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10 Dinge, die ich statt Geld habe

Ich habe noch nie morgens gebloggt. Aber ein Freund, er ist DJ und wird als der Adam Beyer der Zukunft gehandelt, brachte mich über das hier auf meinen Blogbeitrag, der geradezu danach schreit jetzt veröffentlicht zu werden.

“10 Dinge, die ich statt eines Jobs habe”, heißt es auf mymonk.de.  Ich würde das gerne umformulieren in “10 Dinge, die ich statt Geld habe”. Denn als Texter wird man nicht reich. Das wussten schon meine Eltern. Aber ich bin glücklich. Weil ich den besten Job der Welt habe. Und weil ich statt Reichtum und Besitz zehn Dinge habe, die ich nie mehr missen möchte und die ich mir mit Geld eh nicht kaufen könnte:

 

1. Freiheit & Unabhängigkeit.

2. Qualitativ hochwertige Zeit.

3. Achtsamkeit & Aufmerksamkeit.

4. Die kleinen Dinge im Leben.

3. Sonne im Herzen und ausm Arsch.

4. Weniger Gedanken. Und wenn ich sie doch habe, dann sind die anders, weil…

6. …ich jeden Tag ein Lächeln auf meinen Lippen habe.

7. Retro-Sachen statt dem neuesten Shit.

8. Freunde.

9. Ein zu Hause, das überall auf der Welt sein kann.

10. Mich.

 

Ich möchte diesen Beitrag gerne als Wurfstöckchen weitergeben. Aber ich weiß nicht, wer in meiner Bloggerrunde kein Geld hat. Deswegen bitte ich alle, die Lust haben, meinen Beitrag zu nehmen und im digitalisierten Fußabdruck das zu hinterlassen, was sie mehr haben als Geld. Oder mehr lieben als Geld. Fühlt euch frei. Ich bin es. :-) Danke für die Erinnerung, Carl Benson!

Geld

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Hetz hetz

Eigentlich wollte ich nur gemütlich bei meinem Lieblingstürken speisen. Als ich jedoch keinen Parkplatz fand, hatte sich das mit dem in Ruhe essen schnell erledigt. Also bestellte ich einmal alles zum Mitnehmen. Blöd von mir war, dass ich vergaß zu sagen, dass ich einmal Besteck zum Mitnehmen benötige. Aber nun kommt es noch blöder! Das heiße Essen auf dem Beifahrersitz, fuhr ich geschlagene 25 Minuten durch die Gegend, um einen Imbiss zu finden, der mir eine Gabel geben könnte. Alles halb so wild, dachte ich mit, fahre ich eben zu Joey’s und hole mir dort ein Eis, dazu muss es ja möglich sein mir einen Löffel zu geben. Dort angekommen und 5,95 € leichter für mein Eis, bekam ich aber nur die Worte, dass sie dort kein Plastikbesteck haben. Ok, ein Pizzaservice also, der sein Essen ohne Besteck liefert. Klar, hat ja auch jeder beim Umzug oder der Renovierung immer einen 12er Besteckkasten am Start. Sicher. Ich äußerte meine Verwunderung und bekam die abschließenden Worte mit auf den Weg, dass ich ja den Löffel im Eisbecher (!) (ca. 2 cm lange und 1cm breite Plastikschaufel) benutzen könne!

So stehe ich gerade im absoluten Halteverbot und versuche den mittlerweile kalten Börek, das geschmolzene Eis und vor allem den Krautsalat (!) mit diesem Ding zu essen. Gerade läuft das zweite ältere Ehepaar an meinem Auto vorbei und schüttelt wütend mit dem Kopf. Schönes Deutschland!

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Die Kids von der Bounker Street

Sie waren kaum größer als der Eisstand, an dem sich ihre Nasen aneinander reihten. Jacky konnte gerade so das Geld auf den kleinen silbernen Teller legen, bevor sie ihre drei Kugeln Schoko bekam. Ben wollte den Eismann wie immer austricksten. Auf sein Zeichen hin begannen seine beiden Kompagnons sich in die südliche und nördliche Himmelsrichtung zu verteilen. Jacky lief blitzschnell die Straße hinunter, das Eis griffsicher in ihrer Hand. Robert versteckte sich derweil hinter dem ersten Rosenstrauch von Misses Jerke. Die ältere Dame betrat ihren Garten sowieso nur, wenn der Postbote sich traute etwas in ihren faulenden Briefkasten zu werfen. Während die beiden Kids sich also vor dem tobendem Eisverkäufer versteckten, genoss Ben sein Eis bereits auf einer Bank in der brütenden Sommerhitze. Abgehetzt vom Versteckspiel krauchten wenig später auch Jacky und Robert zu ihm. Das Eis kaum aufgegessen, schmiedeten die Drei bereits den nächsten Plan. Nun wollten sie hinunter zum Fluss und von der Brücke ins kühle Nass springen. Jacky lief in freudiger Erregung den beiden voran. “Nun kommt schon oder wollt ihr, dass die Sonne euch schmilzt”, grinste sie frech. Das ließen sich die Jungs nicht zweimal sagen und so lieferten sie sich ein Wettrennen bis zum Ufer. An der Flussbrücke rissen sich die Drei die Klamotten vom Leib und kletterten die Holzpfähle hinauf zu dem kleinen Vorsprung, den bereits die Eltern ihrer Großeltern zum Absprung ins Wasser benutzten. Die Jungs sprangen voran. “Komm Jacky, es ist herrlich hier unten”, riefen die beiden ihrer zierlichen Freundin zu. Jacky, die die Höhe nur mit Ehrfurcht ertrug, kniff ihre Augen so fest sie nur konnte zusammen und spannte ihre Füße an. Sie wollte genau so weit hinaus springen wie ihre beiden Freunde. Sie bemühte all ihre Kräfte und sprang so weit ab, wie sie nur konnte. Zuviel. Denn fortan zählte die Bounker Street ein Kind weniger.

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Das Himmelsschloss

Wir katapultierten die zentnerschweren Steine wie Federn in den Himmel. Balancierten sie vorbei an all den Wolken. Bekamen erst kurz vor dem Aufprall auf den Boden die Kurve. Übertönten jedes Lachen mit dem unseren. Mit aufgerissenen Augen und offenen Händen begannen wir unser Schloss zu bauen. Immer höher, immer weiter. Setzten unsere Schritte bewusst oder unbewusst von Anfang an groß an. Versuchten im Gleichtakt zu schwingen. Gingen weiter. Bauten höher. Hielten die Geschwindigkeit und hoben immer mehr Steine in den Himmel. Für unser Schloss.

Als alles Gebaute den ersten Schatten warf, schauten wir uns an. Zögerten. Doch der geschaffene Raum war da und so holten wir neue Steine. Strengten unsere Kräfte an und bauten weiter. Und höher. Begannen zu schwächeln. Bemerkten die Fehler des anderen. Aber die Steine waren größer und so bauten wir weiter. Bis unser Schloss einstürzte. Was blieb, war eine Ruine. Und Erinnerungen. Denn auch ein Himmelschloss braucht ein Fundament.

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Quark macht stark

Von unserem Haus aus gab es einen Durchgang zum Garten. In dem kleinen Raum dazwischen stand meine Uroma täglich und machte die Wäsche und kochte fleißig in ihren großen Töpfen für die ganze Familie. Am liebsten schaute ich ihr dabei zu, wie sie die platten Flundern im heißen Fett wälzte.

Wenn ich mich an die Zeit erinnere, in der ich von meiner Uroma immer eine heiße Kartoffel mit Salz bekam, muss ich auch an mein Lieblingsgericht denken: Pellkartoffeln mit Quark und Leberwurst. Damit der Quark nicht zu dick, zu nüchtern und zu unschmackhaft war, wurde immer ein Schluck Milch dazu gegeben. Für die nötige Süße sorgte ein ordentlicher Löffel Zucker. Et voilà, so sieht der fertige Quark aus. Und er schmeckt wie zu Hause. :-)

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Der Aufstieg im Abgrund

Wie oft standest du schon am Abgrund? Und bist doch nicht gesprungen! Aber immer wieder zieht es dich zu der Stelle, die alles beenden könnte. Mutig gehst du den Weg bis auf den letzten entscheidenden Meter. Du stoppst. Wie feige wäre es, sich jetzt umzudrehen und allen anfeuernden oder flehenden Rufen ins Gesicht zu schauen?! Also nimmst du all deinen Mut zusammen, bist fest entschlossen zu springen. Aber irgendetwas hindert dich daran. Du tust es erneut nicht. Enttäuscht von dir selbst, machst du dich auf den Heimweg. Mit gesenktem Haupt schlenderst du lustlos zu deiner Wohnungstür, wo dich Herr Vorwurf und Frau Antriebslos schon freudig erwarten. Morgen. Morgen wirst du ganz sicher springen. Oder vielleicht auch übermorgen. Aber dann ganz sicher. (Und in der Zwischenzeit kannst du deine Entscheidung einfach mal genießen.)

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I had

I had a nice nursery and big windows. I had a car and a piano in my own house. I had a garden and all kinds of flowers you can imagine. I had good times with my brother and the rest of my family. I had blonde hair, sometimes shorter, sometimes longer. I had coffee and tea and both with alcohol. I had wishes and dreams and the reality. I had promises and a broken heart. I had satisfaction and tears in my eyes. I had friends and people who wanted to be my friends. I had debts and cash flow. I had broken shoes and a wedding dress. I had air in my lungs and dust in my mouth. I had almost everything, but I never had me and I had never me.

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Auf der Suche

In den unendlichen Weiten deines Ichs wirst du immer wieder Raum finden, den du nicht zu füllen weißt. Die Leere dort drinnen wird dir komisch vorkommen, aber mit der Zeit wirst du sie akzeptieren. Deine Fragen werden Antworten mit sich bringen und du wirst dich vollkommener fühlen.

Unendlich viel Schwarz kannst du nicht durch einen Tropfen Weiß auffüllen. Du wirst es versuchen. Immer und immer wieder. Und vielleicht gelingt es dir ja das Dunkel ein wenig zu erhellen. Nur ein kleines bisschen. Ganz wenig.

Man ist immer allein, wenn es um einen selbst geht. Wo einst Menschen um dich waren, stehen verstumme Körper um dich. Sie werden dir nicht zuhören. Du musst dir selbst zuhören. Auf der Suche nach Ohren und Augen wirst du bei dir selbst ankommen. Auf den Rest kannst du dann gut und gerne verzichten.

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Schöne Schulzeit

Der Blick aufs Konto lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Nicht immer, aber oft. Der Gedanke an Shopping ist nicht drin und mein Auto müsste auch mal wieder gepflegt werden. Morgens am Bäcker gehe ich an den teuren, aber durchaus leckeren, Brötchen vorbei und muss mich arg zusammenreißen. Die Zeitung später fällt auch flach. Habe ich die Miete schon bezahlt? Scheiße, und dann noch das Finanzamt. Warum kommt eigentlich immer alles auf einmal? Ich sollte weniger rauchen, denn das Geld liegt hier nun wirklich nicht umher. Aldi sagt Danke für Ihren Einkauf und ich sage ekelhaftes Zeug ihr da habt. Nichts ist, wie es mal war.

Während meiner Schulzeit hatte ich solche Gedanken nicht. Nie.

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Erwachungsschlaf

Sie halten sich gegenseitig in ihren Armen. Der Herzschlag ist ruhig und besinnlich. Und aus ihren Gesichtern strahlt überirdisches Glück und tiefste Freude.

Wie lange ihre Zeit anhalten wird, wissen sie nicht.

Aber für diesen Moment scheint die Welt still zu stehen. Sie lassen die Sonne direkt über sich entflammen und genießen einfach.

Das Erwachen nach dem Schlaf ist wie alles – vergänglich!