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Alltagswahn Gedankensolo

Der glückliche Mönch

Mönche müssen die glücklichsten Menschen auf der ganzen Welt sein. Warum? Weil sie so einfache Glücksformeln haben wie:

Beim Einatmen schenke ich meinem Körper Ruhe
Beim Ausatmen lächle ich.
Ich verweile im gegenwärtigen Moment
Und weiß, es ist ein wunderbarer Moment.

Probiert es mal aus. Es ist ganz einfach und funktioniert von selbst. :-)

Gedankensolo

Auf dem Weg der Sensibilität

Auf dem Gehweg, entlang einer langen Straße, machte sich eine Gestalt auf den Weg, die sich Sensibilität nannte. Auf ihrem Rücken trug sie einen leeren Rucksack und in der Hand einen Stock, der sie stützen sollte. Nachdem die Sensibilität nach einigen Stunden bereits viele Meter hinter sich gebracht hatte, kam ihr etwas Dunkles entgegen und bäumte sich vor ihr auf. “Stopp! Du kannst hier nicht durch”, schrie eine tiefe Stimme ihr entgegen. “Aber das ist mein Weg und ich will ihn gehen”, erwiderte die Sensibilität. “Welchen Teil von ‘du kannst hier nicht durch’ hast du nicht verstanden”, schrie die zornige Gestalt der Sensibilität entgegen. Es war die Wut, die der Sensibilität versuchte Steine in den Weg zu legen. “Ich bin die Sensibilität und dies ist mein Weg”, klang es zart aus der Sensibilität. Verwundert über die Art und Weise der Sensibilität trat die Wut einen Schritt zur Seite. “Nun gut, du kannst den Weg passieren und weiter reisen. Aber nur weil du es bist!” So nahm die Sensibilität ihren Stock in die Hand und schritt an der Wut vorbei. “Vielen Dank”, sagte die Sensibilität freundlich und ging weiter. Es vergingen weitere Stunden und die Sonne sank langsam am Horizont, als die Sensibilität auf eine weitere Gestalt traf. Sie schien unendlich groß und voller Stolz zu sein und die Sensibilität war tief beeindruckt von der Erscheinung. “Wer bist du”, fragte die Sensibilität neugierig. “Ich bin der Mut”, antwortete das unglaubliche Wesen ohne Zögern. “Ich bin so groß, weil ich mich Dinge traue und andere Dinge von mir weise. Das alles macht mich aus.” Nachdem sich beide einen langen Moment angelächelt hatten, erzählte die Sensibilität von ihrer Reise und dem Weg, den sie gehen wollte. “Ich gebe dir ein Stück Kraft als Schutz von mir mit”, sagte der Mut und strecke der Sensibilität ein Päckchen entgegen. “Ich werde dein Geschenk gut in meinem Rucksack verstauen”, antwortete die Sensibilität und beide verabschiedeten sich freundlich. In der Nacht schlief die Sensibilität unter einem Verschlag und brach schon früh am nächsten Morgen auf, um ihren Weg weiter zu begehen. Dabei bemerkte sie, dass der Stock überflüssig geworden war. Sie legte ihn behutsam zur Seite, so dass ein anderer Wanderer ihn jeder Zeit nehmen konnte, sofern er ihn brauchte. Beglückt vor Freude nun beide Hände beim Laufen frei zu haben, bekam die Sensibilität nicht mit, dass sie im Kreis gegangen war. Vor ihrer Haustür angekommen, realisierte sie ihren Weg, der sie  mit einem Stück mehr Mut im Gepäck und Begegnungen reicher gemacht und zu ihr selbst zurück gebrachte hatte. Willkommen zu Hause, liebe Sensibilität.

Gedankensolo

Träumelie

Ich möchte gerne morgens aufwachen und noch Sand zwischen den Zehen haben. Und wenn ich aus dem Bett krabbele, stehen entweder meine FlipFlops bereit oder es ist nicht zu kalt barfuß durchs Haus zu laufen. An den Wänden hängen kleine Gemälde durch die seidige Vorhänge weht der Wind.

In der Küche stehen die leeren Weinflaschen der vergangenen Abende und der Hund liegt breit auf den kalten Flurfliesen. Ich pflücke frische Orangen und Oliven und vielleicht auch einen Pfirsich. Es durftet nach frischen Tee oder Kaffee. Vor dem Haus spielen Kinder im staubigen Sand und so langsam beginnt der Tag. Auch wenn es bereits weit nach Mittag ist.

Ich ziehe mich zurück und arbeite an meinem Laptop. Dazu genieße ich einen frisch gebackenen Zitronenkuchen und irgendwann kommt mein Mann und gibt mir einen verschlafenen Guten-Morgen-Kuss auf die Stirn. Wir erledigen hier und da jeder seine Dinge und am Abend gehen wir gemeinsam zu Freunden. Ein Grill-Abend am Strand steht an.

Zu Weihnachten machen wir nix, außer den Schnee vom Dach unserer kleinen Hütte fegen, weil er droht die Ziegel arg zu beschädigen. Warm eingekuschelt genießen wir die Ruhe. Draußen. Drinnen. Überall. Zum Fest muss er arbeiten und ich hüte unsere Feuerstelle. Fertig, aber glücklich, sinken wir tief in den Schlaf.

Alltagswahn Gedankensolo

Nachtgestalten

Keine 5 Meter aus dem Haus treffe ich auf 2 Polen. Sie warten auf das Doppel-Korn-Delerium, ich warte auf den Bus. Freundlich bieten Sie mir einen Schluck aus ihrer Flasche an. Mein Moped kommt und ich verabschiede mich mit meinen 3 Brocken Polnisch.

Ich kann dem süßen Geruch des Crêpe-Standes nicht widerstehen. Der freundlichen Verkäufer fragt mich gefühlte 20 mal, ob mir mein mega Nutella-Teigfladen schmeckt. Er wischt dabei gemütlich über seine Arbeitsfläche und füllt die Zuckerstreuer auf. Es ist eine Stunde vor Mitternacht und ich bewundere seine muntere Freundlichkeit. Ich kann es mir nicht verkneifen ihm zu sagen, was für eine postivie Ausstrahlung er hat. Ich glaube, er hat sich gefreut.

Gleich kommt mein Zug, aber ich ziehe noch schnell eine Zigarette durch. Der Aschenbecher wird gerade von einem sehr braun gebrannten Mann gesäubert. Er fragt mich, ob ich davon gehört habe, dass vor 2 Tagen ein 87 jähriger Mann 44.000 EUR in einer Straßenbahn in Bayern vergessen, also verloren, hat. Ich verneine, wünsche einen schönen Abend und steige in die Regionalbahn.

Neben mir sitzt ein junger Mann. Ihm läuft die Nase. Aber meine mit Nutella vollgeschmierte Serviette biete ich ihm lieber nicht an. Der Schaffner schaut seinen Fahrgästen bei der Fahrscheinkontrolle ganz offen und lieb in die Augen. Ich fühle mich wohl.

Jetzt sind es nur noch wenige Minuten und die verbringe ich mit neben einem älteren Mann im Nachtbus. Wir beobachten, wie sich ein junges Mädchen die Anti-Baby-Pille in den Mund schiebt. Wir grinsen uns an, sagen aber kein Wort. Als eine junge Türkin den Bus betritt, lauschen wir beide ihrer geheimnisvollen Sprache. Bei einigen Wörtern schmunzeln wir erneut zur gleichen Zeit.

Wie schnell doch die Zeit vergeht und wie kurz Augenblicke verweilen…

Alltagswahn Gedankensolo

Daily Day

Ein langer Tag neigt sich stündlich dem Ende zu. Auf den Ohren liegt Al Stewart mit ‘The Year of the Cat’. Die Gedanken kreisen um einen schon etwas länger zurück liegenden Abend, der mich an die talentierten Hände eines Künstlers erinnert. Seine Bilder geben die Seele des Meeres wieder. Zumindest so, wie ich das Meer vor unserer Haustür kenne. Ein Beispiel:

Ich sauge so lange ich kann die Luft um mich herum ein. Der Lautsärkepegel ist unfassbar. Das salzige und eiskalte Wasser säumt meine Füße und kitzelnd zieht der Ozean den Sand unter mir in die Ferne. Der sonst fast weiß schimmernde Sand ist durch die rauen Wellen dunkel gefärbt und wirkt fast bedrohend. Viele kleine Muscheln liegen in winzig kleine Teile zerbarsten im nassen Sand. Ihr Schicksal endet dort, wo die Reichweite der Welle endet. Die Arme des Meeres haben also eine begrenzte Reichweite. Und was ist mit den Beinen?

Mein Respekt vor dem Meer ist unbeschreiblich. Der vor der Kunst von Lars Möller übrigens auch. Wenn ich groß bin, dann kaufe ich mir das Bild.

Alltagswahn Gedankensolo

Die Sache mit der Entscheidung

Lieber das kleine Schwarze oder das lange Rote? So stehen wir täglich vor dem Kleiderschrank des Lebens. Mit unserem Augenaufschlag öffnen wir jeden Tag die mächtigen Türen zum Leben. Und dann schwingen wir uns in die Rutsche der Entscheidungen. Ob es die Menge der Zahnpasta auf den Borsten ist oder wann wir jemandem ein Lachen schenken.

Manchmal gelangen wir an einen Punkt, wo die Sache mit den Entscheidungen viel von einem abverlangt. Lebensverändernde Entscheidungen. Sie sind so schwer wie eine Tonne Blei, das Resultat aber leicht wie eine Feder.

Wer zu lange zögert, bevor er einen Schritt macht, verbringt vielleicht sein ganzes Leben auf einem Bein.

Anthony de Mello

Manchmal stehe ich gefühlt endlos lange auf einem Bein und merke es erst, wenn ich kurz vorm Umkippen bin. Mittlerweile ist mein eines Bein so sehr angegriffen von der einseitigen Belastung, dass ich vor Schmerzen schneller zu einer Entscheidung komme. Merke: es muss also nicht erst weh tun, bevor man zu einer Entscheidung kommt. Vielleicht gelingt mir das zukünftig noch besser.

Alltagswahn Gedankensolo

Letzte Gedanken 2008

Der saftig, grüne Grashalm zwischen meinen beiden Daumen und den Handballen sieht so friedlich aus. Erst wenn ich einen Ton daraus hervor bringe, scheint die Welt um mich herum zum Leben zu erwecken. Manchmal treffen wir uns  zum Mittagessen. Ihn kennen alle und wenn er das kleine Restaurant betritt, ruft er halblaut ‘Mahlzeit’. Dabei fasst er mit einem gekonnten Griff an seine Arbeitsmütze und legt sie neben sich ab. Seit einem Jahr bedeutet mir die Farbe ‘weiß’ sehr viel. Die Reinheit und Klarheit verzaubert mich im Handumdrehen. Es ist, als wenn wir miteinander kommunizieren können. Ich freue mich immernoch sehr über den Schritt, Dinge losgelassen zu haben. Auch Menschen. Eine Last fiel von meinen Schultern und es war wie der Befreiungsruf eines unterdrückten Volkes. Jede Zelle in mir war plötzlich voller frischer und neuer Energie. Die wenigen unangenehmen Dinge sind längst weit weg gerückt. Ich überlege noch, wozu das gut ist oder eb es überhaupt gut ist … .

Gedankensolo

Neutronenregentropfen

Ihr wisst sicherlich, wie es aussieht, wenn ein Vulkan ausbricht: heiße Gesteinsbrocken in roten und gelben Farbtönen sprühen kontraktionsförmig aus dem Schlund des Vulkans. So oder so ähnlich sieht es manchmal in meinem Kopf aus. Es scheint dann, als wenn sich alle Neuronen in meinem Kopf zu einer Überraschungsparty treffen. Und die Feier ist heftig!

Manchmal bin ich von der Welt überfordert: ich verändere mein Leben Stück für Stück und um mich herum wandeln sich die Dinge wie der Schatten zum Licht. Hinter jedem Tag verbirgt sich ein Abenteuer und das gilt es zu erleben. Doch ab und zu würde ich gern den Schalter ausknipsen und eine kleine Ruhepause einlegen. Oder durch das Anhalten der Zeit ein Stück Frieden erhaschen. Ich frage mich in solchen Momenten oft, wie es wäre, wenn ich plötzlich allein auf der Erde wäre? In einem Traum vor ein paar Tagen waren alle um mich herum gestorben. Nur meine Oma redete als Engel mit mir.

Am nächsten Tag prasselten dann die unzähligen Informationen der Welt wie Regentropfen auf Blätter am Boden auf mich nieder. Irgendwann hat man sich so daran gewöhnt, dass man gar nichts mehr merkt und ziellos durch den dauernden Niederschlag rennt.

Wenn man sich ganz bewusst wieder auf das besinnt, was man möchte und zu seinem Weg zurückkehrt, dann ist diese investierte Kraft nicht vergeudet. Es kostet ein wenig Energie, aber wenn man im Regen stehen bleibt, dann wird es nicht besser. ;-)

Gedankensolo

Wo ist der Ausgang?

Stell dir vor, deine Birne rattert bereits, während du denkst, du schläfst noch. Am Morgen dreht sich alles, wie nach exzessivem Alkoholkonsum. Völlig fertig schleppst du dich aus dem Bett ins Badezimmer und versuchst Pipi zu machen, während sich die kalte Klobrille wie ein Haufen Nadeln in deinen Arsch bohrt.

 

Während du den Laptopdeckel hochklappst, schwirren die tausende von unerledigten Aufgaben durch die unzähligen Windungen deines Gehirns. Langsam tastest du das ‘wörld weit wäb’™ nach Lösungen ab. Dabei vergisst du schon wieder, was du eigentlich tun wolltest und landest mehr oder weniger freiwillig bei den Bespaßungsseiten.

Aus deinem Trott kann dich nur die leere Schachtel Zigaretten reißen. Und so gehst du im strömenden Regen Richtung Zigarettenautomat, um festzustellen, dass er deine EC Karte eh nicht haben will.

Zu Hause angekommen scheinen die eben noch greifbaren Aufgaben nun vollkommen auf einem anderen Kontinent zu sein. Nichts geht mehr und du gehst auch. Und zwar ins Bett.

Montage sind echt scheiße.

Alltagswahn Gedankensolo

Misstrauen

Klare Sonnenstrahlen blitzen portuberanzenähnlich durch den winzigen Schlitz der Schallosie™. Meine Augen mühen sich noch die Helligkeit zu akzeptieren. Doch langsam befreie ich mich aus meinem Kuschelgemach und starte in den Tag.

Mein Ausblick zeigt die Farbenpracht der ällmählich welkenden Blätter. Ich freue mich auf alles, was heute kommen wird. Vollgetankt mit Energie sauge ich die frische Luft in meine Lungen und pumpe den reinen Sauerstoff in jede einzelne Kapillare meines Körpers. Dabei sind meine Augen fest verschlossen und öffnen sich erst kurz danach für den Blick gen Himmel. Der Horizont ist grenzenlos.

Begegnungen werden wir immer haben. Mich erstaunt dabei immer wieder das Misstrauen, was Menschen gegenüber ihres Gleichen haben. Kein Wort, nur Blicke bestimmen dabei die Gedanken und das meist darauf folgende Urteil. Und damit bescheißen sie sich alle selbst: die Angst davor enttäuscht zu werden, dominiert alles Handeln. Warum hat man vor etwas Angst, was noch nicht eingetreten ist? Fühlt sich Misstrauen so gut an, dass man es mit sich herum tragen muss?

Wenn wir in die Natur gehen, dann schenkt sie uns ihre Schönheit. Dann ist da kein Misstrauen, dass wir sie eventuell zerstören. Da ist nur reine Liebe, die uns geschenkt wird. Die Natur misstraut auch nicht ihres Gleichen. Sie lebt in ihrem natürlichen Einklang mit sich und ihrer Umwelt. Sie lügt sich nicht an, spricht aber klare Worte, die jeder versteht.

Nur wir Menschen misstrauen, lügen und zerstören damit vieles, wenn nicht sogar alles. Ich hoffe mir noch lange meine Offenheit gegenüber der Natur, aber auch den Menschen, erhalten zu können, denn das ist ein schönes Gefühl, was ich ungern in meinem Herzen vergraben möchte.