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Alltagswahn Gedankensolo Lebensmüde

Was bleibt

Mal ehrlich: Es ist doch immer der Dreck, der bleibt. Er klebt wie ein lästiges Kaugummi unter den Schuhen oder schmiegt sich mit sanft rußendem Gruß an deine zarten Haut. Ekelhaft, stinkend, verwesend, bleibend eben.

Niemand hat ihn gebeten zu bleiben, aber dafür um so öfter zu gehen. Bleiben. Das kann er gut. Der Dreck. Manch einer schleppt ihn von einer zur nächsten Stelle. Den Rücken ganz krumm vom vielen Tragen. Von einer zur anderen Stelle. Aber er bleibt. Der Dreck. Er schaut dich selbstbewusst aus der Ecke an. Zwinkert dir beim Einschlafen noch einmal zu. Damit du ihn ja nicht vergisst. Den Dreck. “Bleib noch ein bisschen, Dreck”, ruft die Gewöhnung ins Leere.

Wenn wir geboren werden, steht der Dreck bei den meisten bereits daneben und giert mit seinen bleibenden Blicken ins Körbchen. “Oh, da haben wir aber ein schönes Exemplar”, schaut der Dreck die alleinerziehende Mutter nüchtern an. Wohlwissend, dass er die kleine Familie ab diesem Zeitpunkt nicht mehr loslassen wird, schreitet er hinter jedem Atemzug hinterher. Wie die kleine Wolke, die man bei jedem Ausatmen im Winter in die Welt hinaus haucht.

Ach, wärst du doch nur eine blasse Erinnerung, lieber Dreck. Aber du bist eben der kleine Rest, der immer bleibt.

Die Wirklichkeit bleibt stets hinter dem Erträumten zurück. Wir leben in einem System der Annäherungen.

Ralph Waldo Emerson

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Alltagswahn Gedankensolo TakeAway

Ich wünsche mir

Ich wünsche mir eine Welt, in der der Mensch an sich zählt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der das Gute vor dem Bösen Einzug hält.
Ich wünsche mir eine Welt, in der jedes Kind ausreichend Liebe erhält.

Ich wünsche mir eine Welt, in der die Bombe auf den Krieger fällt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der die Gier keinen Hunger mehr erhält.
Ich wünsche mir eine Welt, in der die Lüge vor der Wahrheit fällt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der nur die Absicht des Herzens zählt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der der Apfel auch mal weit weg vom Stamm fällt.

Ich wünsche mir eine Welt, in der der Gehörlose Gehör erhält.
Ich wünsche mir eine Welt, in der der Blinde von üppigen Farben erzählt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der ein Tier die gleichen Rechte wie ein Mensch behält.
Ich wünsche mir eine Welt, in der kein Tiger mehr Schüssen zum Opfer fällt.
Ich wünsche mir eine Welt, in der die Liebe auch in den abgelegensten Winkel der Erde Einzug hält.

Ich wünsche mir eine Welt, die mir schlichtweg gefällt.

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Alltagswahn Gedankensolo Lebensmüde

A lonely day in daddy’s life

Wehmütig betrachtet er den letzten Rest seiner Kippe zwischen den gelben Fingerkuppen. Auf dem Stein vor ihm ein stattlicher Haufen ausgedrückter, selbst gedrehter Zigarettenreste. Zwischen seinen Beinen eine trostlose Dose Bier. Halbleer. Sein Blick wandert auf den schäumenden Überrest des letzten Schluckes. 16 Jahre hat er seinen Sohn nicht mehr gesehen. Ein paar Cowboystiefel hatte er ihm zum Geburtstag gekauft. Das Paket kam postwendend zurück. Mit einem freundlichen ‘fuck you’ von der Mutter. Einsam ist er. Jeden Tag. Flüchtet sich in seine Alkoholsucht. Sucht Trost. Und findet nur noch mehr loneliness.

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 Photo: careaux mit o.

Alltagswahn Gedankensolo Lebensmüde TakeAway

Der Berg und das Tal

An einem Tal lag einst ein Berg. Beide kannten sich schon eine ganze Weile und wussten sich gegenseitig zu schätzen. Während das Tal das Leben eines Tales lebte und mit seinen Bewohnern täglich neue Dinge erlebte, lebte der Berg das Leben eines Berges und schlug sich mit Dingen wie Wind und Wetter herum. Ab und zu, wenn es die Zeit erlaubte und es die Situation ergab, plauderte das Tal mit dem Berg über das Aufhalten der Winde und das Abfangen der Stürme. Und der Berg schüttet sein Herz über das Abregnen der Wolken und die Schwüle der Sonnentage aus. So verband die beiden das Band der Freundschaft miteinander und sie lebten friedlich Seite an Seite.

Eines Tages, es war schon eine ganze Weile her, dass Tal und Berg miteinander kommunizierten, beschloss der Berg das Tal mal wieder anzusprechen: “Hey Tal, lange nichts von dir gehört. Wie geht es dir?” Das Tal, völlig überrascht davon vom Berg angesprochen zu werden, reagierte gereizt und mit wenig Verständnis: “Hallo Berg. Ja natürlich ist alles klar. Warum fragst du so?” “Weil wir lange nichts voneinander gehört haben und weil ich einfach mal wissen wollte, was bei dir so los ist.” Das Tal, immer noch sehr wenig darüber erfreut, dass der Berg dieses ansprach, reagierte patzig und antwortete nur das Nötigste. Der Berg war völlig überrascht über diese Reaktion und begann das Tal zu fragen, warum es so reagierte: “Tal, warum reagierst du so? Ich halte seit Jahren die Winde und Stürme von dir fern. Fange die Kälte ab und lasse die Sonne zu dir hindurch. Ich schütze dich und deine Bewohner Tag für Tag und bin immer für dich da.” Das Tal lauschte nur halbherzig den Wortes des Berges und beschloss daraufhin dem Berg seine Meinung zu sagen: “Berg, das ist alles schön und gut. Nur muss ich doch nicht ständig dankbar dafür sein? Halte ich dir ständig meine Dienste vor oder erinnere dich daran, was ich alles für dich tue oder getan habe?” Der Berg, völlig verdutzt von den Worten des Tales, hatte nur noch das Gefühl sich zurück ziehen zu wollen. Doch bevor er gänzlich verschwand, legte er dem Tal folgende Worte mit ans Herz: “Liebes Tal, ich erwarte keine Dankbarkeit von dir. Ich erwarte auch nicht, dass wir uns ständig sagen, was wir füreinander gemacht haben. Aber ich erwarte einen respektvollen Umgang mit dir. Eben weil wir all die Dinge wissen, die wir nicht mehr aussprechen müssen. Und sollte das zu viel verlangt sein, dann sollten sich unsere Wege fortan trennen.”

Und so trennten sich die Wege von Berg und Tal. Und zwar so sehr, dass sie kein Band der Freundschaft und kein Weg mehr miteinander verband. So geschieht es jeden Tag. Und mal bist du der Berg und mal stehst du im Tal.

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Die Steine des Lebens

Es ist doch so: Wir werden geboren und müssen uns bereits in der erste Phase des Lebens mit Problemen wie Akne oder Menstruation beschäftigen. Haben Stress mit den Eltern und im schlimmsten Fall mit dem Gesetz. Anschließend kümmern wir uns um Sachen wie Liebeskummer und Beziehungsstress. Dann bekommen wir Kinder, die uns nicht minder auf die Nerven gehen. Unsere Eltern werden krank und kaum haben wir gelebt, werden wir selbst alt und brauchen Hilfe. All das hält das Leben für uns bereit. Und all das schaffen wir. Weil wir das Leben leben.

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Das mysteriöse Verschwinden von Dingen

Den Rauchern unter euch ist sicherlich schon mal aufgefallen, dass Feuerzeuge gelegentlich ihren Besitzer wechseln. Damit meine ich nicht das freiwillige Herausgeben eurer Feuerquelle. Nein, gemeint ist damit das mysteriöse Verschwinden ALLER Raucherfeuerzeuge dieser Welt!

Jetzt fragen sich die Nichtraucher unter euch sicherlich, was das für ein bescheuerter Blödsinn ist. Ist es aber nicht. Überprüft es doch einmal selbst: Wenn ihr eure Raucherfreunde trefft, achtet mal darauf, was für ein Feuerzeug sie bei sich haben. Und einen Tag später, oder auch zwei, achtet noch einmal darauf, was für ein Feuerzeug sie mit sich führen. Na? Was bemerkt? Es wird in den äußerst seltenen Fällen ein und dasselbe Feuerzeug sein! Ha! Erwischt! Das Feuerzeugverschwinden hat begonnen!

Zu diesem lästigen Feuerzeugraub kommt erschwerend hinzu, dass sich gelegentlich auch mal ALLE Feuerzeuge wie in Luft auflösen. Du gehst also nichts ahnend zu deinen Zigaretten und willst dir genüsslich eine anzünden. Aber womit? Das Feuerzeug, was du gestern Abend noch in der Hand hattest, ist spurlos verschwunden. Es hilft auch alles Suchen nichts, denn das Feuerzeug wird verschwunden bleiben! Auch eine Anzeige bei der Polizei würde nur mäßigen Erfolg bringen. Immerhin gibt es an jeder beliebigen Supermarktkasse oder Tanke bereits das nächste Feuerzeug, das bereit steht, um anschließend wieder zu verschwinden.

Nun geht es einigen Menschen auch mit anderen Dingen so. Man möchte meinen, sie seien bekloppt und selbst Schuld, dass sie nicht besser auf ihre Sachen aufpassen. Wenn es sich allerdings um Gegenstände handelt, die man nicht so leicht in die Tasche stecken kann, wie z.B. ein Auto, dann denkt man wirklich, dass man verrückt ist!

In diesem Sinne: Passt alle gut auf eure Sachen auf. Eure FrauLehmann

Alltagswahn Gedankensolo

Zitiert

Der Schriftsteller schreibt für die Leser von morgen zu den Honoraren von gestern.

Hans Weigel

 

 

Schlechte Laune ist ebenso unanständig wie schmutzige Hände.

Johannes Müller

 

 

 


 


 

Alltagswahn Gedankensolo Lebensmüde

Radius

Ich blicke um mich. Der Radius, in dem ich mich bewege, ist beschränkt. Also taste ich mich langsam vor. Schaue vorsichtig um mich. Keine Hast, nur die Ruhe, denke ich mir. Langsam strecke ich die Arme von mir, berühre den Kreis, der mich begrenzt, ziehe mich erschrocken zurück. Nicht aufgeben, sage ich mir. Ich schließe die Augen, nehme all meinen Mut zusammen und versuche es erneut. Die erste Berührung, ein Blinzeln, ich sehe es. Ich öffne die Augen, blicke neugierig um mich. Alles ist gut.

Alltagswahn Gedankensolo

Baumarkterlebnisse unter sich

Hat sich eigentlich schon mal jemand von euch gefragt, warum man die schönsten tollsten Männer immer im Baumarkt antrifft? Vollgeklekst von oben bis unten laufen sie mit ihren stahlharten Schuhen durch die unendlichen Weiten der Eisenwarenregale und suchen verkrampft nach dem Teil, was ihnen in ihrer Sammlung noch fehlt. So mancher Herr runzelt da schon mal verzweifelt die Stirn, wenn die Box mit den Türschanieren 90x90mm wieder einmal gähnende Leere aufweist. Ihr hilfloser Blick gilt dann den Modellen 90-60-90. Jene Damen also, die mit verkrampft unästhetischer Körperhaltung versuchen 50kg Erde in den störrischen Einkaufswagen zu legen. An einer anderen Ecke hieven zwei Jungs der Marke “Sonderfall” das neue Edellinoleum für die Liebste auf ihre Schultern. Für richtiges Parkett hat die Liebe wohl nicht ausgereicht. An der Kasse dann das nächste Extrem: Arme so dick wie der Griff eines Tragekörbchens und Hände, deren Schwielen zum Tragen der meterlangen Holzlatten erst geboren werden müssen. Wo soll das noch hinführen? Um einige hundert Euro leichter bleibt dann noch die Schwere des Einladens. Da staunt selbst ein IKEA-Fachmann, zu welchen Verrenkungen Menschen im Stande sind. Baumarkt, ich kann euch sagen, immer ein Erlebnis wert.

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Selbstliebe für die Menschheit

Charlie Chaplin erzielte nicht nur als Komiker des 20. Jahrhunderts große Aufmerksamkeit. Seine Parodien gehen auch heute noch um die ganze Welt. Zur Zeit sorgt ein Remake eines Videos zu seinem Film “Der große Diktator” für große Aufruhr im positiven Sinn.

“Es tut mir leid aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht. Ich

möchte weder herrschen, noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann. Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des andern teilhaben und nicht einander verabscheuen. Haß und Verachtung bringen uns niemals näher. Auf dieser Welt ist Patz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen.

Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen. Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet und Mißgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt. Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt aber innerlich sind wir stehen geblieben. Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns. Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen, und unser Wissen kalt und hart. Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert.

Aeroplane und Radio haben uns einander näher gebracht. Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen, von Mensch zu Mensch. Die erfordern eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden. Millionen Menschen auf der Welt können im Augenblick meine Stimme hören. Millionen verzweifelter Menschen, Opfer eines Systems, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Unschuldige zu quälen, und in Ketten zu legen. Allen denen die mich jetzt hören rufe ich zu : Ihr dürft nicht verzagen! Auch das bittere Leid das über uns gekommen ist, ist vergänglich. Die Männer, die heute die Menschlichkeit mit Füssen treten werden nicht immer da sein. Ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen, und auch ihr Hass. Die Freiheit, die sie den Menschen genommen haben, wird ihnen dann zurückgegeben werden. Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für die Freiheit ist kein Opfer zu groß.

Soldaten vertraut euch nicht Barbaren an, Unmenschen die euch verachten, und denen euer Leben nichts wert ist, ihr seid für sie nur Sklaven. Ihr habt das zu tun, das zu glauben, das zu fühlen. Ihr werdert gedrillt, gefüttert, wie Vieh behandelt, und seid nichts weiter als Kanonenfutter. Ihr seid viel zu schade für diese verehrten Subjekte. Diese Maschinenmenschen, mit Maschinenköpfen, und Maschinenherzen. Ihr seid keine Roboter, ihr seid keine Tiere, ihr seid Menschen! Erwahrt euch die Menschlichkeit in euren Herzen und hasst nicht, nur wer nicht geliebt wird hasst, nur wer nicht geliebt wird. Soldaten kämpft nicht für die Sklaverei, kämpft für die Freiheit.

Im siebzehnten Kapitel des Evangelisten Lukas steht : Gott wohnt in jedem Menschen. Also nicht nur in einem oder in einer Gruppe von Menschen. Vergesst nie, Gott liegt in euch allen, und ihr als Volk habt allein die Macht. Die Macht Kanonen zu fabrizieren, aber auch die Macht Glück zu spenden. Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen, es mit wunderbarem Freiheitsgeist zu durchdringen. Daher im Namen der Demokratie : Laßt und diese Macht nutzen! Laßt uns zusammen stehen! Laßt uns kämpfen für eine neue Welt, für eine anständige Welt! Die jedermann gleiche Chancen gibt, die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gewährt. Versprochen haben die Unterdrücker das auch, deshalb konnten sie die Macht ergreifen. Das war Lüge, wie überhaupt alles, was sie euch versprachen, diese Verbrecher. Diktatoren wollen die Freiheit nur für sich, das Volk soll versklavt bleiben. Laßt uns diese Ketten sprengen! Laßt uns kämpfen für eine beseere Welt! Laßt uns kämpfen für die Freiheit in der Welt, das ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Nieder mit der Unterdrückung, dem Hass und der Intoleranz! Laßt uns kämpfen für eine Welt der Sauberkeit. In der die Vernunft siegt, in der uns Fortschritt und Wissenschaft allen zum Segen reichen. Kameraden, im Namen der Demokratie : Dafür laßt uns streiten!”

Charlie Chaplin

Ich möchte allen Lesern noch einen weiteren Text ans Herz legen, den Charlie Chaplin zu seinem 70. Geburtstag schrieb (16. April 1959):

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, erkannte ich, daß Seelenschmerz und emotionales Leiden nur Warnzeichen sind dafür, daß ich entgegen meiner eigenen Wahrheit lebe. Heute weiß ich, das ist “AUTHENTISCH SEIN”. Als ich mich selbst zu lieben begann, verstand ich, wie sehr es jemanden beeinträchtigen kann, wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzuzwingen, auch wenn ich eigentlich weiß, daß der Zeitpunkt nicht stimmt und dieser Mensch nicht dazu bereit ist – und das gilt auch, wenn dieser Mensch ich selber bin. Heute nenne ich das “RESPEKT”. Als ich mich selbst zu lieben begann, hörte ich auf, mich nach einem anderen Leben zu sehnen, und ich konnte sehen, daß alles, was mich umgibt, mich einlädt zu wachsen. Heute nenne ich dies “REIFE”. Als ich mich selbst zu lieben begann, verstand ich, daß ich mich in allen Umständen stets zur rechten Zeit am richtigen Ort befinde und alles genau zum richtigen Zeitpunkt geschieht. Von da konnte ich gelassen sein. Heute nenne ich dies “SELBST-VERTRAUEN”. Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich es sein lassen, mir meine eigene Zeit zu stehlen, und ich hörte auf, große Zukunftsprojekte zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Freude bereitet und mich glücklich macht, Dinge, die ich gerne tue und die mein Herz zum Lachen bringen – und ich tue sie auf meine Weise und in meinem Rhythmus. Heute nenne ich das “EINFACHHEIT”. Als ich mich selbst zu lieben begann, befreite ich mich von allem, was nicht gesund ist für mich – Nahrung, Menschen, Dinge, Situationen – und von allem, was mich herunterzieht und mich von mir wegzieht. Erst nannte ich diese Haltung ei- nen “GESUNDEN EGOISMUS”. Heute weiß ich, das ist “SELBSTLIEBE”. Als ich mich selbst zu lieben begann, ließ ich es sein, immer recht haben zu wollen, und seitdem habe ich mich viel weniger geirrt. Heute habe ich entdeckt, das ist MÄSSIGUNG (wahre BESCHEIDENHEIT). Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiterhin in der Vergangenheit zu leben und mich um die Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur für diesen Augenblick, wo ALLES stattfindet. Heute lebe ich jeden Tag einfach nur Tag für Tag, und ich nenne es ERFÜLLUNG. Als ich mich selbst zu lieben begann, erkannte ich, daß mein Denken mich verstören, unruhig und krank machen kann. Doch als ich es mit meinem Herzen verbunden hatte, wurde mein Verstand ein wertvoller Verbündeter. Diese Verbindung nenne ich heute WEISHEIT DES HERZENS. Wir brauchen uns nicht länger fürchten vor Argumenten, Konfrontationen oder vor jeglicher Art von Problemen mit uns selbst oder mit anderen. Selbst Sterne stoßen zusammen, und aus ihrem Zusammenprall werden neue Welten geboren. Heute weiß ich, DAS IST “LEBEN”!

Charlie Chaplin

 

Ermutigende Worte eine Mannes, der bereits 1977 von uns gegangen ist. Weise und zutreffende Worte über unsere Entwicklung, der Menschlichkeit, über die Freiheit und den Kampf darum. Um am Ende festzustellen, dass alles über die Selbstliebe funktioniert. Und zwar immer und immer wieder. Bis in die Unendlichkeit.