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Freunde

Ich weiß nicht, ob du das Gefühl kennst, angekommen zu sein. Es ist eine Mischung aus heimischen Wurzeln und beendeter Suche. Die beschützenden Mauern eines Hauses, die dir immer gefehlt haben. Ein Fundament für die Ewigkeit. Die Vertrautheit in Person. Der ewige Frühling.

Jedenfalls, wenn du das Leben so sehr zu schätzen und zu lieben weißt, die Sonne für dich jeden Tag ein bisschen heller scheint und die Welt sich spürbar dreht, dann heißt dein Glück Freunde.

Schwarz wird zu Weiß und Rosa strahlt in Neonpink. Jede Berührung erzeugt Kraft in dir und die gesprochenen Worte sind der Nährboden deiner Seele. Ein Bruch wird gemeinsam gekittet und einsame Zeiten zusammen beschritten. Stummes Lachen wird zu hallendem Freudenschrei und Tränen sind getrocknet, ehe sie die Welt erblicken. Der letzte Rest Brot ist ein geteiltes Festmahl und Wasser der Wein des Lebens. Geheimnisse gehütet wie im Vatikan, Geschichten verbreitet wie auf dem Marktplatz.

Angekommen am Ort, der sich Freundschaft nennt, breite dankbar deine Hände aus, denn du umarmst deine Freunde.

Origin

Die Geschichte im Einklang mit der Musik berührt doch das Herz.

Auf der Suche

In den unendlichen Weiten deines Ichs wirst du immer wieder Raum finden, den du nicht zu füllen weißt. Die Leere dort drinnen wird dir komisch vorkommen, aber mit der Zeit wirst du sie akzeptieren. Deine Fragen werden Antworten mit sich bringen und du wirst dich vollkommener fühlen.

Unendlich viel Schwarz kannst du nicht durch einen Tropfen Weiß auffüllen. Du wirst es versuchen. Immer und immer wieder. Und vielleicht gelingt es dir ja das Dunkel ein wenig zu erhellen. Nur ein kleines bisschen. Ganz wenig.

Man ist immer allein, wenn es um einen selbst geht. Wo einst Menschen um dich waren, stehen verstumme Körper um dich. Sie werden dir nicht zuhören. Du musst dir selbst zuhören. Auf der Suche nach Ohren und Augen wirst du bei dir selbst ankommen. Auf den Rest kannst du dann gut und gerne verzichten.

Sofaruhe

Auf dem Weg nach Hause bin ich glücklich den kalten U-Bahn Schacht zu erreichen. Die Tasche ist schwer und meine Schultern müde. Ich setze mich neben eine Frau im mittleren Lebensalter. Sie wirkt nervös. Ich versuche sie anzulächeln. Sie zuckt verschreckt und schaut in Windeseile weg. Sofort kramt sie ein Medikament aus ihrer Tasche. Opipramol. Ein trizyklisches Antidepressiva. Ihre Selbstgespräche werden lauter und sie schluckt hastig ein paar Pillen. Als die Bahn kommt, setze ich mich neben 2Punks. Er wirkt gelassen, sie, die gerade um die Volljährigkeit sein muss, erzählt ihm von ihrer Schwangerschaft. Muss ganz frisch sein, denn man sieht noch nix. Ein paar Jugendliche auf dem Vierer gegenüber schmeißen mit Schokoladenkeksen um sich. Mein weißes Shirt bekommt auch etwas ab. Ich werde laut, die Jungs leise. Ein paar Minuten später schmilzen die aufgehobenen Kekse in ihren Händen. Ein bisschen freue ich mich darüber. Zu Hause ist das Letzte was laut ist, das Knallen meiner Wohnungstür. Danach Ruhe. Völlige Ruhe. Auf dem Sofa sacke ich muskellos zusammen. Bis morgens bekommt mich dort niemand weg.

Extraweg

Der Nikolaus namens Mama sorgte für eine kleine Überraschung am heutigen Tage. Zu einer mir ziemlich unwillkommenen Zeit klingelte der Postbote und übergab mir die schöne Sendung. Darin enthalten war unter anderem ein liebevoller Brief. Geschrieben mit Füllfederhalter in lila Tinte. Moment, dachte ich mir. Wo ist eigentlich mein defekter Füllfederhalter? Kurzer Hand reanimierte ich ihn und damit auch ein paar Erinnerungen: Während meiner Schulzeit schrieb er z.B. nicht immer Einser. Was nicht schlimm war. Viel nerviger war die Suche nach Patronen. In einem 3000-Seelen-Dorf auf einer Insel, weit ab von jeglicher Zivilisation, gab es keinen Schreibwarenladen mehr nach … ich versuche mich zu entsinnen … 1995?! Bis heute mag ich keine Kugelschreiber und bis heute muss ich immer einen Extraweg einlegen, um Patronen für meinen heiß geliebten Füller zu bekommen. Aber manchmal lohnt sich der Weg, wenn man das Ziel fest vor Augen hat. :-)

[Ich bin übrigens blutiger (im wahrsten Sinne des Wortes) Photoshop Anfänger!!!]

Nachempfindung

Am Sonntag Abend zappten wir uns durch das Fernsehprogramm. Da die meisten Filme nur noch wenige Minuten liefen, blieben wir bei einem stehen, der gerade erst begonnen hatte: ‘Attentat auf Richard Nixon’ mit Jean Penn passte zum Einen zu den Präsidentschaftswahlen in den USA und zum Anderen versprach der Schauspieler eine klasse Darbietung zu bringen.

TV Programm

Attentat auf Richard Nixon – 02.11.2008 00:05 – ARD

Bedrückender Film mit einem brillanten Sean Penn.

Sein Hund ist der einzige echte Freund, den Sam (Sean Penn) noch hat. Bekommt er sein Leben wieder in den Griff?

Sein Hund ist der einzige echte Freund, den Sam (Sean Penn) noch hat. Bekommt er sein Leben wieder in den Griff? © ARD / DegetoSam kann nicht lügen, deshalb ist er in seinem Job als Verkäufer auch nicht erfolgreich. Als seine Frau Marie (Naomi Watts) auch noch die Scheidung einreicht, knallen bei Sam die Sicherungen durch. Die Schuld an seinem Versagen gibt er dem System und an dessen Spitze, Präsident Richard Nixon. Sam plant, ein Flugzeug zu entführen, um damit ins Weiße Haus zu fliegen und den Präsidenten zu töten. Bedrückender Film mit einem brillanten Sean Penn. Mit Sean Penn, Naomi Watts, Don Cheadle.

Ich weiß nicht, wie viele von euch den Film gesehen haben. Mein Gefühl während fast jeder Szene war absolute Nachempfindung. Und ich kann euch genau sagen warum:

  • Sam Bicke hat die Lügen satt, die er den Kunden auftischen muss, um Geld für sein Leben zu erhalten.

Ich hätte einen ‘für die Gesellschaft’ guten Job haben können, in dem ich durch Lügen ein monatliches Gehalt zum Leben gehabt hätte.

  • Sam Bicke hört niemand zu. Seine Persönlichkeit wird von niemandem wahrgenommen oder angenommen.

In meiner Jugend, und teilweise noch heute, habe ich mich nie ernst genommen gefühlt. Das geht sogar so weit, dass ich sagen würde, das mein ICH nie repsektiert wurde/wird.

  • Sam Bicke ist intelligent. Er hat Ideen und steht zu 100% hinter ihnen. Die perfekte Voraussetzung für eine 100% Umsetzung. Aber niemand nimmt ihn und seine Ideen für voll.

Ich bin intelligent und zielstrebig, um meine Ideen zu 100% umsetzen zu können. Doch Unterstützung bekomme ich dabei herzlich wenig.

  • Sam Bicke versucht seine Gefühle und Gedanken in Worte zu packen. Doch niemand ‘will’ oder ‘kann’ ihn verstehen. Das Gesprochene wird schnell falsch interpretiert.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich meine Gedanken und Gefühle auch nicht in Worte packen kann. Trotzdem versuche ich es und dabei werde ich oft falsch verstanden.

  • Sam Bicke hat einen schwarzen Freund. Durch sein ‘Anderssein’, nämlich seiner Hautfarbe, wird er von der ‘Gesellschaft’ teilweise respektlos behandelt. Er hat resigniert und lebt damit.

Meine Freunde werden oft schief angeschaut und nicht ernst genommen, weil sie anders denken, als die ‘Gesellschaft’.

  • Sam Bicke übt Kritik am politischen System. Er erkennt die falschen Versprechen der Regierung und wehrt sich nach Außen sowie nach Innen dagegen.

Ich habe festgestellt, dass ich nicht so leben kann, wie die ‘Gesellschaft’ es gerne hätte. Meine Offenheit das zu zeigen, stößt nicht überall auf Gegenliebe.

  • Sam Bicke erlebt Phasen, in denen er sich so allein fühlt, das sein Körper förmlich betäubt ist oder er die Kontrolle über ihn verliert.

In meiner Jugend habe ich schwere Wutausbrüche gehabt, wenn ich nicht reskepktiert worden bin. Ich habe mich taub in eine Ecke zurückgezogen und hatte üble Gedanken für meine Mitmenschen übrig.

Durch die vielen Parallenen, und ich habe nur einige Beispiele aufgezählt, habe ich mich teilweise in Sam Bicke gesehen. Der Film steckt, mit Ausnahme des geplanten Attentats, voller Nachempfindung meinerseits. Das System in dem wir leben, empfinde ich ebenfalls als erkrankt. Der Preis, sich dem nicht zu ergeben, ist hoch! Ich habe mich soweit unter Kontrolle, dass ich das mit mir allein ausmachen kann. Meinen Weg werde ich fortsetzen und ich danke Gott dafür, dass es Menschen gibt, die mich verstehen und ich nicht wie Sam Bicke handele.

Außenseiter

Manchmal frage ich mich, ob wir so geboren werden, wie wir jetzt sind. Ist etwas an dem ‘das ist meine Bestimmung’? Und wenn ja, ab wann beginnt die Bestimmung eines jeden Einzelnen von uns? Ein alter Mann kämpft unter seiner Brücke auf Leben und Tod gegen die Kälte, war das schon im Mutterleib vorherbestimmt? Barack Obama ist Präsidentschaftskanditat der Vereinigten Staaten von Amerika, war das immer seine Bestimmung?

Finally, the last one

Ich selbst war einmal Kind und kann mich noch sehr gut an die Dinge erinnern, die da abliefen.(1) Ich war eine sehr gute Schülerin, eigentlich immer die Klassenbeste. Nach der Schule traf ich mich gern mit ein paar Mädels um zu Spielen. Wir waren Prinzessinnen, Puppenmuttis und Lehrerinnen. Unser Haus war stets für alle Gäste offen, ebenso meine Familie. Ich erkannte frühzeitig, dass Menschen unterschiedlich sind. Darüber machte ich mir schon als kleines Mädchen viele Gedanken. Ich erinner mich noch gut an meinen 4. Geburtstag, wo ich so gar keinen verstanden habe. Dabei waren alle Geburtstagsgäste vertraute Menschen. Ich interessierte mich plötzlich für die Muster auf unserem Geschirr und fragte mich, wer das wohl gemalt hätte und wer sich soetwas Schönes ausdenkt. Als ich meine Gedanken frei äußerte, schauten mich alle merkwürdig an und die Bemerkung ‘du bist aber komisch’ ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Und ich kann euch versichern, dass das bei Weitem die einfachsten Gedanken in meinem Kopf waren/ sind! Da ich bis heute die selben Denkmuster aufweise, frage ich mich, ob etwas mit der Muttermilch die ich bekam nicht stimmte oder ob Gott mich so vorgesehen hat für diese Welt?

Heute weiß ich, dass diese Art zu mir gehört und mich ausmacht. Verstehen und akzeptieren tun sie nur die Menschen, die mich so annehmen, wie ich bin. Von der ‘allgemeinen Gesellschaft’ wird man ziemlich schnell aussortiert als ‘sonderbar’ oder ‘komisch’. Hier frage ich mich, wer überhaupt darüber entscheidet, was ‘Normal’ ist und was nicht. Und was macht einen ‘Außenseiter’ aus? Wenn ich mich dagegen entscheide mich in dem ‘Rad der Welt’ mitzudrehen, warum wird das nicht einfach angenommen? Lassen wir uns von Geld und Macht soweit manipulieren, dass nicht mehr der Mensch ansich zählt, sondern nur seine Fähigkeit zur Manipulationsbereitschaft honoriert wird?

Die Basis, die man zur Entstehung eines Menschen benötigt, ist Liebe. Wenn zwei Menschen in diesem Moment ein neues Lebenwesen zeugen, dann ist da nur Liebe und nichts als Liebe. Entlässt man diesen Menschen in die Welt, kann es passieren, dass die Liebe wie ein Tropfen Wasser im trockenen Erdboden versickert. Es entwickeln sich stattdessen Abwehrmechanismen, Zwänge und Ängste bahnen sich ihren Weg. Etwas zum Füllen der Lücke findet sich immer.

Meine Defizite kann ich seit knapp einem Jahr ausfindig machen und weiß sie auch zu kompensieren – mit Liebe! Wenn ich einmal keine Antworten auf meine Fragen finde, dann weiß ich, dass die Liebe immer da ist, in mir. Sich darauf zu besinnen, lässt mich zu meinem Weg zurück finden. Der Weg der Liebe!

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  1. Wahrscheinlich, weil es bei mir noch nicht so lange her ist (back)

Misstrauen

Klare Sonnenstrahlen blitzen portuberanzenähnlich durch den winzigen Schlitz der Schallosie™. Meine Augen mühen sich noch die Helligkeit zu akzeptieren. Doch langsam befreie ich mich aus meinem Kuschelgemach und starte in den Tag.

Mein Ausblick zeigt die Farbenpracht der ällmählich welkenden Blätter. Ich freue mich auf alles, was heute kommen wird. Vollgetankt mit Energie sauge ich die frische Luft in meine Lungen und pumpe den reinen Sauerstoff in jede einzelne Kapillare meines Körpers. Dabei sind meine Augen fest verschlossen und öffnen sich erst kurz danach für den Blick gen Himmel. Der Horizont ist grenzenlos.

Begegnungen werden wir immer haben. Mich erstaunt dabei immer wieder das Misstrauen, was Menschen gegenüber ihres Gleichen haben. Kein Wort, nur Blicke bestimmen dabei die Gedanken und das meist darauf folgende Urteil. Und damit bescheißen sie sich alle selbst: die Angst davor enttäuscht zu werden, dominiert alles Handeln. Warum hat man vor etwas Angst, was noch nicht eingetreten ist? Fühlt sich Misstrauen so gut an, dass man es mit sich herum tragen muss?

basic_ipWenn wir in die Natur gehen, dann schenkt sie uns ihre Schönheit. Dann ist da kein Misstrauen, dass wir sie eventuell zerstören. Da ist nur reine Liebe, die uns geschenkt wird. Die Natur misstraut auch nicht ihres Gleichen. Sie lebt in ihrem natürlichen Einklang mit sich und ihrer Umwelt. Sie lügt sich nicht an, spricht aber klare Worte, die jeder versteht.

Nur wir Menschen misstrauen, lügen und zerstören damit vieles, wenn nicht sogar alles. Ich hoffe mir noch lange meine Offenheit gegenüber der Natur, aber auch den Menschen, erhalten zu können, denn das ist ein schönes Gefühl, was ich ungern in meinem Herzen vergraben möchte.

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Schulfach ‘Glück’ an deutschen Schulen

In Heidelberg arbeiten seit einem Jahr Theaterwissenschaftler, Handwerker, Neurolinguisten,  Psychologen oder Motivationstrainer zusammen im Fach ‘Glück’. Gemeinsam bringen sie den Kindern durch Sport ihren Körper näher, lehren über Ernährung, philosophieren und entspannen gemeinsam, oder besuchen künstlerische Einrichtungen zur Steigerung der Wahrnehmung. Dabei geht es den Lehrern neben dem Umgang mit anderen auch um die Entwicklung des eigenen Ichs.

NETZEITUNG: Schulfach Glück macht glücklich

Fürs Leben lernen:

Schulfach Glück macht glücklich

Glück kann man lernen. Schüler, die Glücklichsein an der Schule üben, erbringen bessere Leistungen. Das haben Wissenschaftler herausgefunden. Trotzdem ist die Einführung des Schulfachs kein Allheilmittel.

Heidelberg ist neuerdings das Eldorado für Glücksforscher. Denn an der Willy-Hellpach-Schule hat dort Direktor Ernst Fritz-Schubert vor einem Jahr das Schulfach «Glück» eingeführt.

Die Suche der Menschen nach ihrem persönlichen Glück scheint sich zu vermehren. Es existieren bereits Kurse zur Steigerung des eigenen Glücksfaktors. Ein Beispiel: an der Harvard-Universität ist der sogenannte Happiness-Kurs komplett ausgebucht.

Sehr interessant finde ich, dass die Menschen sich mit der Suche nach ihrem Glück zunehmend beschäftigen. Den Faktor ‘Lernen’ betrachte ich dabei jedoch kritisch. Trotz der Erfolgsergebnisse der Kurse laut Studien bleibt Glück ein Faktor, der mit dem Bewusstsein einhergeht, den man de facto nicht erlernen kann.

20070121224141_07_28_06_07_Jeder Mensch hat das Bedürfnis Liebe zu erlangen. Für mich geht Glück damit einher. Ich kann zwar Gespräche führen oder Kurse besuchen und damit etwas für meine Selbsterkenntnis/ Selbstbewusstsein tun, es ist jedoch kein Lernprozess, der weiterführend stattfindet, sondern ein tiefer Bewusstseinsprozess in mir.

Ich gehe daher mit der Aussage konform, dass man seinem Ich in Kursen näher gebracht wird. Es ist und bleibt für mich jedoch nur ein Anstoß dafür. Das tiefe erlangen des inneren Bewusstseins kommt durch das wirkliche bewusst werden. Und das findet nicht in einem Kurs statt. Allerdings kann diese Begegnung nie früh genug stattfinden. :-)

Wenn ich mit Liebe erfüllt bin, und das bis in die letzten Kapillaren meines Körpers, dann bin ich auch mit Glück erfüllt. Dann kann nichts Böses oder Unangenehmes mir dieses Bewusstsein nehmen. Denn Glück ist Liebe.

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