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Alltagswahn

Betroffenheit Japan

In der ganzen KKW-Angelegenheit in Japan frage ich mich ernsthaft, wer hier eigentlich der oder die Betroffene ist? Wir, also in diesem Fall die Japaner, bauen ein Kernkraftwerk in die Natur. Diese tut dann das, was sie immer tut: Natur sein. Für uns vielleicht eine Katastrophe, für die Natur aber einfach nur ihr Naturell. Menschen leiden, die Natur leidet. Was ist jetzt schlimmer? Den Schaden tragen in jedem Fall beide langfristig. Wenn aus der Symbiose Parasitismus wird, dann ist die Natur definitiv die Betroffene!

Gedankensolo

Für Nici

Ganz weit oben, noch weit über den Wolken und bevor man unseren Planeten überhaupt erahnen konnte, machte sich eine große Anzahl an Schneeflocken auf die Reise, um die Kinder unserer Erde rechtzeitig zu den Winterferien mit einer dichten Schneedecke zu beglücken. Unter ihnen war auch die kleine Sibyll mit ihrer Familie. Das Mädchen hatte es nicht leicht, denn die anderen Schneeflocken beachteten sie kaum, geschweige denn akzeptierten sie sie so, wie sie war. Deshalb hatte Sibyll den inneren Wunsch, einmal liebevoll anerkannt zu werden. Immer mehr verlor sie sich in dem Gedanken von den anderen akzeptiert und geliebt zu werden und bemerkte nicht, dass ihre winterliche Pracht dabei verloren ging. Schon bald sollten die Schneeflocken auf der Erde eintreffen und so blieb Sibyll nur noch wenig Zeit ihren Plan in die Realität umzusetzen. Doch kurz vor der Ankunft bemerkte sie, dass sie während der wunderschönen Reise zur Erde ganz vergessen hatte zu genießen. Und so begann sie die Augen zu schließen, atmete mit einem kräftigen Zug das Leben ein und kam zusammen mit den vielen anderen Schneeflocken auf der Erde an. Die Augen der Kinder leuchteten groß und Sibyll genoss ihr Staunen unendlich. Sie fühlte die wohlige Wärme, die sie umgab und begann in all ihrer Schönheit zu strahlen. Und plötzlich war ihr eines klar: hier unten sind wir alle gleich!

Gedankensolo

Würmerleben

Manchmal fühle ich mich wie ein Wurm, der ständig aufpassen muss, dass er nicht von den Großen zertreten wird. Und dabei habe ich dieses Aufpassen so satt!

Gedankensolo

Himmel über mir

Ich schaue aus dem Fenster. Meine Augen gleiten dabei zwischen den Abdrücken der Regentropfen und dem was hinter meinen schmutzigen Fenstern liegt hin und her. Oft frage ich mich, ob sich so Erblinden anfühlt. Wie sieht man eigentlich die Dinge, wenn man von Geburt an nichts sieht?

Die richtig dicken Regentropfen bahnen sich immer einen mächtig breiten Weg über die Scheibe bis runter auf den Boden. Entweder haben die Kleinen keine Chance der Walze aus Wasser auszuweichen oder sie retten sich noch schnell genug in die Arme eines Weggefährten. Ich könnte das Spiel den ganzen Tag lang beobachten.

Die Sonne steckt ihre Nase nach einer langen Lichtdurststrecke mal wieder hinaus. Die ersten Rundflieger breiten ihre Flügel aus und ich sehne mich nach zu heißen Tagen auf grünen Wiesen und dem ständigen Brummen der Flieger über mir. Ein Gänseblümchen schmückt dabei mein Gesicht und ich schließe die Augen für ein noch intensiveres Gefühl.

Wir Menschen fliegen ja nicht. Und ehrlich gesagt trage ich den Wunsch fliegen zu können nicht vorausgesetzt in mir. Ein Vogel ist zum Fliegen da. Ein Mensch nicht. Aber Kerosin ist zum Fliegen da und Kerosin ist für uns Menschen. Also sollen wir Menschen doch fliegen?

Ich lehne mich mit der Unmöglichkeit zu fliegen zurück und lasse mich bis zum nächsten Regenguss in die Strahlen der Sonne fallen.

 

Gedankensolo

Rad der Drehung

Ich bin ein Zahnrad. Funktioniere, naja, wie ein Zahnrad nun mal funktioniert. 365 Tage im Jahr drehe ich mich in ein und dieselbe Richtung. Ich zicke nicht, weil ich damit alle anderen in Gefahr bringen würde. Ganz oben da arbeitet der “Dicke”. Er ist genau so lange hier wie ich und die anderen auch. Aber er ist eben der “ganz Große”. Sich selbst bezeichnet er als “the big fish”. Dabei macht er dem Namen nur vom Geruch her alle Ehre. Natürlich sagt ihm das keiner. Wieso auch. Wir funktionieren ja auch so, ohne ihm die Meinung zu geigen. Wünschen, ja das tun wir uns oft  einen anderen “Dicken”. Oder eine “Dicke”. Mit so großen Dingern, wenn ihr versteht, was ich meine. Abends gibt es immer eine Ölung mit den Jungs. Aber der “Dicke” mischt immer ordentlich mit. Also benehmen wir uns auch dort. Wenn einer wegschaut, dann schauen übrigens alle weg. Bringt anders auch nix. Sonst landen wir nachher noch alle in der “Kiste”. Und da will keiner hin. Wir haben ja schon die dollsten Geschichten über die “Kiste” gehört. Einer war mal kurz davor in der “Kiste” zu landen. Jetzt arbeitet er ganz nah beim “Dicken”. Er redet seitdem nur noch wenig mit uns hier unten. Vielleicht ist das auch gut so. Keine Ahnung. Ich spreche nicht viel mit den Jungs darüber. Tagsüber sind wir auch viel zu sehr mit Drehen beschäftigt. Spannend wird es nur, wenn einer unrund läuft. Dann ist hier immer ordentlich Aufregung in der Bude. Aber das hatten wir schon lange nicht mehr. Wer weiß, ob das überhaupt nochmal vorkommen wir. Wir drehen uns ja. Wir sind eben Zahnräder.

Gedankensolo

In der Mitte

Auf einem Feld, in seiner Mitte, trafen sich zwei Männer. “Was machst du da”, fragte der eine Mann. “Ich mähe das Gras”, antwortete der andere Mann, während er mit seiner Sense gleichmäßig durch die langen Grashalme fuhr. “Wird dir dabei nicht langweilig”, fragte der andere Mann verdutzt. “Nein”, antwortete der Mann mit der Sense. “Ich mache das Tag für Tag.” “Und was machst du mit all dem Gras, das du gemäht hast”, wollte der Mann neugierig wissen. “Ich gebe es meinen Tieren zu fressen. Und manchmal, wenn etwas Gras übrig ist, verkaufe ich es auf dem Markt.” “Und davon kannst du leben?” “Wie du siehst: ich lebe.” Der Mann, der aus der Stadt kam, wollte mehr wissen und fuhr mit seinen Fragen fort: “Aber warum kaufst du kein Gras in der Stadt für deine Tiere? Du würdest viel Zeit sparen und könntest dir ein Hobby zulegen.” “Warum sollte ich Zeit sparen?” Der Mann legte seine Sense nieder und setzte sich auf einen Vorsprung. Mit einem alten Klappmesser begann er genüsslich einen Apfel zu schälen.  “Sieh”, sprach der Mann und bot seinem Gegenüber ein Stück Apfel an. “Ich habe eine Verantwortung. Ich muss meine Tiere füttern, damit sie mir Milch geben. Daraus stelle ich Butter und Käse her. Nur so kann ich überleben. Das ist der Kreislauf meines Lebens.” “Ich habe auch Verantwortung”, brachte der andere Mann entschlossen entgegen. “Mein Fußballverein braucht mich jedes Wochenende!” “Wenn du das so für dich entschieden hast, dann gehört es zu deinem Leben.” “Und mein Chef könnte auch nicht ohne mich leben.” “Auch das ist deine Entscheidung”, erwiderte der Mann, den Apfel kauend, in all seiner Neutralität. “Warum sitzt du dann noch auf meinem Feld, wenn du woanders dringender gebraucht wirst”, wollte der Mann vom Feld wissen. Zögernd kamen die Worte über die Lippen: “Ich weiß es nicht.”

Auf einem Feld, in seiner Mitte, saßen zwei Männer.

Gedankensolo TakeAway

Ich hatte einen Traum

Ich hatte einen Traum. Einen Tagtraum.
Jemand holte alle Sterne vom Himmer, verteilte sie auf der Erde. Einen für jedes Land, jeden Menschen, jedes Tier. Die ganze Welt begann zu leuchten, erhellt vom lichten Schein der Stern.
Freude breitete sich aus, Liebe und Frieden.
Beim Erwachen freute ich mich über diesen schönen Gedanken. Ich schaute mich um, gespannt, was die Menschen wohl mit den erhaltenen Sternen machten. Das Bild aber entsprach nicht meinem Traum. Die Menschen stritten sich, wessen Stern der schönste, strahlendste war. Einer stahl die Sterne der Mitmenschen, um selbst noch mehr zu leuchten, ein andere brachte seinen Stern zur Bank, um noch mehr Sterne zu erhalten. Trauer breitete sich aus, Neid und Krieg.
Beim Eindunkeln blickte ich zum Himmel. Doch da fehlte etwas, was mir sonst Hoffnung machte. Etwas, was mit den Weg zeigte, mich träumen ließ von einer anderen Welt. Nun blickte ich nur ins schwarze Nichts, eine dunkle Schwere über uns.
Ich hatte einen Trau. Einen Tagtraum.
Jemand brachte alle Sterne zum Himmel zurück. Dafür entzündete er die Sterne im Herzen. Im Herzen jedes Menschen, jedes Tieres, jeder Pflanze. Alle begannen von innen heraus zu leuchten. Sie schmückten sich nicht mehr mit einem fremden Licht, die Wärme kam aus ihrem Herzen. Kein Wetteifern mehr, wer den größten, schönsten Stern hatte. Wenn sie ihn gut pflegten, wuchs der Stern in ihnen. Und wenn sie einen Stern im Herzen der Mitmenschen entzündeten, spürten sie auch die Wärme des eigenen Sterns umso stärker. Gemeinsam schauten sie zum Himmel, die Sterne gaben ihnen Mut, Hoffnung und Liebe.
Ich hatte einen Traum. Einen Tagtraum.
Wenn wir daran glauben und den Stern in unserem Herzen entzünden, können wir mit seiner Wärme die Liebe und    Hoffnung weitergeben.

by Nadine Christine Saxer

Alltagswahn

Alleinstehende

Alleinstehende. Alleinstehende sind Personen, die ohne eine feste, soziale Bindung an einen Partner, ohne Kinder und vorzugsweise auch ohne Haustiere in einem Haushalt leben. Generell scheut der Alleinstehende jegliche Verantwortung und lebt deshalb nicht nur allein, sondern auch stets distanziert zu seiner Außenwelt.

Der Begriff stammt aus dem Deutschen und bedeutet so viel wie “Unvollkommener” oder “Unvollständiger”. Dabei soll das Wort verdeutlichen, dass ein Alleinstehender abnormal lebt, da er nicht wie üblich in der deutschen Gesellschaft mit einem Partner an seiner Seite lebt. Darüber hinaus wird mit der Begrifflichkeit deutlich gemacht, dass der Partner zu einem Menschen dazu gehört, wie Arme und Beine. Einem Alleinstehenden könnte demnach neben dem ausbleibenden Partner auch ein Arm oder ein Bein fehlen. In der deutschen Statistik wird der Alleinstehende außerdem nach seinen Partnerschaften differenziert. Dabei gibt es ledige Alleinstehende, die bis dato nicht in der Lage waren, sich vor einem Standesamt trauen zu lassen oder alleinerziehende Alleinstehende, die es nicht geschafft haben, einenPartner trotz Kind an sich zu binden.

Die Verhaltensweisen von Alleinstehenden sind vielfältig definiert. Hierbei gibt es den einsamen Alleinstehenden, der allergisch auf Pärchen reagiert. Gerade zur Weihnachtszeit meidet der einsame Alleinstehende Paare, die vor namhaften und teuren Schmuckläden Gegenstände betrachten. Wehmütig zieht sich der einsame Alleinstehende dann mit Fertignahrung in seinen Bau zurück. Der gesellige Alleinstehende hingegen trifft sich an den Wochenenden mit Freunden und Bekannten, um seine Situation mit legalen und illegalen Substanzen zu verdrängen. Auch hier tritt der vollkommene Rückzug in seinen Bau nach erfolgreicher Verdrängungsphase ein.

Als Therapie für Alleinstehende hat das Internet diverse Partnerbörsen erfunden. Hier können sich Alleinstehende mehr oder minder erfolgreich von ihrem Los als Alleinstehender befreien, indem sie gegen horrende Summen mit wenig Mühe einen adäquaten Partner für ihr weiteres Leben finden. Erfolgsquoten sind garantiert!

Wer am Ende immer noch ein Alleinstehender ist, der findet in jedem örtlichen Baumarkt reißfeste Seile für nahegelegene Brücken oder Hochhäuser.

Unter diesem Begriff werde auch diverse Statistiken unserer Gesellschaft zusammengefasst.

Gedankensolo

Das Abenteuer

Hans ist eigentlich ein ganz gewöhnlicher Typ. Er sieht zwar ein bisschen besser aus als der deutsche Durchschnitt. Aber sein Leben ist dafür relativ unspektakulär. Morgens steht er um die gleiche Zeit auf und kocht sich als erstes eine Kanne Kaffee. Damit geht er dann an seinen Schreibtisch, wo er Berichte für den Sportteil einer Tageszeitung schreibt. Eigentlich würde er viel lieber Kurzgeschichten schreiben und sie einem ausgewählten Publikum vorlesen. Aber weder die Geschichten noch das Publikum hat er, um seinen Traum in die Realität umzusetzen.

Eines Tages, Hans war gerade auf dem Weg in den Supermarkt, traf er am Gemüsestand eine unglaublich gut aussehende Frau. Beide waren gerade dabei die Avocados nach ihrem Reifegrad abzutasten. “Die ist gut”, sagte das bezaubernde, weibliche Wesen und ging mit der Avocado und ihrem Korb weiter. Völlig verzaubert versuchte Hans der Unbekannten heimlich zu folgen. Als sie im Begriff war zu zahlen, nahm er all seinen Charme und Mut zusammen und sprach die Frau an: “Sie haben da aber zufällig die Avocado genommen, die ich auch haben wollte.” Die Frau schaute ein wenig erschrocken, fasste sich aber als bald und erwiderte: “Dann kommen Sie doch einfach mit und wir essen unsere Avocado zusammen.” Hans war fassungslos. Aber irgend etwas in ihm wollte dieser Aufforderung nachgehen. Also gingen sie gemeinsam in ein unbekanntes Abenteuer. Was aus der Avocado wurde, weiß man nicht.

TakeAway

Why


Every note I sing, every tone I bring
is for you
What have I done to me?
What have I done to you?
Is this already gone
what I just pushed on for you?
did I lose my bid of happiness to make what I love?
is this real is this fake who I am?
why do I fall in the ocean?
why don’t you take my hand?
why is my mind so empty?
why can I see the end of my life?
Everything I waste, everything I taste
is for you
What have I done to me?
what have I done to you?
Is this already gone
what I just pushed on for you?
did I lose my bid of happiness to make what I love?
is this real is this fake who I am?
why do I fall in the ocean?
why don’t you take my hand?
why is my mind so empty?
why can I see the end of my life?
why do I fall in the ocean?
why don’t you take my hand?
why is my mind so empty?
why can I see the end of my life?

by Valentine