten Job haben können, in dem ich durch Lügen ein monatliches Gehalt zum Leben gehabt hätte.

  • Sam Bicke hört niemand zu. Seine Persönlichkeit wird von niemandem wahrgenommen oder angenommen.

In meiner Jugend, und teilweise noch heute, habe ich mich nie ernst genommen gefühlt. Das geht sogar so weit, dass ich sagen würde, das mein ICH nie repsektiert wurde/wird.

  • Sam Bicke ist intelligent. Er hat Ideen und steht zu 100% hinter ihnen. Die perfekte Voraussetzung für eine 100% Umsetzung. Aber niemand nimmt ihn und seine Ideen für voll.

Ich bin intelligent und zielstrebig, um meine Ideen zu 100% umsetzen zu können. Doch Unterstützung bekomme ich dabei herzlich wenig.

  • Sam Bicke versucht seine Gefühle und Gedanken in Worte zu packen. Doch niemand ‘will’ oder ‘kann’ ihn verstehen. Das Gesprochene wird schnell falsch interpretiert.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich meine Gedanken und Gefühle auch nicht in Worte packen kann. Trotzdem versuche ich es und dabei werde ich oft falsch verstanden.

  • Sam Bicke hat einen schwarzen Freund. Durch sein ‘Anderssein’, nämlich seiner Hautfarbe, wird er von der ‘Gesellschaft’ teilweise respektlos behandelt. Er hat resigniert und lebt damit.

Meine Freunde werden oft schief angeschaut und nicht ernst genommen, weil sie anders denken, als die ‘Gesellschaft’.

  • Sam Bicke übt Kritik am politischen System. Er erkennt die falschen Versprechen der Regierung und wehrt sich nach Außen sowie nach Innen dagegen.

Ich habe festgestellt, dass ich nicht so leben kann, wie die ‘Gesellschaft’ es gerne hätte. Meine Offenheit das zu zeigen, stößt nicht überall auf Gegenliebe.

  • Sam Bicke erlebt Phasen, in denen er sich so allein fühlt, das sein Körper förmlich betäubt ist oder er die Kontrolle über ihn verliert.

In meiner Jugend habe ich schwere Wutausbrüche gehabt, wenn ich nicht reskepktiert worden bin. Ich habe mich taub in eine Ecke zurückgezogen und hatte üble Gedanken für meine Mitmenschen übrig.

Durch die vielen Parallenen, und ich habe nur einige Beispiele aufgezählt, habe ich mich teilweise in Sam Bicke gesehen. Der Film steckt, mit Ausnahme des geplanten Attentats, voller Nachempfindung meinerseits. Das System in dem wir leben, empfinde ich ebenfalls als erkrankt. Der Preis, sich dem nicht zu ergeben, ist hoch! Ich habe mich soweit unter Kontrolle, dass ich das mit mir allein ausmachen kann. Meinen Weg werde ich fortsetzen und ich danke Gott dafür, dass es Menschen gibt, die mich verstehen und ich nicht wie Sam Bicke handele.